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| 0079 |
Altertümer aus dem Tale des Talas in Turkestan : vol.1 |
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die Nasomentalhöhe ist recht bedeutend und das Verhältniss zwischen ihnen giebt einen
Index von 92.4, also Leptoprosopie. Die maxillare Alveolarbreite ist indessen recht
bedeutend (68 Mm.) und der Alveolarprocess ist vorn ziemlich abschüssig.
Das Kinn schiesst stark winklig hervor. Die noch vorhandenen Zähne (einige
Molarzähne des Unterkiefers sind offenbar schon während des Lebens verloren gegangen)
sind in verschiedenem Zustande der Abnutzung; die des Oberkiefers sind viel weniger
abgenutzt als die des Unterkiefers, was auch hinsichtlich der Autenticität des letzteren
einige Zweifel erwecken dürfte.
Der Schädel hat jedenfalls einem erwachsenen Individuum angehört, ob einem
männlichen, oder weiblichen, lässt sich kaum sicher nachweisen. Die relativ geringe
Capacität der Hirnschale deutet eher auf ein Weib hin.
Die Umformung dürfte auch bei diesem Schädel durch eine quere, umlaufende Binde
hervorgebracht sein, obwohl die Spuren davon weniger deutlich als bei dem Schädel 5
hervortreten.
DER SCHÄDEL 7.
TAF. XXVIII. FIG. 7,7.
Der Schädel ist mit den Zahlen 3745 und 1 sowie mit Tshung Tipä 1, 1899
bezeichnet. Der Unterkiefer fehlt und an den Gesichtsknochen sind einige Defecte vor-
handen. Am rechten Jochbogen fehlt die grösste Partie des temporalen Fortsatzes; der
linke temporale Fortsatz ist quer abgebrochen und am linken Maxillarknochen fehlen
grosse Partien; an den Orbitaldächern sind einige kleinere Defecte vorhanden. Sonst
ist der Schädel gut erhalten.
Dieser Schädel ist gross und sehr geräumig. Die Capacität der Hirnschale beläuft
sich auf 1670 Kcm. Er ist auch nicht nur lang (182 Mm.), sondern auch breit (151 Mm.)
und in Folge dessen echt brachycephal (83.0), dagegen verhältnissmässig weniger hoch
(139 Mm.) mit einem Längen-Höhen-Index von 76.4; dieser Index führt den Schädel in
die Gruppe der Hypsicephalen, obwohl nicht hoch in derselben empor.
Der Schädel ist indessen nicht symmetrisch. Von oben betrachtet, zeigt er in der
linken Nackenregion eine Einsenkung, die zwar nicht als eine Abflachung, sondern eher
als eine Eindrückung oder eine Drehung, durch die Hervorwölbung der rechten Seite ver-
ursacht, zu bezeichnen sein dürfte; dieses tritt noch deutlicher bei der Betrachtung von
unten her hervor. Die rechte Seite scheint mächtiger entwickelt zu sein, und zwar auf
Kosten der linken Seite. Es ist jedoch möglich, dass eine artificielle Behandlung des Schädels
in den Kinderjahren zu der Asymmetrie beigetragen hat. Es finden sich aber keine anderen
Spuren einer solchen Umformung. Solche Asymmetrien der Nackenregion kommen
indessen nicht selten auch an europäischen Schädeln vor, an denen keine künstliche Um-
formung stattgefunden hat. Auch posthum treten bekanntlich ähnliche Difformitäten ein.
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