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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0040 Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1
スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 / 40 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000227
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anbauen könnte. Im Reisebericht des Fa-hien (399—400) ist Shan-shan zwar
ein unfruchtbares Land genannt. Indessen hing der König der Buddhalehre an,
und man zählte über 4000 Mönche, welche dieser Lehre gemäß nicht auf Jagd und
Fischfang angewiesen sein konnten. Es ist aber wohl anzunehmen, daß die auf den
Holzstäben erwähnten Getreidelager nicht allein für die chinesische Besatzung be-
stimmt waren. Die durch die Bilder dargestellten Trümmer zeugen für das Vor-
handensein einer chinesischen Niederlassung vor beinah 1600 Jahren, deren Ursprung
vielleicht mindestens etwa 400 Jahre weiter hinaufreicht. Wie es noch in Ost-
Turkestan der Fall, wird vielleicht das Chinesenviertel abgesondert von dem der
Eingeborenen mit Mauern umgeben gewesen sein. Sei es daran das
Lager der Besatzung schloß, oder daß es weiter seitwärts lag, so hindert doch
nichts anzunehmen, daß Getreidefelder die nächste Umgebung bildeten und daß eine
Reihe von Türmen, viereckig und nach oben abgeschrägt, die Verbindung mit den
nächsten Heerlagern unterhielt und bei Tage durch den Rauch der darauf an-
gezündeten Feuer, bei Nacht durch deren Leuchten das Nahen des Feindes meldete.

Hier endet Himlys Manuskript, soweit es sich unmittelbar auf Lou-lan bezieht;
die Krankheit, die so rasch zum Tode führen sollte, hat ihm die Feder aus der
fleißigen Hand genommen. So war es ihm nicht mehr vergönnt, die Folgerungen
zusammenzufassen, welche sich für die damaligen Zustände, für das Leben und Treiben
in Lou-lan aus den Funden selbst und namentlich aus dem Handschriftenmaterial
darunter ergaben. Und doch ist das lehrreich genug. Denn es ist zwar nur Ab-
fall und Stückwerk — beschädigte, unvollständige, ja meist absichtlich zerrissene, im
besten Falle gleichgültig weggeworfene Dokumente und Urkunden — mit einem
Worte etwa der Inhalt eines Papierkorbs, was uns der Schoß jenes Kehrichthaufens
von Haus F heraufgesendet hat; und dazu besteht es auch noch allergrößten-
teils aus Aufzeichnungen anscheinend der trockensten Art: die Papiere ent-
halten überwiegend amtliche und halbamtliche oder doch wenigstens geschäftliche
Schreiben, und vollends die Holzstäbe sind fast durchweg eigentliche Akten, und
zwar zur einen Hälfte Berichte und Gesuche, zur andern gar nur Abrechnungen, wie
sie ja schon das Chou-li von den Beamten fordert — kurz es sind allermeist nur
Abfälle aus der großen Verwaltungsmaschine, Nachrichten bloß über Dienst- und
Verwaltungsangelegenheiten, wie das ja nach Zeitumständen, Ort und Verfassern
auch nicht anders zu erwarten steht. Aber gerade deshalb geben sie vielleicht
ein farbenfrischeres Bild der Verhältnisse, als es eine bloße Beschreibung ver-
möcht hätte; denn es ist immer viel regiert worden in China, seine Verwaltung
ist allezeit ein Topfgucker gewesen, der sich um jegliches bis ins kleinste hinein
bekümmert und sorgfältig Buch darüber geführt hat, und so sind es denn gerade die
Details und Einzelzüge des Betriebes sowohl, wie die verschiedenartigsten persönlichen
und sachlichen Verhältnisse, in die uns damit Einblick gewährt wird — eben dasjenige