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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0041 Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1
スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 / 41 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000227
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OCR読み取り結果

also, was dem einförmigen Grau der bloßen Vorstellung die bunten Töne des wirklich
Gewesenen aufsetzt und die schattenhaften Umrisse zu lebensvollem Relief heraus-
modelliert. Fügen wir dann noch die mancherlei kleinen Notizen und Nachrichten
privaten Charakters, die sich speziell aus den Briefen entnehmen lassen, und, nicht zu
vergessen, auch die Evidenz der sonstigen Funde hinzu, so tritt dies Relief noch
plastischer hervor, runden sich die Gestalten zu eindrucksvoller Wirklichkeit und
treten uns menschlich vertraut entgegen. Zwar läßt der fragmentarische Charakter
des Materials nicht immer ganz sicher erkennen, ob sich der eine und andere Zug
auch gerade auf Lou-lan und seine Bewohner bezieht, aber er gilt doch in der
Regel wenigstens für dessen Bezirk und jedenfalls immer für dies Randgebiet der
chinesischen Zivilisation, das ja überall unter den gleichen Bedingungen
lebt und darum geographisch wie kulturell eine gewisse Einheit bildet. Und so läßt
sich denn aus dem allem, so geringfügig es mitunter sein mag, schließlich ein Bildchen
des Grenzlebens von damals herstellen, das an ansprechender Lebendigkeit kaum
etwas zu wünschen übrig läßt. Auch Akten, auch Kehrichthaufen haben ihre Poesie.

Versuchen wir uns nun zuvörderst den landschaftlichen Hintergrund zu dieser
Staffage, die Schaubühne vorzustellen, auf der sich dies längstverschollene Stücklein
Menschenleben abgespielt hat. Da liegt rings unabsehbar hingebreitet die Wüste,
das „Sandgebiet", der „Sand", wie sie 1, 28, 3 und 1, 10 genannt wird, mit allen ihren
Schrecken, worunter nicht zuletzt die „Strapazen des Umherirrens" in mühseliger
Fußwanderung — denn dieser Stoßseufzer von 2, 9, der fast an Fah-hiens Schilderung
seiner Wüstenreise anklingt, mag sich wohl auf sie beziehen —: nur irgendwo in
weiter Ferne starren die nackten Rippen eines Gebirges auf, das feindlichen Barbaren
Unterschlupf bietet (1, 10), und über allem wölbt sich ein regenlos offener eherner Himmel,
der vielleicht zwar angenehme Frühlingstage (1, 2), jedoch im Winter bitteren Frost,
der zu Pelzrock und Pelzkappe nötigt (2, 22; 104) und im Sommer wieder so glühende
Pfeile sendet, daß auch der in dieser Beziehung gewiß nicht verwöhnte Chinese zu-
weilen darüber murrt (1, 25, 1; 1, 19, 1), und daß er, scheint es, nur Frühmärsche oder
doch bloß kurze, langsame Tagemärsche unternehmen kann — also ganz das konti-
nentale Klima, das ja vorauszusetzen ist, und möglicherweise sogar mit dem von
China her bekannten, fast auf den Tag eintretenden Wechsel der Jahreszeiten (1, 23, 7).
Aber mitten in dieser menschenfeindlichen Öde ein gastlich grüner Fleck: zwei große
fisch- und muschelreiche Gewässer zum mindesten: der tiefe See Ta-choh und
ein bedeutender Fluß (2, 2; 1, 25, 1) spenden befruchtende Feuchtigkeit, und an ihren Ufern
wuchert und sproßt eine urwaldüppig, wenn auch in launenhafter Verteilung, wie
der Haarwuchs um ein Mongolenkinn, das Röhricht, das Busch- und Baumwerk her,
das so viel und zu so vielerlei Dingen, von Pfeiler, Wand und Hausdach an bis
zum hölzernen Schreibmaterial hinunter gebraucht erscheint. Zwar drohen sie dann
und wann mit Überschwemmung (2, 15), doch sie zu bändigen sind offenbar Deiche
errichtet (2, 5; 1, 10); und wie sich ihr Rücken bequemen muß, Boote oder Schiffe