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0058 Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 / Page 58 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000227
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Gattungen, von dem groben, grauen, netzartigen Maschenwerk der Nr. 1, 25, 3 (Taf. 1,
XXVIII), das beinahe an die vom Erfinder mitverwendeten Fischernetze gemahnen
möchte, und dem lederartigen, braunen Gefilz jenes ältesten Fragments bis zu den
feinsten gelblichen und weißen, rauhen oder geleimten Briefbogen repräsentieren.

Dieser quantitative und qualitative Reichtum, der den Siegeslauf und die rasche
Vervollkommnung der kaum anderthalb Jahrhunderte alten Erfindung so deutlich
vor Augen stellt — eben dieser ist es denn auch, der schon apriorisch eine Er-
gänzung der Funde von Niya zuläßt. Hier hat ja Stein trotz genauester Nach-
forschungen auch nicht ein Schnitzelchen davon aus dieser Zeit zu erheben vermocht;
aber es wäre doch recht sonderbar, wenn sich dieselbe Kultur, die in Lou-lan so
frei und sorglos mit diesem Artikel schaltet, gleichzeitig anderswo ganz ohne ihn
beholfen hätte, und man wird also schon deshalb vermuten dürfen, daß er dort bloß
einem unglücklichen Zufall zum Opfer gefallen sei. Und das wird denn, scheint mir,
beinahe zur Gewißheit durch ein Fundstück von dort: das Klötzchen N. XV, 345
(Anc. Khotan II, Taf. CXIV, CV). Es entspricht genau den Oberteilen zweifelloser
Karoshṭī-Briefe auf Holz, die dort zum Vorschein gekommen sind (vgl. N. XV, 155,
166, 196, l. c. Taff. XCIV, XCV), und Stein zögert nur deshalb, es als ein solches
anzusprechen, weil das zugehörige Unterstück fehlt, und bezeichnet es in dubio als
den Deckel einer Büchse (die aber auch nicht vorhanden ist). Nun gleicht es aber
wenigstens in der Einrichtung seiner Oberseite auf ein Haar auch den Klötzchen
von Lou-lan (2, 117—120; Taf. 2, VI), und diese sind durch die Aufschrift auf zweien
davon: Ma Li yin sin „von Ma Li gesiegelter Brief" (2, 119) und . . . yin (?) sin
„. . . gesiegelter (?) Brief" (2, 120) ohne weiteres als die Oberteile von Brief-
kuverts charakterisiert. Sie können aber offenbar nur Papierbriefe verschlossen
haben; denn auf dem teilweise winzigen Raum der entsprechenden (verlorenen) Holz-
unterlage hätte ein chinesischer Brief keinen Platz gefunden, und in der Tat waren
die Papierbriefe von Lou-lan nicht etwa gerollt, sondern zusammengelegt: das zeigen
die Bruchfalten und zeigt der Abdruck, das Spiegelbild der Schriftzeichen, das mehr-
fach dadurch entstanden ist und mir nicht wenig geholfen hat, die oft nur mark-
bis talergroßen Fetzen zu größeren Stücken zu vereinigen (wie z. B. 1, 3, Taf. 1, II,
das aus 12 Fragmenten wiederhergestellt ist), und mitunter scheinen sie in ein so
kleines Format gefaltet gewesen zu sein, daß es wohl zu den Maßen der Deckel
passen könnte; doch habe ich das Papier durch eine tatsächliche Probe nicht be-
schädigen wollen.¹ Das würde denn also auch für Niya die Existenz des Papieres
voraussetzen lassen. Ein anderes Zeugnis dafür, daß es wenn nicht hier, so doch
anderswo im Tarymbecken außerhalb Lou-lan's nicht unbekannt war, läßt sich mög-