国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0093 |
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 |
| スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
schon keine Belehnungsurkunden sind, so behandeln sie doch Dinge, die man ehe-
dem rein gegenständlich durch das einfache Szepter oder seine Verzierung aus-
gedrückt hat, und die zu den vertragsartigen Handlungen im chinesischen Sinne
gehören: das eine ist die Meldung von einem vollzogenen Opfer nebst einem Segens-
wunsche der Art, wie wir sie von dem Belehnungsseide her kennen, das zweite der
Bericht über einen königlichen Befehl und seine Ausführung, dem ebenfalls ein Heil-
wunsch und vielleicht sogar ein Kontroll- oder Registraturvermerk, wie bei so manchen
tsieh, angeschlossen ist.¹
Damit sind wir also Schritt für Schritt vom Szepter zum eigentlichen Schrift-
stück gekommen. Denn diese beiden sind ja nichts anderes als Urkunden in
Szeptergestalt, monumentale Formen des gewöhnlichen Schriftstückes und zwar des
Schriftstabes, mit dem sie in ihrer schmalen, geraden Form und z. T. sogar im Längen-
maß (1′2″) übereinstimmen: es sind yüh-kien (玉 簡) „Schriftstäbe aus Nephrit", wie
solche mehrfach in der späteren Literatur, doch teilweise als alten Zeiten angehörig,
erwähnt werden (PWYE s. v.). Und es kommt noch einiges andere hinzu, den so
erschlossenen Zusammenhang zu festigen. Blättern wir nämlich im Ku-yüh-t'u-pu
weiter, so stoßen wir auf ein rundes Dutzend umfangreicherer Tafeln aus Jade, vor-
nehmlich aus der Han-Zeit, aber einige auch weit älter, die mehr oder minder lange
Inschriften tragen.² Niemand wird leugnen, daß diese yü-ts'eh (玉 冊) wirkliche Schrift-
stücke sind; aber dabei ist nicht allein ihr Inhalt dem jener beiden Szepter wie dieser
ganzen Klasse überhaupt ähnlich — gehört doch z. B. die Imprecation Han Kao-tsu's
dazu, die ich oben (S. 45, Anm. 2) vermutungsweise mit dem Szepter des Yü zu-
sammengebracht habe —, sondern sie zeigen auch deren äußere Form und mitunter
selbst Länge (1′2″), ja nach dem Umstand zu urteilen, daß die Form der Spitze
regelmäßig der des unteren Ausschnittes entspricht, sind sie ganz wie diese dupliziert
gewesen. Der einzige Unterschied ist ihre größere Breite, und eben dies bringt
eine neue Parallele mit den Dokumenten auf Holz zuwege: sie verhalten sich zu
den Szeptern, wie die hölzernen Schrifttafeln (fang 方) zu den hölzernen Schrift-
stäben (kien 簡) — ein Analogiebeweis, der mindestens genannt zu werden verdient.
Mehr beiläufig kann ich sodann den weiteren Parallelismus erwähnen, daß die schrift-
liche Fixierung des ming, die geschriebene Belehnungsurkunde (ts'eh 策,冊), ganz
wie gewisse ming der Szepterfamilie beim Empfange am Gürtel befestigt wurde,
wie aus der stehenden Formel einiger Chou-Inschriften hervorgeht: „... er empfing
das Dokument (ts'eh), hing es an den Gürtel und ging hinaus; dann trat er wieder
zur Audienz (kin) ein";³ ferner, daß gleichartige Schriftstücke auch anderen Inhalts
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