国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0097 |
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 |
| スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1 |
引用情報
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king V, 6) zeigt, bis zu den Opfergebeten hinauf — es unterlag der doppelten Aus-
fertigung und zwar der Kontrolle wegen: das sagt wohl schon das Wort 貳 erh, das
„duplizieren" und „kontrollieren" zugleich bedeutet,¹ und recht bezeichnend spricht
sich die chinesische Auffassung von dem Charakter dieser Schriftstücke darin aus,
daß selbst Abrechnungen und Berichte mitunter k'i (契) „Kontrakte" heißen.² Wie
man aber sieht, begreift dies nun so ziemlich das ganze Gebiet der ältesten schrift-
lichen Tätigkeit überhaupt und auch die höhere Literatur ist zum wenigsten mit der
Geschichtschreibung darunter vertreten — möglich, ja eher wahrscheinlich, daß uns
im Shu-king eine kleine Anzahl von authentischen Urkunden dieser Art erhalten
ist. Aber kein Wunder auch, daß dem alten Chinesen jedes Schriftstück ein offizielles
Aktenstück war; hat er doch mit jenem Zentralisierungstrieb, der seine historische
Entwicklung kennzeichnet, von jeher alles auf den Staat bezogen und seiner Ver-
waltung untergeordnet: der vielregierende Beamtenstaat ist keine moderne Einrich-
tung für ihn. Und so heißt es denn schon im Anhang zum Yih-king, vermutlich
nach noch älterer Tradition: „Im höchsten Altertum regierte man durch Knoten-
schnüre, die Weisen späterer Geschlechter vertauschten sie mit geschriebenen Kon-
trakten. Dadurch wurden die Beamten in Ordnung gehalten und des ganzen Volkes
(Angelegenheiten) geprüft".³ Schon in ihren Kinderschuhen also ist nach chinesischer
Ansicht die Schrift ein Mittel zum Regieren gewesen, und das älteste Schrift-
stück war der Kontrakt. Eine bessere Bestätigung meiner These kann ich mir
kaum wünschen. —
So ist denn also, scheint mir, der ganze gewaltige Baum des chinesischen
Schrifttums zuletzt aus der unscheinbaren Wurzel des hölzernen Stäbchens hervor-
gewachsen, das teils mit einfachen Kerben, teils — wie das tsieh, das seines Stoffes
halber vielleicht als die Urform des Szepters anzusehen ist — mit irgendwelchen
spezielleren Andeutungen seines Zweckes versehen und dann zur Kontrolle zer-
schnitten wurde. Und wie diese mutmaßliche Genesis vielleicht schon die seltsame
Erscheinung aufhellt, daß man im Besitze der bequemeren Holztafel dennoch und
gerade für größere Texte an den viel unpraktischeren Stäbchen festhielt — nämlich
weil sie eben durch uraltes Herkommen geheiligt waren —: so erklärt sie m. E.
gerade auch die auffallendsten Eigentümlichkeiten noch des heutigen Schreibgebrauchs:
die Zeichenfolge und die ein(nicht doppel-)seitige Schrift. Denn jene Stäbe wurden
am bequemsten der Faser, also der Länge nach gespalten: darum war es für das
redende Ornament und seinen Nachfolger, die Schrift, natürlich zweckmäßig, derselben
Richtung zu folgen, und es entstand die senkrecht laufende Zeile; die Rückseite
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