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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 |
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2. ÄLTESTE CHINESISCHE BEZIEHUNGEN ZU INNERASIEN.
(Zu S. 1.)
Hier ist vielleicht der Ort, auf einige m. W. bisher noch nicht in diesem Sinne
verwertete Stellen der ältern vorchristlichen Literatur aufmerksam zu machen, die
auf eine frühzeitige, wenn auch nur durch Hörensagen erlangte Kunde vom Lopnor
wie überhaupt vom Tarimbecken und seiner Umgebung hinzudeuten scheinen.
Der Sumpfsee Yu-tseh wird nämlich im Shan-hai-king erwähnt und ist vom Shui-
king-chu (2, 10a) — wie vom Ts'ien-Han-shu und Kuah-li-chi der Yen-tseh
des Shi-ki — mit dem P'u-ch'ang-See identifiziert worden, der ja wohl ohne Wider-
spruch für den Lopnor gehalten wird. Die Gleichsetzung gründet sich besonders darauf,
daß von allen dreien dasselbe ausgesagt wird, daß sich nämlich der See unterirdisch fort-
setze, um bei dem Tsih-shih-Gebirge als Hoang-ho hervorzutreten oder, was auf dasselbe
hinauskommt, daß die letztere dort seinen unterirdischen Lauf beginne: eine Kombination
der beiden Tatsachen, daß der ja noch lange Zeit für den Oberlauf des Ho gehaltene
Tarim in den Lopnor mündet und der Ho erst bei jenem Bergzug altchinesisches
Gebiet betritt. So heißt es wohl unter Anlehnung an das Shi-ki im Han-shu vom
P'u-ch'ang: „Allgemein hält man dafür, daß er versinkend (ts'ien) unter der Erde
geht und im Süden bei den Tsih-shih hervorkommt und den chinesischen Ho bildet";¹
dann im Shi-ki selber: „Der Yen-tseh geht versinkend (ts'ien) unter der Erde, süd-
lich davon kommt dann die Quelle des Ho hervor";² und endlich im Shan-hai-king (cf.
Shui-king-chu 1, 19a): „Der Puh-chou-Berg . . . schaut gen Osten nach den Yu-tseh,
wo das Ho-Gewässer versinkt (untertaucht, ts'ien, denn diese seine Grund- und häufigste
Bedeutung, nicht etwa „durchwaten", hat ts'ien gewiß auch hier): wildschäumend ist
seine Quelle."³ Ist nun diese Identifizierung richtig — und angesichts dieser Überein-
stimmung bei einer doch immerhin nicht alltäglichen geographischen Fiktion wird sie
sich m. E. nicht ohne weiteres abweisen lassen —, so wäre damit eine gewisse
Kenntnis des Lopnor schon für das 4. Jahrhundert v. Chr. etwa dargetan; denn mindestens
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