国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 |
| スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
sie stehen in einer gewissen prinzipiellen Verwandtschaft zueinander: Yen-k'i und der
Lopnor, am „Nordwege" jenes und dieser am „Südweg" gelegen, sind Stationen
— und Hauptstationen — der beiden großen alten Handelsstraßen durch das Tarim-
becken. Wir haben es hier also augenscheinlich mit Nachrichten zu tun, die der
Handelsverkehr ins Land getragen hat, und ganz so nehmen sie sich ja in
der Tat auch aus: man glaubt ordentlich den Bericht des wandernden Kaufmanns
herauszuhören, dem es ja bei so weiter und ungewisser Reise naturgemäß viel weniger
auf die Umgebung seiner Route als auf diese selber ankam, der es als umsichtiger
Geschäftsmann nicht unterließ, die Autopsie doch auch durch Fragen zu ergänzen.
Anstatt die tatsächlichen (oder übrigen) Angaben zu diskreditieren, gibt gerade
diese Lückenhaftigkeit der Kenntnisse meines Bedünkens vielmehr einen deutlichen
Fingerzeig für ihre Herkunft und zugleich wohl auch eine Garantie für ihr Alter —
denn Tropfen, die so spärlich sickern, kommen gewiß nicht aus so vollem und breitem
Verkehrsstrom her, wie ihn zum erstenmal die Han-Periode entfesselt hat. Im
übrigen scheint man bei aller Bekanntschaft mit beiden Handelswegen — der schon
in so früher Zeit zu begegnen sicherlich interessant ist — damals doch den nördlichen
bevorzugt zu haben; wenigstens legt die größere Genauigkeit der betreffenden An-
gaben diese Vermutung nahe, und sie wird vielleicht einen weiteren Halt gewinnen,
wenn es gelingt, die zwei anderen Notizen des Shan-hai-king über den Yu-tseh
(3. 4a; 5b) zu identifizieren, da auch hier wieder von Zuflüssen mit westlichem Laufe
gleich dem Tun-hung die Rede ist.
Dafür werden wir aber, wenn ich richtig kombiniere, wieder an den
Lopnor geführt durch jene glänzende Schilderung der Wüste, womit uns das
anfangende 3. Jahrhundert v. Chr. in dem bisher kaum beachteten und doch
geographisch wie namentlich kulturgeschichtlich so äußerst lehrreichen Chao-hun
des Sung Yüh beschenkt hat. Der Dichter beschreibt darin, wie ihm ein Geister-
beschwörer auf göttlichen Befehl die entflohene Seele seines großen Oheims K'üh
Yüan zurückzurufen sucht, indem er ihr zuvörderst die Schrecken der weiten
Welt und dann den Frieden und die Genüsse der Heimat in glühenden Farben
ausmalt. Da heißt es denn vom Westen: „O Seele, kehre zurück! Des Westens
Fährnis ist der fließende Sand, der tausendmeilige. Wirbelnd stürzt er (oder nach
Wang Yih: stürzest du) in den Donnerschlund; zermahlen, zerschellt — nicht ver-
magst du zu haften! Und glückt dir's zu entrinnen, so ist darüber hinaus die end-
lose Leere. Rote Ameisen (gibt es da) wie Elefanten, schwarze Bienen wie Kessel
(so groß). Die fünf Brotfrüchte gedeihen nicht, vom dichten Röhricht mußt du dich
nähren. Das Land verbrennt den Menschen; suchst du nach Wasser, du findest es
nirgends. Verlassen und ratlos (stehst du) und nirgends Hilfe; weit und breit —
nirgends ein Ende zu schauen . . ." Wer sollte wohl bei diesem „Donnerschlunde
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