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0178 Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 / Page 178 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000227
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ist, daß man fast an eine persönliche Bekanntschaft der Chinesen mit ihr glauben
möchte. In der Tat mag die ja schon ziemlich frühzeitig stattgefunden haben. Zwar
wenn der „fließende Sand" bereits im Yü-kung¹ und das San-wei-Gebirge, das ja wohl
unwidersprocheu in die Gegend von Tun-huang gesetzt wird, ebendort und in viel-
leicht noch älterem Texte des Shu-king² figuriert,³ so beruht das sicherlich auf Hören-
sagen, wie Chavannes (Mém. hist. I, 126, Anm. 2) speziell für die Yü-kung-Stellen
nachgewiesen hat, und auch die mehrfache Erwähnung von Kua-chou (= Tun-huang)
seit dem 6. Jahrhundert v. Chr.⁴ braucht gewiß nicht notwendig auf eigene An-
schauung zurückzugehen. Aber dafür ist es vielleicht nicht bloße Prahlerei oder
allenfalls ein konventioneller Ausdruck für die Machterweiterung über Chinas Grenzen
hinaus gewesen, wenn sich Herzog Huan von Ts'i um 651 v. Chr. wie mehr als vier-
hundert Jahre später Shi-huang-ti berühmt, im Westen den fließenden Sand über-
schritten zu haben,⁴ obschon die Ähnlichkeit des jedesmaligen Wortlauts allerdings die
letztere Annahme nahelegen könnte. Indessen wird man diese hochtönende Ver-
sicherung kaum so ganz wörtlich nehmen dürfen: es hat sich bei dem Vorstoß —
was ja freilich schon an und für sich und besonders in diesem Zusammenhang inte-
ressieren muß — schwerlich um mehr als ein oberflächliches Eindringen in die Wüste,
ein kurzes Überschreiten ihres östlichen Randes gehandelt, denn sonst hätten so phan-
tastische Vorstellungen von ihrem Innern, wie sie viel später noch das Chao-hun
auftischt, wenn nicht überhaupt nach Berichtigung, so doch wenigstens auf ein bescheidenes
Maß zurückgeführt werden müssen.

Nicht ganz so weit nach Westen wie diese, aber doch nicht bloß ein gutes
Stück über den Lop-nor hinaus, sondern wohl auch zeitlich zurück und übrigens
wieder auf den „Nordweg" oder wenigstens an das nördliche Ufer des Tarimbeckens
versetzt uns endlich vielleicht das bemerkenswerte, ja zunächst geradezu verblüffende