国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 |
| スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1 |
引用情報
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Kette, die jetzt diesen Namen trägt, gewiß nicht (soweit wir sie kennen), und es hat
sie dort vermutlich nie gegeben; aber ob nicht bei dem K'un-lun, wie ihn das Alter-
tum sich vorgestellt hat, bei dem Fabel- und Götterberge des Shan-hai-king, dem
chinesischen Meru, das ist doch noch die Frage, wie mir scheint. Denn nicht bloß
der Name K'un-lun überhaupt — der ja mehrfach und einmal schon in diesem
Werke¹ auch im Süden vorkommt —, sondern gerade auch der eigentliche, der
westliche K'un-lun ist doch ein recht unbestimmter und elastischer Begriff gewesen;²
ganz abgesehen von den verschiedenen Bergnamen dieser Gegend, die sichtlich auf
ihn anspielen, wie der K'un-ling bei Tokmak (Chavannes, Documents etc. S. 269)
oder der K'un-kang (s. o. S. 155, Anm. 3), findet man allein im Shan-hai-king
unter den drei K'un-lun, die es im Westen lokalisiert,³ einen solchen „innerhalb der
Meere" und einen außerhalb, in der „großen Einöde"; das Huang-ts'ing-king-kie
(37, 39a/b) zählt ihrer vier auf: nämlich außer diesen zwei letztgenannten, die es in
den südwestlichsten Zipfel des Tarimbeckens (?) resp. an die Grenze von T'iao-chi
und Ta-ts'in verlegt, noch den des Yü-kung bei Suh-chou (angeblich)⁴ und einen
K'un-lun der T'ang-Periode im Lande der T'u-fan; und auch dieses ist noch nicht
erschöpfend, da mindestens noch die Angabe des Shi-ki beizufügen ist, wonach Kaiser
Wu-ti auch dem Gebirge von Khotan diesen Namen verliehen hat.⁵ Ein heilloser
Wirrwarr, sollte man denken! Aber sieht man genauer zu, dann löst er sich zu voll-
kommener Gesetzmäßigkeit auf: je älter die Zeit und je enger das Reich, desto
weiter im Osten des Tarimbeckens der K'un-lun; ein Ahasver unter den Bergen
wandert er unstät durch die Jahrtausende nach Westen hin, aber er hält dabei immer
gleichen Schritt mit der Erweiterung des chinesischen Gesichtskreises. Und daraus
ergibt sich denn ganz offenbar, daß es bis weit in historische Tage herunter kein
fest umschriebenes und namentlich kein den Chinesen altvertrautes, persönlich
wohlbekanntes Gebirge gewesen ist, was man so nannte, sondern ganz allgemein
das beliebige Bergmassiv, das jenseits den Horizont im Westen abschloß: das in
ahnungsvollem Dämmer verschwimmende westliche Ende der Welt mit einem
Worte. Nicht anders ist ja in der Han-Zeit auch das übrige Zubehör dieser Gegend,
die ganze Nachbarschaft des K'un-lun, das „Westmeer"⁶ und der „fließende Sand".
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