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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 |
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eine chinesische Gesandtschaft auf dem Wege nach dem Reiche *Ta-yüan*¹ im Lande *Lou-lan* mißhandelt worden war, nahm der kaiserliche Feldherr *Chao Po-nu* 趙破奴 mit 700 Reitern den König von *Lou-lan* gefangen und schlug die benachbarten *Ku-shi* 姑師(車師). Der König mußte Tribut bezahlen und einen seiner Söhne als Geisel stellen, worauf auch die *Hiung-nu* einen solchen als Geisel forderten. Doch hielt sich *Lou-lan* noch mehr zu diesen; denn als der kaiserliche Feldherr *Li Kuang-li* 李廣利 gegen *Ta-yüan* marschierte, und die Absicht der *Hiung-nu*, ihn aufzuheben, durch die Größe seines Heeres vereitelt worden war, gab er zu, daß ein berittener Hinterhalt nach *Lou-lan* gelegt werde, um ihm den Heimweg abzuschneiden. Dieser Versuch wurde auch im Jahre 101 gemacht, wo jener siegreich und beutebeladen zurückkehrte; er schlug aber fehl, weil eine chinesische Ersatztruppe unter *Jen Wen* 任文 vor die Tore von *Lou-lan* rückte. Auf dessen Vorhaltungen hin ergab sich der König, indem er den Wunsch aussprach, ganz nach China überzutreten, und wurde vom Kaiser als Grenzwächter gegen die *Hiung-nu* wieder eingesetzt. Um das Jahr 92 v. Chr. stellten die *Lou-lan* und andere Völker in der Nähe des *Lop-nor* den Chinesen Hilfstruppen gegen die *Ku-shi*. Als aber in diesem Jahre der König von *Lou-lan* starb, bat man vergebens um die Rücksendung des als Geisel am kaiserlichen Hofe befindlichen Königssohnes und mußte einen jüngeren Bruder zum König erheben. Als auch dieser bald darauf starb, sandten die *Hiung-nu* den andern Königssohn zurück, der bei ihnen als Geisel gelebt hatte. Vergebens suchten nun die Chinesen den neuen König nach China zu locken. *Lou-lan* verharrte bei seiner feindseligen Haltung, und die gegenseitige Erbitterung war so groß, daß wieder chinesische Gesandten aufgelauert wurde, die dabei ums Leben kamen. Da keine Genugtuung geboten wurde und der jüngere Bruder des Königs am kaiserlichen Hofe, wo seit 86 v. Chr. *Chao-ti* 昭帝 herrschte, die feindliche Stimmung noch zu vermehren suchte, erbot sich der kaiserliche Befehlshaber *Fu-kiai-tze* 傅介子, den König durch List aus dem Wege zu räumen. Zu dem Ende reiste *Fu-kiai-tze* nach *Lou-lan*, lockte den König in sein Zelt und ließ ihn ermorden (77 v. Chr.), [eine Tat, die noch in der späteren Lyrik (bei *Li T'ai-peh* u. a.) widerhallt.] Der Bruder
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