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0038 Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 / Page 38 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000227
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südlich vom Südufer des Lop-nor aus nach *Ike-ghaschun* und noch weiter westlich nach
*Baghan-ghaschun*, welches das Südufer des Tarimflusses sei. Man könnte beinah
glauben, der Verfasser hätte erst bei seiner Rückreise in *Tun-huang* erfahren, daß sich
der Tarimfluß oder ein Teil seiner Gewässer nach Süden gewandt habe. Nach Norden
zu wird die Gegend folgendermaßen geschildert (H. 2, S. 25ᵃ, 26ᵇ). Der See habe sich
500 li südöstlich von *Kharaschan*, über 900 li südwestlich von *Turfan* befunden (vor
oder nach 1820). Den Söngaren (Dsungaren, Westmongolen) seien die Lop-Türken
feindlich gegenüber, nicht aber ihren Stammesgenossen von Kaschgar usw. Im
Jahre 1722, als die Chinesen Turfan gegen die Söngaren befestigten, wurden über
1000 Lop-Türken von *Karakul*, *Sataktu* und *Karakhodscho*¹ auf ihre Bitten auf
chinesischem Gebiete angesiedelt; es zeigte sich aber schon im folgenden Jahre, daß
sie zu sehr an das Leben am Wasser gewöhnt waren, und so wurden diese An-
siedelungen wieder aufgegeben. 1736 blieb der Lop-nor bei einer Teilung der
Gebiete zwischen Ost- und Westmongolen bei letzterem, und viele Einwohner ent-
flohen. Von 200000 waren nur etwa 600 geblieben. Als 1759 Herzog *A-kuo-i* den
mongolischen Stamm *Scharas-Maghos* ausrottete, kam er an den Lop-nor und fand
das Land von dichten Wäldern bedeckt. Der Türkenhäuptling *Khaschikha* erschien
und sagte aus, sie wären ihrer über 600, die von Fischfang und Jagd lebten. Vor
40 Jahren (wohl genauer 1722?), als das große (chinesische) Heer Turfan erobert
habe, seien ihnen Atlaszeug und Tee zum Geschenke gemacht worden; nach dem
Rückzuge des Heeres hätten sich die Söngaren ihrer bemächtigt. Neuerdings hätten
sie gehört, daß das große Heer die Söngaren unterworfen habe. Vorvoriges Jahr
hätten sie Störche als Tribut geschickt. Der Lop-nor sei so groß, daß zwei Monate
erforderlich seien, um ihn herumzugehen. Wenn das große Heer sie auszurotten
komme, sei zu befürchten, daß es viele entflohene Räuber geben werde. Später
erfuhr der Herzog, daß die Einwohner wieder zum *Emin-Khodscha* abgefallen seien.
In einem Berichte vom Jahre 1761 werden nur noch zwei Stämme genannt, nämlich
*Karakul* und *Karakhodscho*, letzterer aus fünf Teilen bestehend. Auch dem Beg
von *Karakul* wurden drei andere an die Seite gestellt. Jährlich wurden 100 Flügel
von Gänsen (*ha-shi* = türkisch *gäz*?) und neun Otterfelle (*hai-lun* = mongol. *khali-
ghon*, *khalion*) geliefert. Die Menschen nährten sich nicht von Getreide, sondern von
Fischen. Nach dem *Si-ch'ui-ki-li* („Abriß von Denkwürdigkeiten der Westgrenze")
sollten sich die Bewohner des im See belegenen Eilandes (*shan* „Berg" wird oft so