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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0047 Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1
スヴェン=ヘディン氏が楼蘭で発見した漢文文書およびその他の遺物 : vol.1
Die Chinesischen Handschriften- und sonstigen Kleinfunde Sven Hedins in Lou-lan : vol.1 / 47 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000227
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Und sie ziehen so langsam: gewiß haben sie außer ihren Teppichstoffen wieder viel
von der feinen zerbrechlichen Ware geladen, dem pi-liu-li, das über das ganze
Reich hin so sehr begehrt wird und geschätzt ist wie Edelstein. Das wird den
Frauen recht sein, und dem reichen Chao Chu, dem Bankier (2, 31), sicherlich
nicht minder, denn er ist ja ein besonderer Liebhaber davon. Aber er hat es
dazu — denn die Sächelchen sind auch so teuer wie Edelstein, und die Händler
verdienen viel Geld damit. Doch sie wissen auch zu leben, und ihr eigenes Geld ist
zwar aus Blei (Taf. 3, I, Fig. 1), aber es hat einen guten Klang im Grenzland, ja die dicken
Münzen aus Ta-ts'in (s. Nachträge), womit sie zuweilen bezahlen, nimmt man selbst
drinnen im Reiche noch an. Nun ziehen sie durchs Tor, gerade da auch die andern auf
den Markt einbiegen. Das wird ein Gedränge geben! Und ob es diesmal überhaupt
möglich ist, sie alle in der Herberge unterzubringen? Zumal auch der auswärtige
Beamte, der gestern über die See gekommen ist (2, 2) — dort liegt noch das
Boot des Kün Yun an der Landungsbrücke (2, 10) — zumal auch der hier ab-
gestiegen ist und mehrere Zimmer belegt hat. Richtig: da staut es sich schon vor
der Karavanserei! Kamele quieken, Pferde beißen und stampfen und die Treiber
gestikulieren und schreien: mongolisch, türkisch, tibetisch schwirrt es in Ruf und
Scheltwort durcheinander, dann wieder hörst du die weichen Laute des indischen
Mischidioms, das die lingua franca der Händler im Tarim zu sein scheint; dazwischen
erklingt die lispelnde, behagliche Redeweise von den Ufern des Yang-tze oder der
breitere behagliche Akzent von Shansi, und auch die versammelten Zuschauer
bleiben natürlich nicht stumm (welch ein barbarisches Chinesisch der wackere Kün-
Na-sien da radebrecht!) — es ist ein sinnverwirrender Lärm und Trubel. Aber
dort naht sich der Kaufherr, der immer die indischen Briefe bekommt (1, 36; 2, 121), er
lädt sich mehrere der Khotanesen in sein Gehöfte ein; auch etliche andere, darunter
die Mönche, die mitgekommen, werden von Gastfreunden abgeholt, und nun ebbt
die Flut allmählich ab; einer nach dem andern verschwindet unter dem breiten
Herbergstor, und es ist leidlich Ruhe, bis man die Marktfahne aufhissen wird. —
So treibt sich ein farbenschillerndes Gewühl von Rassen und Nationalitäten in
den engen Mauern um, und zwar durchaus nicht bloß an solchen Karawanentagen.
Denn die ansässige Bevölkerung selber ist gemischt — so mannigfach und heterogen
gemischt, so buntscheckig zusammengesetzt wie ihre Kultur. Schon die alteingewurzelte
Grundstock — die Leute mit so „barbarischen" Namen wie Kün Na-sien oder Sha-ma
(1, 19, 7; 1, 5, 1) — ist gewiß nicht mehr so unverfälscht türkischen Stammes, wie er das
vermutlich ein halb Jahrtausend früher war, vor der Herrschaft der Hunnen, denn die
hat sicherlich auch manch fremdes Reis neben manchem verwandten darauf gepfropft.
Dann sind auf den Wellen des Handels indoskythische (2, 50; 2, 104) und khotanesische
oder selbst indische¹ und wer weiß welch andere Elemente noch herangeschwommen