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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0012 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
シナ・トルキスタンの古代仏教祠堂 : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / 12 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000191
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OCR読み取り結果

Türlaibung: (in Ming-Öi, Qumt. nicht festzustellen), später Schutzgötter,
Lünette über der Tür: Maitreya und Devaputras,
Kappenflächen des Tonnengewölbes: Jātakas und Buddhafiguren mit einzelnen Verehrern vor Bergen
in Reihen,
Darunter ein meist zerstörter Balkon mit Freifiguren und unter dem Balkon bisweilen (Qyzyl) ein
Wasserfries mit mythischen und wirklichen Seetieren,
Zenit der Höhle: Garuda, Sonne und Mond, Windgötter, Pratjekabuddhas usw.,
Seitengänge: Stifterbilder oder Szenen aus der Zeit nach Gautama Buddhas Tod,
Rückwand des Querganges: Parinirvāṇa Buddha's oder Verteilung der Reliquien nach der Verbren-
nung seiner Leiche oder die Verbrennungsszene selbst.
Über die Gemälde der Vorhallen dieser Anlagen, sowie über manche Reste im Inneren der Cella z. B.
die Spuren herabgebrochener Balkone über den Buddhapredigten der Wiederlagsflächen und Kappenflächen
des Tonnengewölbes konnte ich in Ming-Öi beim Qumtura noch nicht ins klare kommen.
Diese Höhlenart kehrt nun mit zahlreichen Varianten in Anordnung der Bilder sowie im Detail der
dargestellten Stoffe in Qyzyl und Kiriš wieder, ja ihre einzelnen Elemente reichen noch, da und dort anders
verwendet, stilistisch modifiziert, bis in die Spätperiode der Ruinen von Turfan und Umgebung hinein. Ich
habe schon an anderer Stelle erwähnt, daß das so häufig verwendete Schema im wesentlichen mit dem Schmuck
eines in Ceylon erbauten Tempels übereinstimmt, welchen der Mahāvansa ¹) beschreibt.
3. Eine dritte Stilart, deren Stifter zweifellos ein ganz anderes Volk sind, führt neue Dekorations-
schemas ein, auch die Religion ist eine andere, zwar ist Buddha, wie es scheint, noch die Hauptkultfigur, da-
neben erscheinen aber Formen des Bodhisattva Avalokiteśvara, ferner Mañjuśri und Samantabhadra und
ein völlig verändertes Pantheon mit chinesischen Inschriften gegenüber den Brāhmī-Inschriften von Stilart 2.
Dabei bleiben übernommene Kompositionen im Stil von Gruppe 2. Am auffallendsten ist dies bei der Dar-
stellung des Parinirvāṇa, welches in Höhle 33 (Nirvāṇahöhle) noch im Stil 2, in Höhle (Kinnari-Höhle), aber
in stark chinesischem Stil, wie alles übrige, was an Gemälden erhalten ist. Ich will schon hier bemerken, daß
dieser Stil am auffallendsten in Sorčuq uns begegnen wird und daß er auch in Idyquṭšähri (Bilder aus dem
Tore des südl. Hofes des sog. Khāns Palastes, vgl. unt.) und sonst vorhanden ist. Über alle Einzelheiten muß
ich auf das unten Folgende verweisen.
In dem Felsentempel, welcher am Ende der Anlagen am Qumtura (Ming-Öi) schließt, finden wir eine
bemerkenswerte Veränderung des Grundplans der einzelnen, nebeneinander liegenden Räume darin, daß, wie
in Typ a der 2. Stilperiode der Pfeiler sehr wenig tief wird und der hinter dem Pfeiler laufende Verbindungs-
gang die Form eines Bogens annimmt. Da die Dekorationsreste in diesem Felstempel denselben Stil zeigen,
wie die Höhlen der Stilart 3 — reichgegliederte Blumenbouketts und aus fast naturalistisch gemalten Blumen
gebildete Ranken —, möchte ich ihn ebenfalls der dritten Stilperiode, die schon einem türkischen Volke ange
hört, zurechnen.
Im Tempel bei der Schleuse (vgl. S. 8) ist das Kultbild ein stehender Buddha, offenbar der Typus
der Buddhastatue des Königs Udayana, gewesen. Es ist möglich, daß die Einführung dieser Statue ursprüng-
lich die Veränderung des Plans der Tempel und Höhlen veranlaßt hat: die geringere Tiefe des Pfeilers und die
bogenförmige Anlage des verbindenden Querganges. Doch genügt das hiesige Material nicht zur Entscheidung
der Frage.