National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0112 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
R. v. Mittelbild ist nur in Feld 1 einiges erhalten. Die vordere Figur ist ein kniender Mönch (Fig. 233)
in roter, grün umgeschlagener Robe mit kurzschäftigen schwarzen Schuhen, von weißer, ockergelb schattierter
Körperfarbe und ockergelbem geschorenen Haar. Vor ihm steht ein grünes Gefäß in Form eines Lotā. Der
Mönch hat mit der L. einen dicken, etwas mehr als armlangen Stock von oben in das Gefäß gesteckt und schlägt
mit einem kleinen schwarzgemalten Hammer auf den Stock, um das Gefäß rund zu klopfen. Wie es scheint,
ergibt sich daraus, daß der abgebildete Mönch die Opfergeräte für unsere Höhle gefertigt und gestiftet hat.
Hinter diesem Mönch war noch ein kniender Maler in demselben Kostüm, wie die Stifterfiguren der anderen
Seite. Von ihm sind nur Reste des Kopfes erhalten.
Gemälde der Bodenflächen des Gewölbes. Die Kappenflächen 1, 4 (Fig. 237, 238) bilden prächtige, im
ganzen wohlerhaltene Landschaftsbilder, bestehend aus aufsteigenden Bergreihen. Im Zenit des Gewölbes,
wo die Köpfe der Figuren in den Gemälden der Kappenflächen sich treffen, sieht man folgende Figuren auf
einem 40 cm breiten Streifen, welcher den Himmel darstellt. Der Reihe nach folgen v. W. 2 nach 3 hin
die Sonne, ein Mönch mit flügelartigen Ansätzen an den Schultern und Füßen, mit dem Rasselstab in d. R.
und Almosenschale in d. L. (Fig. 239), ein Garuda, einen Affen raubend (Fig. 240), Wolken, stark stilisiert mit
vier roten Schlangen (Blitze), aus den Wolken fliegen weiße Flocken, offenbar Schnee; darunter zwei Vögel
(Fig. 241), ein en face stehender Mönch, ebenfalls mit Ansätzen an den Schultern und Füßen, predigend (Fig. 242),
endlich der Mond als Sichel, umgeben von zwölf als runde Scheiben dargestellten Sternen.
Im Bild über der Rückw. (Fig. 237) bildet die Berglandschaft sieben Bergreihen, die sich übereinander
erheben, so daß die überstehenden stets das Tal der unteren Reihe ausfüllen. Diese Berge sind von weißer,
grauer, grüner, brauner und hochroter Farbe und in einzelne Wacken durch Konturen zerlegt. Dazwischen
liegen quadratische und runde Teiche (von oben gesehen), bunte Blumen und prächtig stilisierte Bäume. Man
sieht Bären, Steinböcke, Tiger, und mancherlei Geflügel, wie Kägliqs, Fasanen usw. die Landschaft beleben.
In der Mitte der unteren Bergreihe steht ein Götterpaar, ein junger Gott mit Aureole, gelehnt an die L. Schulter
einer Göttin, welche die Bügelharfe spielt. Das Gesicht dieser reizvollen Figur ist zerstört. Unmittelbar über
diesem Liebespaar sehen wir einen Mönch mit Rasselstab von oben herabfliegen, er bewegt sich in der Höhe
der sechsten Bergreihe. In der vierten Bergreihe hinter dem Götterpaar sitzt R. von der Göttin ein buddhi-
stischer Mönch, L. von dem Gott ein Brāhmaṇaasket in Meditation. In der untersten Bergreihe sieht man
R. von der Göttin einen Jüngling mit Pfeil und Bogen, der nach einem Bären zielt und L. von dem Gott einen
meditierenden buddhistischen Mönch.
In der dritten Bergreihe steht über dem Bogenschützen ein Devaputra in meditativer Haltung und
über dem zuletzt beschriebenen Mönch ein Devaputra, der eine Laute schlägt.
Ähnlich ist die gegenüberst. Gewölbew. bemalt (Fig. 238). Die Mittelgruppe ist dort ein kniender Bogen-
schütze, der auf einen weißen Elefanten anlegt. Über ihm steht in der Berglandschaft ein Devaputra die Vīṇā
spielend, R. vom Bogenschützen in der untersten Bergreihe ein meditierender, alter buddhistischer Mönch,
L. vom Elefanten ein fliegender Mönch, der auf einen Baum zuschwebt, in welchem man ein Vogelnest mit
jungen Vögeln sieht. Über dem Mönch sieht man in der vierten Bergreihe einen Devaputra mit einem kleinen
Blumenteller, der dem Meditierenden sich nähert. Über dem fliegenden Mönch und der Vogelnestgruppe be-
findet sich ein braun gemalter, weißhaariger und -bärtiger Brāhmaṇaasket in Meditation. Diese Seite des Ge-
wölbes ist weniger für den ersten Anblick berechnet, wie die oben beschriebene der Rückw., auf welche das
Auge des in die Höhle Eintretenden unmittelbar fallen mußte, aber sie ist fast reicher belebt als diese. Zwischen
dem musizierenden Devaputra des Mittelgrundes und dem mit der Blumenvase fliegt ein großer grauer Raub-
vogel ebenso dargestellt, wie der Garuda im Zenit des Gewölbes. Vor dem meditierenden Mönch sitzt ein
Pfau und über den weißen Elefanten fliegen zwei bunte Fasanen.
Borte unter diesen Bildern. Unmittelbar unter diesen Bildern (Fig. 237 b, 238 b) läuft ein 37 cm hoher Streifen
hin, welcher eine Reihe interessanter Figuren enthält. Der Umstand, daß sie auf hellgrünem Fond gemalt sind,
zeigt, daß der Streifen Wasser darstellen soll; auch die Figuren sind Wassergeschöpfe oder Wesen, die als im
Wasser stehend aufgefaßt sind. Von den großen darüber stehenden Bildern ist dieser Streifen durch eine schraf-
fierte dunkelgrüne Borte getrennt, genau von derselben Form wie die Umrahmungen der runden und eckigen
Seen, der großen Bilder in den Gewölbekappen darüber. Die Figuren sind im wesentlichen dieselben auf der
Türw. wie auf der Rückw., doch finden sich kleine Unterschiede.
Auf der Rückw. folgen von L. nach R. (vom Beschauer aus) die nachstehenden Figuren:
1. Ein geflügeltes Seepferd nach der Ecke gewendet. — 2. Ein nach der and. Seite schwimmender, rot-
brauner Fisch mit nach rückw. blickendem Menschenkopf, daneben eine Schnecke und eine Lotusknospe. —
3. Ein weißes vierfüßiges Tier mit zwei Höckern, eine Art Seekamel, leider ist der Kopf etwas zerstört. Nach
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