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0211 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 211 (Grayscale High Resolution Image)

Captions

[Figure] Fig. 460. Original 1.10 m height.Orig. 1,10 m hoch.
[Figure] Fig. 462. Cave 9.Höhle 9.

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doi: 10.20676/00000191
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Das Gewölbe war mit Rankenbäumen bemalt, welche aus
stark wogendem Wasser aufsteigen. Die Ranken bildeten runde
Felder, doch ist die ganze Dekoration sehr zerstört. Vgl. Höhle 8.
Die Bilder in den Seitengängen neben der Buddhafigur sind
zerstört.

Der Gang hinter der Buddhafigur. Die Rückw. nahm ein
40 cm hoher Sockel ein, auf dem ein kolossaler Parimirāṇabuddha,
von dem noch Reste erhalten sind, lag. An den Seiten des hint. Ganges
sind zwei niedrigere (20 cm hohe) Bänkchen angebracht, auf denen
Figuren, welche zum Parinirvāṇa gehörten, gestanden hatten. Zu
Häupten der Buddhafigur sind vier Paar Füße von Göttern, zu ihren
Füßen ein paar männliche Füße und der Rand eines Müllkleides, wie bei
den schönen Figuren der »Statuenhöhle« zu Qyzyl, erhalten. In den
Ecken des hint. Ganges war noch je ein stehender Buddha vorhanden:
die Füße und der Lotus, auf welchem sie standen, ist noch da
(Fig. 457). Dem Parinirvāṇa gegenüber war, wie aus den spärlichen
Resten ersichtlich ist, die Verteilung der Reliquien durch Droṇa dar-
gestellt, vgl. z. Sache die in d. Bez. besser erhaltene Höhle 9.
Das Gewölbe war mit den aus Qyzyl bekannten Bergmustern
und Blumenornamenten bemalt.

Höhle 8. Höhle der Nāgas ¹). Bei dieser in mancher Beziehung
eigenartigen Höhle (Fig. 458) ist noch ein Teil des alten aus Ziegeln
aufgeführten alten Vorbaues erhalten. Sowohl an der Türw. der
eigentl. Höhle, wie an den Seitenw. dieses Vorbaues sind Bänke,
welche etwa 55 cm hoch sind und auf welchen Figuren gestanden
haben. Reste davon sah man auf der besser erhaltenen Bank R. Bei
B, also als Wächter des Eingangs, müssen zwei Schutzgötter gestanden
haben. Denn bei 1 ist ein großer Lotus erhalten, auf welchem eine
Kolossalfigur gewesen ist, deren Füße noch auf dem Lotus stehen. Da-
neben bei 2 liegt die lebensgroße Figur eines Teufels auf dem Rücken.
Seine vierklauige R. legt er auf den Bauch. Auf ihm stand eine Ko-
lossalfigur, offenbar eines Dämonenfürsten; denn die beschuhten Füße
sitzen noch auf dem Teufel. Diese Schuhe waren sicher als Panzer-
schuhe bemalt, doch ist die Bemalung erloschen, vgl. ob. S. 8.

Etwa in der Mitte der Seitenw. bei A 3 war ein sitzender Koloß
mit gekreuzten Beinen, welche erhalten sind. Sie haben schöne
Fußketten und stehen auf einem kleinen Lotus. Vermutlich war
es eine Bodhisattvafigur. In der Ecke daneben bei 4 stand noch
eine kleinere Figur, welche aber zerstört ist. Sichtbar sind noch
Strohgebinde in der Wand. Die andere Seite des Vorbaues ist viel
stärker zerstört. Sie hat natürlich, was die Figuren betrifft, das Ge-
genstück gebildet.

Die Höhle hat dieselben Räume wie die ob. erwähnten. Neu
und ungewöhnlich aber ist, daß vor dem Pfeiler der Rückw., vor der
sicher ein Kultbild gestanden hat, obwohl keine Spur mehr vorhanden
ist, sich ein großes Postament mit vortretenden Anten befindet
(Fig. 459 a b). Auf diesem Postament waren noch drei Stützpfähle vor-
handen für Figuren, welche darauf gestanden hatten, ein vermißter,
vierter Stützpfahl, welcher mit der auf der vorderen Ante stehenden
Figur symmetrisch gewesen wäre, konnte im weißen »Plaster« des
Postaments nicht ausfindig gemacht werden. Auf der Raumfläche des Postaments zwischen den Anten waren ui-
ghurische Besucherinschriften, welche ausgesägt wurden. Beim Ausräumen der Höhle wurde eine »Clayfigur«