National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0262 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
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| [Figure] |
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Citation Information
OCR Text
oberen Teile dieser Verlängerungen der Seitenww. bis zur Hälfte herab völlig demoliert sind, wobei aber
noch deutlich ist, daß große Balken hier in die Wände eingesetzt waren, ferner, daß auch der obere Teil des
Vorbaus (c', C') hinter dem Kultbild mit diesem völlig herabgerissen sind, beweist, daß diese Partie vor
dem Berge ein besonderes, auf großen Balken liegendes Dach wahrscheinlich mit einem auffallend hohen
hölzernen Aufbau gehabt hat. Das Bedürfnis von Brennholz, das die spätere Bevölkerung dazu brachte, alle
Säulen und Balkone, alle Türen und Vordächer ins Feuer wandern zu lassen, hat auch hier die Demolierung
verschuldet.
Ausstattung und Bemalung der Rückwand D und der Seitenwände b B. Rückw. D. Vor der Rückw.
ist noch ein Rest des halbkreisförmigen Sockels erhalten, auf welchem die Kultfigur, nach allen Indizien ein
sitzender, predigender Buddha, gesessen hat. Reste davon fanden sich im Schutt. Was von Gemälden auf
d. Rückw. selbst erhalten ist, ist zwar wenig, aber immer noch genug, um zu bestimmen, daß die Predigt von
Benares, im Gazellenparke, der Stoff der Darstellung war. Denn unmittelbar über dem Sockel, also neben
der R. Seite der zerstörten Buddhafigur, sind zwei kniende Gazellen auf der Rückw. erhalten. Merkwürdig ist,
daß nur die vorne kniende ein normales Geweih hat, während die dahinter kniende ein seltsames Gebilde
aufhat, das man nur als stilisierte Abnormität betrachten kann, wenn man nicht vorzieht, darin eine ausge-
zackte Tuchkappe zu erkennen, welche dem als besonders zahm gedachten Tier aufgesetzt ist (Fig. 533 a).
Daneben sind vier große stilisierte Flammenzungen, je zwei auf jeder Seite, abgebildet, welche der Hinter-
grund für vier »Clay«-Figuren von heiligen Mönchen waren, die ursprünglich neben dem Buddha saßen,
aber zerstört sind. Interessant ist, daß jede dieser Flammenzungen, welche aus roten, grünen und hell-
gelben Streifen und Mustern kombiniert sind, ganz verschieden gebildet sind. Es ist unmöglich, sie alle
genau zu beschreiben, und so möchte ich nur unter Konstatierung dieser Differenzen, die von einfachen
Streifen bis zu einem komplizierten Muster aufsteigen, die Vermutung wagen, die verschiedenen Muster
könnten die vier Stufen des »Pfades« zum Nirvāṇa: srotāpatti, sakṛidāgāmin, anāgamin und ārya sein
(Fig. 533 b, c). Über diesen Flammenzungen sieht man noch Reste von Darstellungen von Göttern an
der Wand.
Seitenw. b. Der ob. Teil dieses figurenreichen und schön ausgeführten, übrigens stark chinesisch be-
einflußten Bildes ist durch den Einsturz des Gewölbes zerstört worden. Die untere Hälfte ist leidlich erhalten.
e e A größer, predigender Buddha, sitzend auf einem prachtvollen Lotus, der auf einem
e C d d B hohen, wundervoll bemalten Throne sitzt, B C zwei etwas kleine sitzende Bodhisattvas auf
e A hohen Thronen, dd Kopf- und Brustpartie von zwei Mönchen, etwas kleiner, als die vorigen
h ff ff g Figuren, e e e e Köpfe von Bodhisattvas, ebenso groß. f acht stehende Göttinnen, je vier
f f f f auf jeder Seite. Alle diese Figuren mit Ausnahme der Mönche haben Aureole. Bei g stehen
zwölf noch kleinere Figuren, die Repräsentanten der zyklischen Tiere des Kalenders. Alle hatten einst auf
einem kleinen Blättchen ihre uighurischen Namen vor sich. Diese Blättchen sind z. T. jetzt zerstört.
h Eine Gruppe von Göttern und Göttinnen in noch kleineren Figuren, darunter Hayagrīva. Von f
an stehen alle Figuren auf bunten Glückswolken, sind also als von beiden Seiten heranschwebend ge-
dacht (Fig. 534.)
Unter dem Bilde sind (als Sockeldekoration) zwei Reihen ganz kleiner Bildchen mit legendenhaften
Darstellungen, deren Einzelheiten ich an Ort und Stelle nicht zu beschreiben vermochte. Die ganze Serie
ist jetzt im Museum.
Seitenw. B.
zerstört
h h A prachtvolle Miniaturkapelle, welche die Mitte des Bildes bildet. Davor kniet
D A E bei B ein großer alter Mönch im Flickenmantel, die Hände in Añjali-Position. Bei F und
i F C B G j G zwei hochliegende Kapellen, in deren Halle je ein predigender Buddha, umgeben von
f g Mönchen und Göttern, sitzt. Bei f g sitzt, jedesmal der Kapelle zugewendet, derselbe
Mönch, der in B als Greis dargestellt ist, in jüngerem Alter — mit schwarzem Haar und
Bart — offenbar der Stifter. Bei C D E sind große, gepanzerte Götter abgebildet, D (mit Schwert) und E
stehend und nach ob. blickend, C in derselben Position, wie der Alte B ihm gegenüber kniend, vermutlich
der Yi-dam des Heiligen. Bei h h noch Köpfe von Göttinnen. Der obere Teil des schönen Bildes ist zerstört,
Fig. 535. R. u. L. von diesem Mittelbilde sind Streifen mit Darstellungen in kleinen Figuren, welche die geist-
lichen Exerzitien, Visionen und andere Szenen aus dem Leben des Stifters enthalten. Diese Platten sind im Museum.
Unter dem Bilde läuft noch ein merkwürdiger Bilderstreifen als Sockeldekoration hin. Unter G sitzt
eine Figur, welche man Bodhisattva oder Personifikation des Dharma nennen kann. Diese Figur verteilt
an Elende aller Art, welche auf sie zuschreiten — Krüppel, Lahme, Blinde, — Edelsteine.
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