National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0309 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
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Höhle 2. Der Plafond dieser Höhle ist wie in Höhle 1 eine Kuppel, an der höchsten Stelle 2,50 m hoch.
Gemälde. Wenig erhalten. Auf Türw. L. sieht man zwei Reihen von Adoranten (»Stiftern«). Der ob.
Streifen zeigt die Fußpartien von zwei knienden Mönchen und darunter vier Frauen; ebenso Türw. R.: in
der ob. Reihe vier kniende Mönche und eine Frau, während die unt. Reihe jetzt zerstört ist, aber sicher eben-
falls Adoranten enthielt. Die Gemälde d. Seitenw. sind zerstört, Seitenw. L. trat im Mittelfeld stark zurück.
Auf d. Rückw. ist da, wo die gerade Wand in die gedrückte Kuppel übergeht, eine Reihe sitzender, meditierender
Buddhas erhalten: jeder ist 45 cm hoch und hat Flammen hinter den Schultern und Armen. Wahrscheinlich
war die ganze Höhle so bemalt.
Besonders schön war die Bemalung der Decke (gedrückte Kuppel). In der Mitte ist eine Lotusblume
gemalt. Auf dem Fruchtboden dieser Lotusblume (ohne die Blumenblätter Durchm. 60 cm) ist der aus-
reitende Bodhisattva gemalt (Fig. 615). Sein Pferd ist nicht im Laufe dargestellt und wird auch nicht von
Yakṣas getragen, sondern steht ruhig, während die Bodhisattva die R. vor vier Jünglingen erhebt, welche,
nur mit Lendentüchern bekleidet, vor ihm knien. Alle vier sind unbärtig, haben schlichtes, schwarzes Haar
und über dem Scheitel eine rote Scheibe oder Blume. Diese Darstellung ist ungewöhnlich.
Die Lotusblume in der Mitte ist umgeben von vier prachtvollen herzförmigen Blättern, deren Spitzen
nach den Ecken orientiert sind, davon ist die nach der Tür zu gewendete Seite (zwei Blätter) alt restauriert
und durch weiße Tünche ergänzt, während auf der nach d. Rückw. gewendeten Seite noch die alte Dekoration
erhalten ist. Inmitten der Rankenornamente, welche die Konturen der herzförmigen Blätter bilden, sitzt,
auf den umgebogenen Teilen des Randes mit dem Kopfe gegen die Mitte orientiert, je ein meditierender Bodhi-
sattva. Den Rand des Plafonds schließen nach unt. die bekannten Zacken- und Festonmuster ab.
Höhle 3. Diese Höhle hat die so oft erwähnte Form: Cella mit querliegendem Gewölbe, als Rückw.
ein quadratischer Pfeiler mit gewölbtem Umgang ¹).
Gemälde der Höhle. Cella. Über der bogenförmigen Tür ist in der Mitte ein 90cm hohes, merkwürdiges
Bild, es enthält in folgendem Schema die beistehenden Figuren und Gruppen:
10 10 10 10
9₁ 9₅ 9₆ 6 5 4 4 1 4 4 5 6 6 9₁ 9₂ 9₃
8 8 8 8 8 7 7 2 3 7 7 8 8 8 8 8
1 Kṣitigarbha oder Amoghapāśa, in groß. Fig., sitzend dargestellt als Buddha mit Kakkhara und Pātra. 2 Ein
Lampenbaum (Fig. 616, S. 304), mit brennenden Lampen bestellt, bis auf das untere Querbrett. Der Lampenbaum besteht
aus einem Holzgerüst, welches in einem großen Kübel wie in einem Blumentopf aufgestellt ist, die Spitze des Baumes
scheint nicht erhalten zu sein. Auf einer Seite steigt ein Mädchen, eine brennende Lampe tragend, eine Leiter hinan,
welche an den Lampenbaum angelehnt ist. Das Kostüm des Mädchens ist im wesentlichen dasselbe, welches heute noch die
Turkimädchen tragen. Interessant ist, daß die Leiter — wie die modernen türkischen Leitern — oben einen bügelförmigen
Griff in der Richtung der Sprossen hat. Auf der anderen Seite steht unter dem Lampenbaume eine Frau, deren Kopf-
putz zerstört ist. Sie hält mit d. R. eine brennende Lampe hoch, welche das Kind noch in Empfang nehmen soll, und
in d. L. einen Bündel Dochte. Im Hintergrund steht eine Schale mit drei Füßen, welche offenbar Fett (Hammeltalg)
in d. L. einen Bündel Dochte. Im Hintergrund steht eine Schale mit drei Füßen, welche offenbar Fett (Hammeltalg)
für die Lampen enthält. Im Fett steckt ein Löffel ²). Der Fond des Bildes ist dunkelfarb mit aufgemalten Blumen und
Blättchen als Raumfüllern. 3 Auf der anderen Seite sieht man ein aufgestelltes Banner (Fig. 617, S. 304), das aus dem
Rachen eines Tieres an der gekrümmten Spitze der Stange herabhängt. Neben dem Banner, welches in einem halb zerstörten
und undeutlichen Rahmen steht, hocken zwei Männer, ein halb zerstörter bärtiger, welcher Vögel (Tauben) freiläßt,
drei losgelassene Tauben fliegen schon um die Bannerstange; ein jüngerer Mann sitzt daneben; er scheint den Deckel
eines Käfigkorbes zu öffnen und hält mit der R. eine herausgeholte Taube dem älteren Manne hin. Bekleidet ist dieser
jüngere Mann mit einem weißen Rock, dessen Muster schwarze Doppeladler sind. Die Kopfhaare scheinen in die Höhe
gekämmt zu sein, um diesen hohen Haarbusch trägt er ein gerolltes, weißes Tuch. Die übrigen Figuren bilden die Pari-
vāra des Kṣitigarbha. Bei 4 4, 4 4 auf beiden Seiten je zwei sitzende betende Bhikṣus. Bei 5, 5 je eine betende Devatā
mit großen Aureolen. Bei 6 6, 6 6 auf beiden Seiten je zwei sitzende betende Bhikṣus. Bei 7 7, 7 7 je zwei sitzende, betende
Bodhisattvas; nur der zweite zur L. des Kṣitigarbha hält in der L. einen Lotus, während er d. R. hoch hält. Bei 8 8 8
usw. auf jeder Seite je sechs sitzende, gepanzerte Gottheiten, alle tragen den Kopfputz der Bodhisattvas. Bei 9 9 9,
9 9 9 auf jeder Seite je drei sitzende, betende Götter (Fig. 618); 9₁ mit großem, nach den Seiten zu weit ausreichenden,
mit Spitzen versehenen Hut, der oben und an den Seitenspitzen mit schwarzen Quasten besetzt ist; 9₂ hat einen schuppigen
persischen Helm mit kleinen Seitenflügeln, 9₃ einen ähnlichen Helm in Form einer hohen Mütze mit Knopf an der Spitze
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