国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0036 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| シナ・トルキスタンの古代仏教祠堂 : vol.1 |
キャプション
| [Figure] Fig. 60. |
ボディサットヴァ(Bodhisattva:菩薩)頭部、 側廊左2。Kopf des Bodhisattva Seiteng. L. 2.
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引用情報
OCR読み取り結果
kisierendem Brustpanzer, welcher an ältere Bilder, vgl. Höhle 19, erinnert, eine große Keule schwingend. Über
seinem Gesicht erscheint ein zweites, so daß über der Nase eine zweite Nase steht und die Brauen des unteren
Gesichts den Schnurrbart des oberen bilden. Noch weiter oben ist ein Schlangenköpfiger zu sehen, auf dessen
Scheitel wohl eine Eule saß. Er schwingt mit der L. eine sehr fein ausgeführte Steinkeule, die an melanesische
Formen erinnert. Bei dieser Gelegenheit möchte ich nicht vergessen, darauf hinzuweisen, daß in den Dämon-
bildern der buddhistischen Archäologie Reminiszenzen an Aboriginer der indischen Kulturwelt in ihrer wei-
testen Ausdehnung vorkommen und treu bewahrt werden. Unter dem Arm dieser Figur sieht man den Kopf
eines anderen Dämons, wohl ursprünglich mit drei Gesichtern gedacht. Auf der Stirne glotzen noch zwei runde
Augen. Ganz oben sieht man eine Figur einer Frau, vielleicht ist eine von Māras Töchtern gemeint. Die
zweite Reihe auf der anstoßenden Seitenw. ist auf dieser Seite zerstört. R. v. d. Nische kniet im Vordergr.
ein Dämon — jetzt ohne Kopf — mit richtig gefällter Lanze, vor ihm ist ein knieender Bogenschütz abgebildet.
Er hat einen Bauchpanzer mit großem grinsenden Gesicht, dessen Bart die gefalteten Panzermaschenetten
bilden, über der Stirn trägt er einen Totenkopf. Im Mittelgrunde folgen drei Figuren, voraus einer mit lä-
diertem Kopf, neben dem sechs Schlangen hervorsehen, und einer Fratze auf dem Bauche, dann ein zweiter
mit einem dreifachen Kopfe, über dem ein viertes Gesicht auftaucht, wieder so, daß die Brauen des (mittleren)
unteren Gesichts den Schnurrbart des oberen bilden. Er schleudert mit erhobenen Armen eine Maschine,
auf welcher vier rotgemalte Brandgeschosse liegen. Hinter ihm folgt ein dreiäugiger Teufel, welcher eine
Schlange aus dem Maule zieht, er trägt eine Pauke auf dem Rücken. Zu ihm gehört die unterste Figur eines
trommelnden, gehörnten, dreiäugigen Teufels auf dem Gewölbe der anstoßenden Seitenw. Über den letzt-
genannten drei Figuren folgt noch ein Bogenschütze und ein Dreiäugiger mit Holz- oder Steinkeule und einer
Kappe aus der Kopfhaut eines Teufels. Hinter ihnen auf dem Gewölbe der Seitenw. noch ein Gepanzerter
mit bärtigem Hundskopf und darunter ein Dämon mit Hauern, dem eine Glocke an der Brust hängt, einen
Felsblock schleudernd.
Gemälde im Gange um den Pfeiler C'C. Gewölbe. Die Decke des Ganges zeigt schöne Blumenmuster: Lotus-
scheiben und Glückswolken mit prachtvollen Borten an der Stelle, wo das Gewölbe in die gerade W. übergeht.
Über den Borten läuft ein Streifen von sitzenden Buddhas entlang, wie erwähnt, die Fortsetzung der
stausend Buddhas im Gewölbe der Cella. Proben davon sind ins Museum gelangt. Die Wand hi. d. Pfeiler
(Schmalw.) im hinteren Gange des Pfeilers nahm ein großes Parinirvāṇabild ein, das schon seit 1903 sich im
Berliner Museum befindet. Dieses schöne Bild (1,90 m breit, 1 m hoch) ist noch völlig in der älteren Stilart
dargestellt. Erhalten ist noch die langgestreckte Figur Buddhas, dessen Aureole und Vesica schon die Blumen-
ornamentik des jüngeren Stils zeigen. Vor Buddha fünf Götter und Göttinnen in Añjali-Position unter den
Sāla-Bäumen. Die Figuren, welche etwa zu Buddhas Häupten standen, sind zerstört.
Die beiden inn. Wände der Seitengänge sind mit Bodhisattvabildern geschmückt, und zwar enthält
W. L. v. Pfeiler (x) den Bodhisattva Mañjughosa, auf einem großen Löwen reitend, mit den gewöhnlichen Attri-
buten, umgeben von zahlreichem Parivāra, R. (xx) den Samantabhadra, auf einem Elefanten reitend, ebenfalls
inmitten eines zahlreichen Gefolges. Die sehr lebendig und korrekt gezeichneten Gruppen tragen den Charakter
der besten altjapanischen Typen.
Auf der Langw. dem Mañjughosa gegenüber sind drei große
Figuren stehend dargestellt. Sie zeichnen sich durch korrekte Zeich-
nung und feine Farbengebung aus, im Stil gleichen diese großen Fi-
guren dem Mañjughosa und Samantabhadra. Unmittelbar an der mit
einer schönen Blumenborte geschmückten Tür steht Kṣitigarbha
oder, wenn man ihn, was vielleicht hier richtig ist, als Nebenform
Avalokiteśvaras annimmt, Amoghapāsa mit dem Rasselstab (1). In
der Mitte steht ein Bodhisattva, vielleicht eine Form des Padmapāṇi (2)
mit einer Räucherlampe Fig. 60, es folgt eine Gruppe Buddha Dīpan-
kara mit dem Bodhisattva (3).
Auf der Rückw. (hint. G.) sind folgende fünf Figuren abgebildet:
ein Bodhisattva mit Cintāmaṇi (4), ein Buddha en face (5), ein sechs-
armiger Padmapāṇi mit vielen Köpfen, die oberen Hände halten
Sonne und Mond (6), noch ein Buddha en face (7) und ein Bodhi-
sattva mit einem Lotus in der L. (8). Auf der Gangw. gegenüber
dem Samantabhadra ein Buddha (9), ein Bodhisattva (10) und
noch ein Buddha (11). Sämtliche elf Figuren hatten auf besonderen
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