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0145 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
シナ・トルキスタンの古代仏教祠堂 : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / 145 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000191
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deren Spuren wir in den auf d. Seitenww. unter der jetzigen Bemalung hervorlugenden, alten Bilderresten beob-
achten konnten.

Der Teil d. gegenüberlieg. Seitenw. 1, welcher seines Bilderschmucks beraubt ist, hat ein ganz seltsames
System von Nischen und Löchern (Fig. 290c). In der Mitte lag ein Halbbogen, unter dem die Wand zurücktrat
mit drei Löchern in dem überkragenden Teil (3), darunter (2) folgen 2,34 m hoch vom Boden zwei Nischen
etwa 40 : 40 cm und zwei Balkenlöcher, darunter eine Reihe Löcher in der Höhe von 1,90 m vom Boden (1)
18 cm hoch, 14 cm breit und darunter noch 80 cm vom Boden eine größere Nische und eine kleinere (wie die
sub 2), über welcher 58 cm höher noch zwei riegelartige Nischen (25 cm hoch, 34 cm br.) erhalten sind. Da
die gegenüberlieg. Wand nur zehn Balkenlöcher in der Höhe von 1 zeigt, drei größere in der Höhe von 2 und den
Bogen 3 mit den nach unten liegenden Öffnungen, so dürften diese Anlagen wohl der letzten Ausstattung ange-
hört und zur Befestigung von Balkonen und reichem Figurenschmuck gedient haben. Vielleicht war aber auch
eine ältere Einrichtung einer neuen Montierung adaptiert.

Die Ausschmückung d. Rückww. mit der Kultfigur ist völlig verloren, was um so mehr zu bedauern ist,
als alle Anzeichen darauf hinweisen, daß die sehr sorgfältig und reich ausgestattete Höhle hier etwas Unge-
wöhnliches geboten hat. Aus den zahllosen, wild zerstörten und zermalmten Trümmern von Figuren, welche
bei der Ausräumung zum Vorschein kamen, ließ sich eben nur feststellen, daß der Figurenschmuck sehr reich
gewesen sein muß. Die Nischenww. ist 2,05 m breit, die Nische selbst 1,70 m, 55 cm hoch vom Boden, 2,00 m
hoch, 75 cm tief.

Gewölbe der Cella. Beide Hälften des Gewölbes waren in der oft beschriebenen Weise mit stilisierten
Bergreihen bemalt mit den Darstellungen der Aufopferungen der Bodhisattvas usw. Im Zenit waren, vom Kult-
bild aus nach vorn gezählt, noch die folgenden Figuren erhalten, welche mit den Gesichtern nach der Eingangs-
tür orientiert waren, mindestens ebenso viele Figuren (über 7 hinaus) sind mit dem Ruin des vorderen Teiles
des Gewölbes zugrunde gegangen: 7 6 5 4 3 2 1.

1 ein schwebender Mönch, 2 leere Vesica mit leerer Aureole, 3 schwebende Gottheit, welche in der R. eine
dunkle Scheibe hält, auf welcher ein sechsstrahliges Flammenrad erscheint, Fig. 302, 4 meditierender Mönch, der in einer
Laubhütte sitzt, 5 Mönch im Monde sitzend von vier Gänsen getragen, 6 Mönch meditierend auf vier Elefanten sitzend,
7 Mönch meditierend, umgeben von einem Kranz von Schlangen. Der Bilderstreifen enthält eine Variante der Legende
von der Sumāgadhā, vgl. unt. Māyāh. 2. Anl. Fig. 382.

Seitengänge neben der Nische der Kultfigur (2, II). Die Seitengänge waren außerordentlich schön aus-
gestattet und reich bemalt. Wie erwähnt, hatten beide Gänge 2, II nach beiden Seiten volle Türen mit schönen,
hufeisenförmigen Bogen darüber. Vor den Türen waren nach der Cella zu Pfeilerchen aus Holz vorgesetzt,
welche auf kugelförmigen Sockeln ruhten. Ein einziger solcher kugelförmiger kleiner Pfeilerfu ß (blau bemalt)
ist noch erhalten auf d. Langw. v. Seiteng. II.

Bemalung von Seitengang 2. In der Türlaibung (vord. Tür) sind Medaillons gemalt mit Köpfen von
Göttern und Dämonen, beiderseits mit bunten Ornamentstreifen begrenzt (Fig. 304), im hint. Bogen fast gotische
Drachen (»Basilisken«) mit den selben Borduren (Fig. 305, 306, 307). Alle diese Drachenfiguren sind ins Museum
gelangt. Das Ornament auf der Innenw. des Türpfeilers ist an der vord. Tür zerstört, in der hint. erhalten.

Die inneren Lunetten des Ganges sind mit einer girlandenhaltenden Gottheit bemalt, deren Ableitung
aus verwandten Figuren der Gandhāra-Schule offenkundig ist (Fig. 303).

Gewölbe von Seitengang 2. Im Zenit des kleinen Gewölbes (hoch 1,85 m) sind drei schwebende Buddhas
abgebildet. Darunter sind nach beiden Seiten die Gewölbehälften mit Darstellungen von Bodhisattva-Aufopfe-
rungen ausgemalt, welche in diesem Gang sehr zerstört sind. Ein buntbemalter Rundstab und ein Ornament-
streifen bildet den Übergang zu den Wänden des Ganges (Fig. 310, A, B, C, D).

Seitenww. des Seitenganges 2. Sie sind in zwei Streifen geteilt. Der unt. Streifen enthält auf beiden
Wänden Stifterbilder und zwar auf Pfeilerw. fünf Mönche. Rest zerstört. Auf Langw. sieht man einen Mönch
und hinter ihm sechs Damen, drei mit Brāhmīinschriften. Diese Tafeln sind ins Museum gelangt. Der ob. Streifen
enthält je ein Bild, welches die volle Wandbreite und 86 cm Höhe hat, jedes stellt eine Szene aus dem Leben
Buddhas dar, und zwar auf der Außenseite Māras Angriff auf Buddha (Fig. 311—315). Dieses ursprünglich sehr
schöne Bild auf dunklem, mit bunten Blümchen ausgefüllten Grund ist leider sehr zerkratzt. Ich habe mir aber
alle Mühe gegeben, die erhaltenen Figuren möglichst zu erkennen. Daraus ergibt sich das folgende Schema:
6 9 8 7 1 Gautama Buddha thronend, 2 die Göttin der Erde unter Buddha, sehr zerkratzt, 3, 4 große
10 1 Dämonenfürsten, ebenfalls zerkratzt, 5 ein zu Boden Gestürzter, welcher von einem anderen aufge-
4 3 hoben wird, offenbar der überwundene Māra, 6 eine Trommelgruppe: ein elefantenköpfiger Teufel
5 2 trägt eine Trommel an einem Strick auf seinem Rücken, auf welche ein anderer Teufel mit Schlägeln