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0207 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
シナ・トルキスタンの古代仏教祠堂 : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / 207 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000191
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OCR読み取り結果

In der Höhe von 1,80 m über d. Seitenw. zeigt sich eine 15 cm hohe Rille für Balkonbalken, 1,80 m
höher eine zweite. Auch die Türw. hatte eine solche Einrichtung, doch sind die Maße nicht mehr feststellbar.
Aus den im Schutt gefundenen Figurentrümmern sowie aus anderen Anzeichen (Abdrücken auf der Wand
selbst) geht hervor, daß die Mitte der Balkone (und zwar der unt.) je eine Buddhafigur einnahm, umgeben von
Gottheiten, und daß die ob. Reihe für blumenwerfende Devatās eingerichtet war. Weitere Beweise dafür be-
stehen darin, daß an den W. noch größere oder kleinere Bündel von Rohr mit Holznägeln festgesteckt sind,
über welche die Figuren modelliert waren, deren Trümmer nun den Schutt der Höhle bilden. Vgl. zur Sache
auch Höhle 7 unten.

Die Kultfigur der Höhle war ein kolossaler, stehender Buddha vom Typus des Udayanabuddha, auf einem
Halblotus von 1,30 m Durchmesser vor der Mitte der Rückw. Unmittelbar daneben gingen die Seitengänge
ins Innere. Der noch erhaltene abgeschlagene Kopf der Buddhafigur mißt 86 cm. Die große Vesica, welche
die Figur umgab, war am Rand mit zahlreichen Täfelchen verziert. In jedem war ein meditierender Buddha
in Flachrelief und bunt bemalt dargestellt. Das Gewölbe der Höhle war über der Buddhastatue höher (6,77 m)
als unmittelbar hinter dem Eingang (6,20 m).

Gemälde der Höhle. R. und L. waren Stifterbilder, doch ist der Schmuck dieser Wand zerstört bis auf
die unteren Streifen. Es war je ein Streifen mit größeren Figuren, darunter ein zweiter mit kleineren. Auf
W. L. ist noch von einer größeren Figur eine weiße, bunt gemusterte Gewandpartie erhalten, darunter die Brust-
teile von zwei Frauen und von einem jungen Mann, welcher eine langstieliche Blume hielt. Die Frauen hatten
breit ausgeschlagene, gelb bemalte und gemusterte (goldgestickte) Kragen.

Gemälde der Seitenwände. Mit Ausnahme von 1 ist auf der Seitenw. R. alles zerstört, L. waren sicher
drei Buddhapredigten.

1. Der obere Teil des Bildes ist zerstört. Vielleicht war eine thronende Buddhafigur das Mittelstück. Unter dem
Rest eines Thrones für den Buddha sieht man in kleinen Figuren die Schur eines eben eingekleideten Mönches durch
einen Mönch in mattgelber Robe (Fig. 450); hinter dem Novizen kniet ein Knabe in indischer Tracht mit einem Teller
in beiden Händen, auf dem wohl das Mönchsgewand und das Scheermesser überbracht wurden. Etwas weiter vorn sieht
hinter dem Novizen eine klagende verhüllte Frau. Im Vordergr. saßen Mönche, die Hände in Añjaliposition. Alle Mönche
tragen rote und gelbe Roben. — Wahrscheinlich die Einkleidung von Gautamas Sohn Rāhula.

1'. Dies stellte zweifellos eine Buddhapredigt vor, doch war die Buddhafigur, als die Höhle geräumt wurde,
schon sauber herausgeschnitten; R. davon sind noch Mönche erhalten, L. davor ein sitzender König (Gott) und zwei
Frauen mit Aureolen.

2'. Von diesem Bild ist der unt. Teil erhalten; R. von der Buddhafigur sieht man als Rest eines Wagens ein
kolossales Rad, bunt bemalt und davor und daneben die Köpfe und Brustpartien zahlreicher Geharnischter (Fig. 451, 452).
Sie tragen Panzer aus aneinandergereihten Eisenplättchen (Bemalung blau und weiß), ebensolche Gugeln und darauf
Stahlkappen mit gelben Knäufen an der Spitze und gelben Spangen, einige haben an der Stahlkappe einen Nasenfort-
satz; als Angriffswaffen führen sie lange Schwerter mit Messinggriff von europäischer Form, andere Streithämmer.
Zwei tragen auf dem Rücken gelbe Schilde mit Blumenmuster in der Mitte, welches von Glückswolken umgeben ist.
Die Pferde sind leider überall verloren. L. vom Buddha standen Götter, welche Buddha Gaben überreichten.

3'. Dies Bild stellte sicher eine Buddhapredigt dar: die Einzelheiten sind völlig zerstört.

Gewölbe der Höhle. Die Gemälde des Gewölbes sind sehr beschädigt und viel abgestürzt. Es sind An-
zeichen vorhanden, daß die Bemalung der ob. beschriebenen Naksatrahöhle (H. 3 a) ähnlich war. Im Zenit
scheinen Darstellungen der Naksatras gewesen zu sein. Darauf folgt nach unten je ein Streifen mit fliegenden,
musizierenden Gottheiten, dann je ein Streifen meditierender Buddhas, dann ein breiterer Streifen mit Me-
daillons mit Blumenornamentik, welche vielleicht Darstellungen der Aufopferungen der Bodhisattvas enthielten
und noch weiter unten scheinen Berge mit davorsitzenden Buddhas — wie in Qyzyl — gewesen zu sein.

Die Seitengänge. Die Dekoration der Seitengänge, sowohl der Gewölbe wie der Wände ist leider völlig
vernichtet.

Der hintere Gang (Quergang). Die Rückw. nahm eine 36 cm hohe, 70 cm breite Bank ein, auf welcher
der ins Parinirvāna eingehende Buddha in kolossaler Figur lag. Zu seinen Füßen sind noch drei Götterfiguren,
neben dem Kopfe drei Götterfiguren erhalten gewesen. In der Rückw. über dem liegenden Buddha waren viele
Götter in Stuck aufgesetzt, dabei Göttinnen, dreiäugige Dämonen: Figuren von großer Schönheit. Auf den
schmalen (27 cm) Seitenbänkchen zu Füßen und zu Häupten Buddhas standen ebenfalls Figuren. Diese waren
1,60 m hoch. In den Ecken nach den Seiteng. zu standen Buddhas, bei x war die Aureole des Buddha um die
Ecke des Seitenganges herumgebogen!

Höhle 6. Diese kleine Höhle ist leider fast vollständig zerstört. Man sieht noch Reste von Bemalung,
auch ist in der Mitte vor der Rückw. noch der Sockel der Hauptkultfigur erhalten. R. von ihr sind noch drei