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Bilderatlas zur Kunst und Kulturgeschichte Mittel-Asiens : vol.1 |
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Diese Bewegung brachte den Süd- und Ost-Asiaten nicht nur den Formenschatz der griechischen
Mythologie, und besonders den daraus abgeleiteten Typus des Buddha, sondern auch ihnen bis
dahin unbekannte Techniken, z. B. die in großen Ausmaßen arbeitende Steinmetzenkunst.
Mit dem Niedergang der Antike und mit den Verheerungen der Völkerwanderung in Europa
setzte dann eine Bewegung von Osten nach Westen ein. Die Hunnen und ihre iranischen
Bundesgenossen, die Alanen (heutige Nachkommen: Osseten), mögen viel östliches Gut, haupt-
sächlich Waffen und Gewänder, nach Europa gebracht haben. Besonders die Alanen, die mit den
Sueven zusammen Portugal eroberten, mit den Vandalen nach Nordafrika übersetzten und in Frank-
reich die Gegend von Valence besiedelten, werden erfolgreiche Vermittler gewesen sein.
Durch die Araber entstand dann eine neue kraftvolle Welle von Osten nach Westen, aber auch
von Westen nach Osten; sie entwickelten eine neue glänzende Kultur aus von Byzanz und von
Persien übernommenen Elementen und brachten manches in die germanischen Reiche Süd-Europas
einerseits und in die im Osten eroberten Länder andererseits.
Schon bereitet sich ein Gegenstoß von Westen nach Osten vor: christliche Pilger wallfahrten
zum Grabe des Herrn nach Jerusalem und durch ihre Leiden entstehen die Kreuzzüge, an denen
sich die westlichen Normannen mit besonderem Eifer beteiligen. Obwohl diese neue Völkerwande-
rung in Cypern und in Vorderasien glänzende fränkische Höfe und Herrschaften entstehen ließ,
scheinen doch mehr Kulturgüter des Orients dem Westen zugeführt worden zu sein als umgekehrt.
Wenn die Waffentaten der Kreuzzüge sich vor aller Augen vollzogen, so war doch zu derselben
Zeit eine andere, wenig beachtete Macht am Werke, die ebenfalls zahlreiche orientalische Kultur-
güter nach Europa gebracht haben wird, nämlich die Eroberungen und Fahrten der östlichen
Wikinger nach Rußland, Konstantinopel und in das Pontusgebiet; schwedische Seekönige
brachten, ohne die Aufmerksamkeit der Welt in hohem Maße auf sich zu ziehen, östliche Güter
nach dem europäischen Norden.
Außerdem können wir mit größter Sicherheit annehmen, daß der Handel ohne Unterlaß den
Austausch östlicher und westlicher Dinge in erfolgreicher Weise förderte.
Aber kehren wir zurück zur Ausbreitung des Buddhismus. Die Völker Ostturkistans¹, bis
zur Mitte des 8. Jhdts. ausschließlich Inder, Iranier und „Tocharer" europäischer Herkunft, wurden
durch den Buddhismus, der über hellenisierte indische Gebiete (Gandhāra (Ost-Afghanistan),
Pandschāb, Kaschmir) und das hellenistische Baktrien zu ihnen gelangte, mit den ausgehenden
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