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Bilderatlas zur Kunst und Kulturgeschichte Mittel-Asiens : vol.1 |
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Zwei der dämonischen Krieger tragen Plättchen-Panzer aus nach oben gerichteten Schuppen, welche auf Riemen aufgezogen sind (vergl. den modernen tibetischen Panzer, fig. 76). Der Panzer zeigt das Rudiment des großen Wehrkragens der Rüstungen aus Kutscha. Merkwürdig ist der Helm des Kriegers auf der äußersten Linken. Er scheint Beziehungen zu haben 1. zu den Helmen der Männer auf fig. 72 u. 77, mit fig. 78; 2. zu den in Spanien im 16. Jhdt. auftauchenden Morion, das den Spaniern vielleicht durch die muhammed. Bewohner N.-Afrikas aus d. Osten gebracht worden ist.
(Ebenso scheint mir der große span. Steigbügel der Conquistadorenzeit, estribero de cruz, (fig. 47) aus Afrika zu stammen. Er ist augenscheinlich nur eine Abwandelung des sarazenischen Schaufelsteigbügels: Formen, in denen sich der Beginn der Abwandelung leicht erkennen läßt, haben sich heute noch bei den Haussa erhalten (fig. 48).)
Nach oben gerichtete Schuppen sind ungewöhnlich. Sie finden sich in Panzern der Etrusker (vergl. Martha, L'art étrusque, Paris, 1889, S. 233, fig. 174, mort de Capanée), ferner bei unsern Zentralasiaten, von denen diese Art der Stellung der Schuppen zu Tibetern u. Chinesen gelangt sein dürfte (vergl. fig. 57, 76). Auch die Mameluken Ägyptens verwenden aufrecht stehende Schuppen, wie die Gestalten einiger Gepanzerter auf dem sog. Baptistère de St. Louis beweisen. Die Mesopotamier werden diese Panzer von den Zentralasiaten erhalten haben, da die Erinnerung an alt-assyrische Rüstungsart sich in ihrem Lande kaum erhalten haben wird. Wenn die Abbildung bei Layard, Nineveh and its Remains, London 1849, vol. II, S. 350, zuverlässig ist (fig. 46a), so kannten die Assyrer diese Art der Verwendung der Schuppen an Plättchenpanzern (fig. 46a); von ihnen mögen die Perser diese Art der Panzerung übernommen haben, um sie den Mittelasiaten und durch sie den Ostasiaten zu überliefern. Im germanischen Norden treten ähnliche Panzer auf den Elfenbeinkisten von Xanten etc. auf (vergl. fig. 52).
Wir haben früher geglaubt, diese Art, die Schuppen nach oben zu richten, sei von zu Pferde gegen Fußsoldaten kämpfenden Kriegern erfunden und verwendet worden. Wir sehen aber, daß in der Gandhāra-Skulptur die Rüstung von Fußsoldaten getragen wird.
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