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0013 Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.5
Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.5
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.5 / Page 13 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000040
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Das Haar ist z. T. nach vorn gekämmt und fällt über die Stirn — das übrige Haupthaar ist in ein hohes Toupet gebunden und
nähert sich der üblichen Haartracht der Brahmanen auf den Wandgemälden Der Gesichtsausdruck ist dumm und überheblich,
die ganze Darstellung wohl eine Verhöhnung der feindlichen Glaubensgemeinschaft.

TAFEL 5
Phantastischer Pferdekopf
in Gips aus einer in Schortschuq gefundenen Form hergestellt
Kat. No. IB 8219. ✦ Größe: 27 cm lang. ✦ Alter: 8.—9. Jhdt. (?).

Die Oase von Qarasähr ist merkwürdig, weil in dieser Gegend heute noch, als einzigem Gebiet Ostturkistans, Nomaden ihr
Wanderleben führen. Heute sind es Dörböt-Kalmücken, die aus dem Gebiet nördlich des T'ien-schan hier eingewandert sind.
Während nämlich an allen übrigen Stellen der Landesgrenzen der Zugang nur durch für Herden ungangbare Wüsteneien oder
über hohe Pässe möglich ist, bietet hier das Flußtal des Kaidu Köl einen für Nomaden gangbaren Verbindungsweg mit den
gras- und wasserreichen Tälern des Nord-Abhangs der T'ien-Schan-Berge.

Ohne Zweifel ist dies auch der Weg, den in alten Zeiten kriegerische Nomadenvölker beschritten haben, um mit ihren Herden
nach Turkistan zu gelangen oder dieses Land nach NW. hin zu verlassen.

Durch Ost-Turkistan hindurch zu ziehen, dürfte viehzüchtenden Wanderstämmen niemals möglich gewesen sein, denn
einmal sind die Oasen stets durch viele Tagereisen lange öde Strecken mit oft wenigem und schlechtem Wasser voneinander
getrennt, und zweitens lag in jeder der größeren Oasen eine feste Stadt, die den Nomaden den Weg versperrt hätte.

Das Gelände um Karaschar erhält durch diese Leichtigkeit des Zugangs eine gewisse Bedeutung.

Wie es heute von Kalmücken bewohnt wird, die mit denen des Ili-Gebiets im Zusammenhang stehen, so war es früher in Ver-
bindung mit den „skythischen" (i. e. iranischen und tocharischen) Nomaden Südsibiriens, und vor dem Sturz der Herrschaft
der Westtürken war es in Abhängigkeit von deren Reich; es ist somit immerhin möglich, daß die Bilder der türkischen Vornehmen,
die wir in den Tempeln dieser Oase gefunden, und die m. E. der vor-uigurischen Zeit angehören sollten, Westtürken darstellen.

Auf alle Fälle ist auch in alter Zeit durch diese Pforte der Verkehr, über das Ili-Gebiet, mit den Nomaden Süd-Sibiriens
möglich gewesen

Der vorliegende Pferdekopf ist (in Berlin) in Gips aus einer Stucco-Form gepreßt worden, deren Fund, mit zahlreichen anderen
Formen Herrn Bartus im Jahre 1906 in der Werkstatt eines Tempels in der Ruinenstadt bei Schortschuq (dem Shikchin Sir
A. Steins und S. v. Oldenburgs) geglückt ist.

Er zeigt einen merkwürdigen, fast dämonischen Ausdruck und erinnert dunkel an gewisse Tierdarstellungen der Kunst
Südsibiriens, wenn auch in fremder, vielleicht chinesischer, Abwandlung.

Die Formen fand Herr Bartus in dem Raum zwischen 15 u. 25 der südlichen Stadtanlage der ming-öi zu Schör-Tschuq, cf.
Kultstätten, S. 192.

TAFEL 6
Grotesker Elefantenkopf
in Gips aus einer in Schortschuq gefundenen Form hergestellt
Kat. No. IB 8218. ✦ Größe: 38 cm lang. ✦ Alter: 8.—9. Jhdt. (?).

Auch dieser Kopf ist nur ein hier hergestellter Gipsabguß aus einer in Schortschuq gefundenen Stucco-Form.

Die Darstellung beweist, daß der Verfertiger der Form keinen lebenden Elefanten gesehen hat. Der Kopf ist stark stilisiert;
ähnliche Darstellungen von Elefantenköpfen kommen auf den Wandgemälden der Oase von Kutscha vor.

Die Köpfe anderer Tiere, Pferd, Kamel, Steinbock, die im Lande häufig vorkommen, sind dagegen oft mit überraschender
Naturwahrheit ausgeführt.

TAFEL 7
Drei Buddhabilder auf Holztäfelchen mit tocharischen Aufschriften

Eine sehr zerstörte Höhle oberhalb des schönen „Nischen-Tempels" zu Qyzil bei Kutschä (vergl. Grünwedel, Kultstätten,
S. 60—61) ergab unter zahlreichen Resten von Brähmi-MSS. auch die drei hier abgebildeten Buddhabilder auf Holztäfelchen.

Betrachten wir diese interessanten alten Gemälde — sie dürften unserer Chronologie nach dem 7. Jhdt. n. Chr. angehören —
in der Reihenfolge, in der die Täfelchen gefunden wurden.

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