National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.4 |
| Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.4 |
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The overall view of the most important Buddhist ruins in Central AsiaÜBERSICHT ÜBER DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN FUNDSTÄTTEN DER BUDDHISTISCHEN ANTIKE ZENTRALASIENS.
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OCR Text
Dem Stil nach ist dieses Gemälde eines der merkwürdigsten und schönsten der ganzen Sammlung. Es enthält antike Er-
innerungen, indisch und iranisch abgewandelt.
Der Inhalt der Darstellung ist kurz folgender. In einem von Säulen getragenen Raume sitzt ein König oder Fürst auf einem
niederen Thron, über dessen Rückenlehne ein steifer weißer Teppich mit blauen Schmuckborten zurückgelegt ist. Er sitzt in
der nachdenklichen Stellung, die wir in Gandhāra, später in Japan, an Bodhisattva-Statuen kennen; von seinem Haupte flattern
nach r. zwei Bänder, wie sie auf sassanidischen Skulpturen die Köpfe der Fürsten usw. zu zieren pflegen. Seinen Hals schmückt
ein goldenes Halsband, dessen Enden zwei Tierköpfe tragen. Es ist ein Schmuck, wie er häufig bei Gandhāra-Skulpturen auf-
tritt. L. vor ihm tanzt, mit beiden Händen anmutig eine Schärpe im Rhythmus schwingend, eine nackte, schöne, junge Frau
mit großem Nimbus.
An den Beinen trägt sie goldenes Spangengewinde, die Arme sind mit kostbaren Ringen verziert und reiche Ketten hängen
um Hals und Oberkörper. Ein Gurt mit Schamschurz umschließt die Lenden; er ist aus goldenen Blumen zusammengesetzt
und scheint u. a. dazu gedient zu haben, ein durchsichtiges grünes Hüfttuch festzuhalten.
Hinter der Tänzerin sind drei Dienerinnen dargestellt, die eine, vorn l., mit einer Schüssel; die andere l. vom Thron, im
braunen, weiß bepunktetem Gewand, den Fliegenwedel aus Yakhaar in den Händen; die dritte mit blauem Kopftuch, in der
oberen Ecke l.
Zu Füßen des Königs kauern zwei männliche Gestalten; es sind Diener oder Hofleute, die der Tänzerin zuschauen und Bei-
fall spenden.
In der oberen r. Ecke läßt sich ein junger Mann das Haupt scheren; in der unteren Ecke wird an einer jungen Frau dieselbe
Handlung vollzogen. Beide Personen haben die Welt verlassen, um Mönch und Nonne zu werden.
Der König, als die wichtigste Person des Bildes, ist in größerem Maßstabe dargestellt als alle übrigen Figuren, außer der
der Tänzerin; da diese außerdem mit der Aureole versehen ist, müssen wir in ihr eine der Hauptpersonen, vielleicht die
wichtigste Person der dargestellten Szene sehen. Leider ist es uns nicht möglich, irgend welche Angaben über deren Inhalt
zu machen.
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