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0020 Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.3
Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.3
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.3 / Page 20 (Color Image)

Captions

[Figure] The map of Buddhist ruins in Turfan, drawn by Albert HerrmannKARTE DER BUDDHISTISCHEN RUINENSTÄTTEN BEI TURFAN neu entworfen von ALBERT HERRMANN.

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doi: 10.20676/00000040
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gruppe weiß, wird ahnungslos vorüberreiten, so unauffällig sind die Bauten angebracht. Man kann sie auch nicht sehen,
wenn man auf dem Wege über die Uferklippen sich der Anlage nähert; am einzigen Ort, von wo aus die Tempel dem diesen
Weg beschreitenden Reisenden sichtbar wären, haben die Mönche eine Mauer so an den Weg gebaut, daß sie den Ausblick
auf die Tempel versperrt.

Um die Erbauung der Tempel zu ermöglichen, haben die alten Baumeister in einem durch den Bach erodierten Bogen der
Uferklippen in etwa 4 m Höhe vom Talboden eine Terrasse in das weiche sandsteinartige Gestein geschnitten und die dahinter
sich erhebende senkrechte Felswand geglättet.

Die Tempelbauten sind entweder Freibauten aus Luftziegeln, oder in den Stein geschnittene Höhlentempel; einige sind
Felsentempel mit Vorbauten aus Luftziegeln. Eine Treppe zum Herabsteigen zum Bach befand sich früher an der Südwest-
ecke der Terrasse; eine Mauer mit einem Gebäude am Bachufer scheint den südlichen Teil des am Fuß der Klippen liegenden
Geländes vom nördlichen getrennt zu haben.

Da die hinter den Bauten sich erhebende senkrechte Felswand, solange sie intakt war, durch ihre Steilheit den Zutritt vom
Lande her nicht zuließ, hatte man am Nordende der Terrasse, unweit des heute betretenen Weges nach Murtuq, ein stüpa-
ähnliches Gebäude errichtet, aus dessen Innerem eine steile Treppe und ein Gang auf die Terrasse herabführen. Ein ähnliches
Gebäude am Südende mag demselben Zwecke gedient haben, war aber bei unserem Besuch so baufällig, daß wir es nicht weiter
untersuchen konnten.

Diese Tempelgruppe ist die jüngste der drei hier beschriebenen Anlagen. Die chinesische Bauinschrift fand sich, auf einer
Steinplatte eingegraben, vor und wurde abgeklatscht; der Name der T'ang-Dynastie auf dem Abguß des übrigens stark be-
schädigten Steins bestätigt die sich aus anderen Indizien ergebende Ansicht, daß diese Bauten während der Glanzzeit des uigu-
rischen Königtums, also in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts, entstanden seien.

ZUR BAUART DER TEMPEL

Wir finden in Ostturkistan zwei Arten von Tempeln, Grottentempel und Freibautempel.

Ob die Freibautempel älter sind als die Grottentempel, oder umgekehrt, vermögen wir nicht zu sagen. In Indien sind die
ältesten Tempel sicherlich Holzbauten gewesen, die man, nachdem man in Aśokas Zeit durch westlichen Einfluß die Behandlung

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