国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0216 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| シナ・トルキスタンの古代仏教祠堂 : vol.1 |
キャプション
| [Figure] Fig. 469a. |
オリジナルは高さ36センチ。Orig. 36 cm hoch.
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| [Figure] Fig. 469b. |
オリジナルは高さ48センチ。Orig. 48 cm hoch.
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引用情報
OCR読み取り結果
Lokapālas erhalten sollen. Doch sind dies nur Vermutungen, da wir den Zweck der Anlage der Höhle nicht kennen. Merkwürdig ist nun der Plattenharnisch des Gottes. Der Brustpanzer ist verziert mit einem zwei- stöckigen Palast in Gandhārastil, in dessen Säulennischen Buddhabilder sitzen. Die Arm- und Beinschienen sind oval geformt, auf dem R. Arm liegen zwei, eine dritte auf der Schulter, auf dem L. Arm aber drei und eine vierte auf der Schulter, die Schenkel und Schienbeine deckt je eine, die Knie runde Scheiben, wie bei mittel- alterlichen Panzern. Die Füße sind leider verloren gegangen. Auf den Schulterplatten waren Buddhas, auf den Armschienen Bodhisattvas, auf den Schenkelschienen kniende Brāhmaṇas, auf den Wadenstücken betende, gepanzerte Götter dargestellt. Die Kniescheiben schmückten in radförmigen Ornamenten kleine Köpfe, vielleicht Sūrya und Candra. Ähnliche Figuren gab es in Qyzyl; denn dort wurde ein Stück einer Holzfigur gefunden, die einen solchen Panzer trug. Wir haben also auch hier eine Reminiszenz an Qyzyl vor uns, was um so wichtiger ist, als die sonst in unserer Höhle dargestellten Geharnischten ganz an- dere Kriegsrüstung tragen.
Die Seitengänge a, a', A, A' neben der Buddhastatue hatten je zwei Praṇidhibilder von demselben Charakter, wie sie so oft in der Umgebung von Turfan, aber fast nie in Qyzyl (Höhle der ringtragen- den Tauben und Kiris q. v.) vorkommen. Wohlerhalteu und in schönen kräftigen Konturen gezeichnet ist die Praṇidhiszene bei A. Es ist die bekannte Darstellung des Dīpaṃkarajātaka in genau der- selben Komposition wie bei Turfan, nur nicht so flau, wie in den jungstiligen Bildern von Murtuq usw.
Die Rückwand des Pfeilers enthielt ein großes Bild: der Ver- teilung der Reliquien durch Droṇa innerhalb einer Stadt, vor deren Toren sich die zum Kampfe darum herangezogenen Könige Indiens nähern. Auch hier folgt die Bemalung unserer Höhle also den Tra- ditionen von Qyzyl, aber mit merkwürdigen Varianten. Leider hat das Bild vielfach gelitten. Droṇa ist fast ganz zerstört, ebenso die vier sitzenden Figuren R. von ihm, L. ist die zweite, dritte und vierte Figur erhalten. Sie sitzen auf Stühlen, und die Reliquienbehälter, die sie halten, sind in Stūpaform. Eine Flamme R. und L. davon und eine an der Spitze zeigt ihren Glanz an. Die zweite und vierte dieser Götterfiguren ist von weißer, die dritte, ganz erhaltene, von hoch- roter Körperfarbe (Fig. 466). Die Stadtmauer ist hoch, sie hat ganz anderen Stil als in Qyzyl, in der Mauer sind Fenster, die an tibetische erinnern. Unmittelbar vor dem Tor ist eine schwer erklärbare Gruppe in ihrem unteren Teil erhalten (Fig. 467). Diese Gruppe kommt bei Qyzyl nirgends vor. Die sehr schön gezeichneten Figuren bilden einen Kreis um eine ganz gelb gemalte (also goldne) betende Jünglingsfigur, welche auf einem Postament (auch gelb) kniet. Die übrigen Figuren, deren Kopf- und Brustteile verloren sind, stehen betend herum: hinter den Jüngling ein Buddha, dessen Arme verloren sind, und ein Bodhisattva, ebenfalls ohne Arme; mehr R. noch ein Bodhisattva oder König und weiter vorn eine Dame in faltigem Gewand mit den eigen- artig wulstig liegenden Ärmelfalten, die in Šorčuq und Murtuq (Berglehne) so häufig sind und auch auf ma- nichäischen Bildern wiederkehren. Vermutlich handelt es sich um die Einweihung einer goldnen Statue des Bodhisattva. Besonders interessant sind die herankommenden Fürsten mit ihrem Gefolge. Die Könige sitzen auf Elefanten, deren Haudas in so drolliger Art auf dem Elefanten befestigt sind (Fig. 468), daß man sieht: der Maler hatte keine Ahnung mehr. Es sind nicht dieseltsamen, mit Lehnen versehenen Sättel, auf denen in Qumtura die Könige sitzen, sondern flache, mit Rändern versehene Tröge, welche mit Riemen um ein Sattelkissen des Elefanten gehängt sind. Ich kann mir nicht versagen, dabei auf ähnliche Elefantenausrüstungen in mittelalter- lichen Holzschnitten hinzuweisen. Wenn hier also Stil und ein gewisses Ungeschick vorliegt, etwas dem Gesicht Ent- rücktes darzustellen, wofür nur Tradition die Form bot, so ist nicht zu verkennen, daß die daneben herankommenden Reiter mit außerordentlicher Frische und Wahrheit dargestellt sind. Wir haben also mitten im rituell stili-
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