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0032 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
Buried Treasures of Chinese Turkestan : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / Page 32 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000198
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per dieser „Vollkommenen" (perfecti, electi) von der Materie ge-
trennt und der Lichtwelt zurückgegeben.
Die Majorität der Manichäer, die laueren Geister, waren ge-
wissermaßen die Laienbrüder dieser merkwürdigen Gemeinde. Sie
heirateten, trieben Handel, Ackerbau usw., besaßen irdische Güter
aller Art.
Aber diese Klasse, die den Namen der „Zuhörer" (auditores)
führte, mußte sich strengen religiösen Regeln unterwerfen. Sie be-
standen in zehn Geboten und in Fastenvorschriften. Die zehn Ge-
bote sind: Nichtverehrung der Götzen, Unterlassung der Lüge, des
Geizes, der Tötung, des Ehebruchs, des Diebstahls, der Verbreitung
trügerischer Vorwände, des Festhaltens einer doppelten Gedanken-
richtung, was den Zweifel an der Religion verrät, der Schlaffheit
im Handeln. Hierzu kommt das Gebot der Verrichtung von vier
oder sieben Gebeten an jedem Tag.
Wer electus werden wollte, mußte sich außerdem sieben wei-
teren Verpflichtungen unterwerfen und drei „Siegel" auf sich neh-
men. Die vollkommene Annahme und Erfüllung dieser Vorschriften
war unumgängliche Bedingung für die Aufnahme unter die Zahl
der Vorgeschrittenen.
Die Vorschriften waren: 1. Bezähmung der Sinnenlust und Hab-
gier. 2. Sich des Genusses aller Arten Fleisches zu enthalten. 3. Ent-
haltung vom Weingenuß. 4. Enthaltung von der Ehe. 5. Jeder Be-
schäftigung zu entsagen, bei der man Wasser und Feuer benutzen
muß. 6. Keine Zauberei zu treiben. 7. Sich der Heuchelei zu ent-
halten.
Die drei Siegel waren das Siegel des Mundes, der Hände und
des Busens. Diese Siegel galten auch für die Zuhörer, nur wurden
bei diesen manche Mängel in der Befolgung milde übersehen.
Das „Siegel des Mundes" verbot alle verwerflichen Reden, so-
wie den Genuß aller gesetzwidrigen Speisen.
Das „Siegel der Hände" verbot alle Beschäftigungen, die mit
Wasser und Feuer zusammenhängen; alle Handlungen, durch die
der Tier- oder Pflanzenwelt, als Bewahrer von Lichtteilen, eine
Schädigung zugefügt wurde; jede Gewalt- oder unreine Tat; alles,
was die Verstrickung des Lichts mit der Finsternis fördern könne.
Das „Siegel des Busens" verbot alle sinnlichen Gedanken, be-
sonders die an geschlechtliche Befriedigung; sowie auch Heuchelei
und verwandte üble Gedanken.
Man sieht, daß die Ethik der Manichäer keineswegs auf niedri-
ger Stufe stand.
Eine streng gegliederte Hierarchie wachte über die Gemeinden.