National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0224 |
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 |
| Buried Treasures of Chinese Turkestan : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
In Srinagar stieg ich in dem Hotel des Herrn Nedou ab, wo
noch zwei Engländer sich verspätet hatten. Ich nahm sofort eine
Säuberung vor, nahm ein Bad, ließ mich rasieren und konnte da-
bei feststellen, daß, trotzdem ich acht Wochen nicht aus den Klei-
dern gekommen war, ich durchaus sauber war; es fehlte eben der
Staub.
Am Abend traf ich zur Mahlzeit mit Herrn Henry Bruce zu-
sammen und verbrachte mit ihm und Herrn P. Roper, einem Maler,
einen langen Abend bei Sekt und Zigarren.
Ich mußte meine Reise und Erlebnisse schildern, und tat das
auch mit der Hingabe, zu der soeben empfangene starke Eindrücke
uns veranlassen.
Es war mir nicht ganz lieb, am Morgen zu erfahren, daß mein
liebenswürdiger, neuer Freund — übrigens ein Novellist, dessen
Bücher The Native Wife, The Eurasian und The Residency heikle
soziale Fragen des Anglo-Indiertums behandeln — auch für die
Zeitungen schrieb. Da er mir aber sagte, daß ein Artikel, wie der
von ihm über meine Abenteuer geplante ihm viel Geld einbringen
würde, stand ich vom Widerstand ab, und in wenigen Tagen er-
schien in der Bombay Times ein höchst schmeichelhafter, langer
Bericht, der mich sofort in ganz Indien — später auch in Europa —
bekannt machte.
Am nächsten Tag besuchte ich den Residenten, Colonel Sir
Francis Younghusband, nebenbei bemerkt ein Neffe des berühmten
Reisenden R. Barkley Shaw.
Ich wurde von ihm, einem prächtigen Beispiel des vornehmen
englischen Soldaten, auf das allerfreundlichste empfangen und ein-
geladen, in der Residency zu wohnen, mußte dies freundliche An-
erbieten aber ablehnen, da ich mit meinem großen Troß und mit
meinen Kisten nicht noch einmal umziehen wollte.
Aber ich nahm die Mahlzeiten meist bei Sir Francis ein, und
hatte die Freude, abends am Kaminfeuer bei einer guten Zigarre
die Geschichte der Eroberung Tibets aus dem Munde des Leiters
der Expedition zu vernehmen.
Von allen Seiten bekam ich telegraphische Einladungen, u. a.
von Sherers Bruder in Naushera und von Sir Harold Deane, dem
Lt. Governor des Panjab in Peshawur. Letzterer lud mich ein, im
Governement House in Peshawur abzusteigen. Er wollte mich mit
einer Schwadron der „Guides" in die noch von keinem Europäer
durchforschten Täler von Swat und Badschaur senden, wo zahl-
reiche alte gräco-buddhistische Ruinen des Spatens warteten. Die
Einwohner dieser Täler des Hindu-Kusch sind fanatische Muham-
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