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0029 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 29 (Grayscale High Resolution Image)

Captions

[Figure] Fig. 45. At G. (scale down trace). Size of the original 2.30 m width, 1.20 m height.Bei G. (Verkleinerte Durchzeichnung). Größe des Org. 2,30 m breit, 1,20 m hoch.

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doi: 10.20676/00000191
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Bemalung des Gewölbes. Im Zenit des Gewölbes folgen vom Haupteingang der Höhle an die folgenden
Figuren, grau in grau gemalt: Der Mondgott, gepanzert auf einem zweirädrigen Wagen sitzend (der Wagen
ohne Pferde) umgeben von einem weißen Nimbus, zwei weiße Vögel gegen die Mitte zu fliegend, Garuda, einen
siebenköpfigen Nāga fortschleppend, Fig. 41, ein Buddha, in d. R. die Almosenschale haltend, in d. L. das Ober-
gewand zusammenraffend durch die Luft fliegend. Die Figur ist mit flügelartigen Flammenzungen versehen,
Fig. 42. Darauf folgt unmittelbar vor dem Kultbild der Sonnengott, ebenso wie der Mondgott gepanzert,
auf einem Wagen sitzend. Sein mit Strahlen versehener runder Nimbus ist grau gemalt.
Fig. 43. Über der erhaltenen Seitenw. L. sind fünf Reihen Berge übereinander grau-in-
grau gemalt nach dem beifolgenden Schema. Vor jedem der reich mit kleinen Blumen ver-
zierten Berge ist eine Figurengruppe dargestellt. Da aber das Gemälde sehr zerstört ist,
so ist es schwer über die einzelnen Bilder überall ins Klare zu kommen.
Unterste Reihe. 1. vor dem Berge ist eine Schlange abgebildet. Was noch dabei war, ist nicht ersichtlich.
2. ein Affe, ein Vogel (Caccabis) und eine Schlange in einem Teiche, Tierfiguren zur Belebung der Berglandschaft.
3. vor dem Berge sitzt ein Löwe (blaugrau, mit weißer Blässe an Hals, Bauch und Füßen), vor ihm ein Affe in
der Haltung eines Schutzflehenden, über beiden ein mattrot gemalter Adler, der einen jungen Affen fortschleppt. In
der Mitte des Berges sieht man drei kleine Höhlen. Es handelt sich hier um eine längst bekannte Legende, vgl. M.
Stanislas Julien, Les avadānas, contes et apologues Indiens t. 2 ème, Paris 1859 S. 21. Ein Löwe verspricht die Jungen
eines Affen zu schützen. Während der Löwe schläft, kommt ein Adler und schleppt die Jungen fort. Wach geworden,
sucht er sie. Er wendet sich an den Geier: er habe gefehlt, deshalb bitte er ihn, ihm dem Könige der Tiere die anver-
trauten Jungen zurückzugeben. Der Geier weist ihn ab. Darauf zerkratzt sich der Löwe die Flanken, um die Jungen
des Affen zurück zuerhalten, Fig. 44. 4. Asket, eine Flasche ausgießend: nicht bestimmbar. 5. Vogel (Caccabis),
bloß zur Belebung der Berglandschaft.
Die sich darüber erhebenden vier Reihen Berge zeigen auf ihrer Vorderseite, von unten an fünf predigende
Buddhas je mit einem Adoranten, dann vier ebensolche Gruppen, in der nächsten Reihe wieder fünf und in der obersten
wieder vier predigende Buddhas mit je einem Adoranten.
Auf der zerstörten Seitenw. R. sind nur vier Reihen Berge mit predigenden Buddhas und je einem Adoranten ab-
gebildet, unten fünf, zweite Reihe vier, dritte und vierte Reihe ebenfalls vier. Da, wo die Seitenw. an die Rückw. sich an-
schließt, ist in der Höhe der zweiten Bergreihe ein Bodhisattva abgebildet, nackt bis auf ein Lendentuch, auf einem Kleide
stehend, unmittelbar darüber in der Höhe der dritten und vierten Reihe ebenfalls ein Bodhisattva im Gebirge, nur mit
Lendentuch bekleidet, nach rückw. blickend, hält er den R. Arm hoch, während er den L. Fuß mit der L. Hand hoch hält.
Es handelt sich also um Auf-
opferungen der Bodhisattvas, wenn
auch die Gruppen infolge der Zer-
störung nicht im Einzelnen erklärt
werden können ¹); außerdem be-
rühmte Predigten Buddhas mit je der
Person, dem die Predigt zugedacht
war — Darstellungen, auf welche
später bei besser erhaltenen Gewölbe-
bildern näher eingegangen werden soll.
Gemälde in den Gängen. Hin-
terer Gang (Quergang). Pfeilerwand
(kürzere Wand). Diese Gemälde waren
stark verräuchert. Doch ist klar, daß
an der Pfeilerwand die Darstellung der
Verbrennung eines Sarges vorhanden
war, offenbar die Verbrennung Buddhas.
Auf der Hinterw. des Ganges (Langw.) gegenüber der Verbrennung Buddhas ist ein stark
verräuchertes Gemälde erhalten, Fig. 45. Man sieht eine große Mauer mit Türmen und einem offenen Tore in