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0118 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 118 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000191
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Mit der Wiedergeburt des Bodhisattva reift auch die Buße der Asketen und Pratyekabuddhas, welche
zu dieser Zeit leben. Sie schweben durch die Luft nach Bārāṇasī, zeigen Wunderkraft und gehen ins Nirvāṇa
ein: die Asketen im Zenit der Höhle und in den Bildern der Gewölbekappen. Die noch nicht Vollendeten
haben nur z. T. die flügel- oder flammenartigen Ansätze, welche ihre übernatürlichen Kräfte anzeigen.
In diesem Zusammenhang wird auch das untere Bild d. Rückw. (Fig. 228) erklärbar. So zerstört es ist,
so ist doch so viel deutlich, daß es sich um den Empfang von Brāhmaṇas durch einen König, der von seiner
Familie umgeben ist, handelt. Der König wird als Suprabuddha aufzufassen sein, die neben ihm sitzende
jugendliche Dame seine Tochter Māyā, um deren Hand die Brāhmaṇas für König Suddhodana anhalten. Ich
glaube, daß mit dieser Erklärung alle Bilder zu ihrem Rechte kommen. Weitere Einzelheiten muß ich mir
für später vorbehalten.

Höhle »mit der Gebetmühle«.

Die Anlage ist die gewöhnliche, in Qyzyl häufigste Form, wie Höhle »der Schwertträger« usw. mit
kleinen Varianten (vgl. Fig. 245a, b). Die Höhle ist stark verräuchert, so daß es sehr schwer ist, die einst sehr
schönen Gemälde zu erkennen. Ihre starke Vergoldung hat sehr zu ihrem Verderben beigetragen, da das Gold
überall herausgekratzt worden ist.
Über der Tür (vgl. Fig. 245 c) sieht man acht Löcher für Balken 20 qcm und R. und L. zwei höhere: 20 cm
breit, 50 cm hoch; unter dem Gewölbe der Seitenw. dreizehn quadratische, und in den Ecken je zwei 50 cm
hohe Löcher. Alle gehen 50 cm tief in die Wand. Sie bildeten Träger für Wandbretter mit Figuren, welche
zerstört sind.
Verteilung der Wandgemälde. Unmittelbar üb. d. Tür sind sieben, meditierend sitzende Buddhas ge-
malt, jeder 30 cm hoch, 36 cm breit über dem herausgerissenen Holzrahmen der Tür. Die untere Hälfte war
sogar über den obersten Rahmen weggemalt. R. und L. davon war je ein nach der Tür gewendeter sitzender
Buddha 72 cm groß, mit je einem Adoranten vor sich, darunter je eine 1 m hohe, 78 cm breite, 55 cm tiefe,
oben runde Nische, in deren Bodenfläche jetzt ein Loch ist. An die Rückw. der Nische ist je ein meditierender
Arhat, mit Flammen hinter den Schultern, gemalt. In der Lünette über den sieben Buddhas war hier ein
großer Buddha gemalt, seine Figur und sein Parivāra ist im Ruß verschwunden, doch ist von den Personen
zu seiner L. noch ein nur mit Lendentuch und Angavastra bekleideter, graziöser, weißfarbiger Jüngling er-
halten.
Auf den Seitenw. (bis zum Gewölbe 3,20 m hoch, das Gewölbe darüber 2 m) waren je sechs Predigt-
bilder 1,48 m breit, 1,20 m hoch, in zwei Streifen übereinander. Ausführliches unten.
Die Nische im Pfeiler ist 2,40 m hoch, oben abgerundet, 86 cm tief, 1,75 m breit, der Boden derselben
90 cm über dem heutigen Fußboden. Im Boden der Nische befindet sich ein 1 m breites, 40 cm tiefes Loch,
das einen halben Meter sich in den Sockel einsenkt. Auf d. Rückw. ist eine jetzt dunkelfarbige Gottheit
(Bodhisattva) mit Krone und Kopftuch und leicht nach R. gewendetem Kopf gemalt, die Haltung wie sonst
bei Amitābha, doch sind die im Schoß gehaltenen Hände leer: vielleicht Reparatur. Die Lünette über der
Nische ist mit Bergen, Bäumen und Seen bemalt. Auf beiden Seiten ganz unten je in der Mitte der betende,
leicht bekleidete Bodhisattva nach dem Götterbilde gewendet, vgl. unten b 15, B 15, und Kiriš, Höhle mit d.
Kinnaris, darüber in den Bergen noch andere Bodhisattvas, welche verräuchert und schwer erkennbar sind.
Was im Zenit, über dem Kultbild war, ist nicht mehr zu ersehen und ebenso ist, was das Nischenbild enthalten
hat, unsicher. Um die Nische der Vorderw. des Pfeilers sind viele Löcher wohl zur Befestigung von »Clay e-
Figuren oder der bekannten Berge.
In den Gängen (hoch 2 m) R. und L. (c, C, d, D) von der Nische sind Berge und Bäume auf das Ge-
wölbe gemalt. Auf der R. v. d. Nische befindl. Außenw. C des Ganges sieht man nur mehr die Säulen eines
hohen Gebäudes. Alles andere ist zerstört. Auf der Außenw. des L. Ganges aber sieht man noch den Kopf
eines schnurrbärtigen Mannes, welcher einen Miniaturstūpa hält, hinter ihm einen grauhaarigen, spitzohriger,
weißen Dämon, welcher ebenfalls einen Stūpa hält und dahinter noch einen dritten dunkelfarbigen (Fig. 246).
Auf d. unt. Streifen der Innenw. der Gänge bei c, D waren je sechs Mönche, 1,05 m hoch, dargestellt. Das
übrige ist vernichtet.
Auf d. Wand hint. d. Nischenpfeiler (e) (Quergang) sieht man wieder Droṇa, den Brāhmaṇa, in der
Stadt, umgeben von Gefäßhaltern. Gegenüber E zwei Szenen: ein verschnürter Sarg, umgeben von Göttern.
Der Sarg brennt. Eine Gottheit hält eine Gabelast wie in der »Māyāhöhle« 3. Anl. Die zweite Szene stellt
einen predigenden Mönch im Flickenkleid sitzend dar. Götter und Menschen knien vor ihm, eine Gottheit fliegt