National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0031 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
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in denen ein wollener Puschel steht, befestigt ist ¹). Dieselben Panzer tragen die vier Könige (vermutlich Lokapālas) auf dem Bilde Seitenw. L. unter Nr. 6, 2—5. An dem Panzer hängt eine mit Klappen versehene Schürze aus Ringelgeflecht, ebensolche anliegende Hosen mit Ringelpanzer bedecken die Beine, während die ganze Länge des Beines bis zu den Zehen herab ein aus beweglichen Platten bestehender Panzerstreifen schützt. Beide halten dreizipflige Fahnen, die oben in den Ring unter der Lanzenspitze eingehängt sind, und besehnte Bogen vom Typ der persischen Bogen. Interessant ist die Brustplatte des Kreuzriemengehänges bezüglich seiner Ornamentierung: es ist ein abgekürztes Gesicht, bestehend aus Nase, Schnurrbart und drei Zähnen, eine Form, die mir sonst nur in der brahmanischen Kunst Balis bekannt ist. Die eine Figur ist bloß das Verso der andern; ja es sieht fast aus, als hätte man bei der Anlage eine Pause benutzt und sie einmal von der einen Seite, das zweite Mal von der anderen Seite angewendet. Jedenfalls stellen die beiden Reiter indische Könige vor, welche bei der Verteilung der Reliquien Buddhas ihren Anteil zu holen kommen. Rüstung, Halsberge und Kettenpanzer sind übrigens eisengrau gemalt. Zu derselben Komposition (Verteilung der Reliquien) scheinen zwei große Figuren zu gehören, die mir sonst nirgends begegnet sind und deren Bedeutung ich nicht erklären kann, doch ist aus ihrem Äußern klar, daß es sich um Dämonenfürsten handelt, Fig. 48, 49. Diese beiden Figuren nehmen in der vollen Breite des hinteren Ganges etwa das letzte Drittel der Langwände der Seitengänge ein, den Raum L. die folgende Fig. 48, eine mit verschränkten Beinen, auf den Zehenspitzen stehende Gottheit mit Aureole, von schwarzblauer Körperfarbe. Der Kopf ist unbedeckt und nur von einem weißpunktierten Band umgeben, von dem lange, an sassanidische Abbildungen erinnernde gestreifte Bänder weit nach den Seiten flattern. Die Stirn ist gerunzelt, zwischen den Brauen sieht man eine runde Marke, die Augen sind dämonisch, der untere Teil des Gesichtes ist zerstört. Die Ohren hängen herab und tragen schweren Schmuck. Die Figur trägt einen breiten Kragen mit Schulterklappen, Kettengehänge verschiedener Art verzieren den Oberkörper. Die Arme scheinen unter der Brust zusammengelegt gewesen zu sein. Sicher ist dies vom R. der Fall, der über dem L. Oberarm eine kleine Blume hält. Unter der R. Hand läuft eine breite Schmuckborte weiter, von der infolge der Verraucherung des Bildes unsicher ist, wo sie endet. Vom R. Vorderarme (?) hängt eine hochrote Glocke herab. Die Figur trägt ein weißes, rotpunktiertes Lendentuch, vor dem in der Mitte ein hochroter, unten gerundeter Streifen herabhängt, die Hosen (oder ist eine Dhotī gemeint?) sind ebenfalls weiß, ebenso das runde Gewandstück (?), auf welchem die Figur steht, nur der innere Rand ist hochrot. Der Fond der Figur ist lothfarb mit hellgraublauen, weißpunktierten Blümchen bedeckt, oben über ihr sind zwei graue, langwürfelförmige strahlende Gebilde ²), von denen ich jetzt sicher sagen kann, daß sie Cintāmaṇis darstellen (vgl. unten bei Qyzyl). R. und L. von der Figur sieht man zwei Schmuckbänder mit herabhängenden Schleifen.
Ähnlich und zum Glück etwas besser erhalten ist die gegenüberstehende Figur 49. Ein spitzohriger Dämon, von schwarzblauer Farbe, mit weißem Untergewand und weißem, lange aushängenden Kopftuch in zwei Streifen, auf dem Kopfe eine Art anschließender Kappe mit weißem, hochrot gestreiftem runden Ball über dem Scheitel und ausflatternden, gestreiften Bändern, hält die Figur in der R. Hand eine stilisierte blaugraue Blume und stützt sich, ebenfalls mit verschränkten Beinen, auf den Fußspitzen stehend auf eine große rote, langstielige Keule. Schmuckgehänge, Aureole und Fond sind ähnlich wie bei der vorigen Figur.
**Seitengänge.** Von besonderem Interesse sind die Figuren der Stifterfamilie, welche die vorderen Seiten der Seitengänge an der Langw. schmücken, jedoch nur bis zur Breite der gegenüberliegenden Pfeilerw. Leider sind die breiten, weißen Streifen, welche die Namen der Stifter trugen und welche über den mehr als 1 m hohen Figuren hinlaufen, so zerkratzt, daß man eben nur sagen kann, daß die Inschriften in Brāhmī geschrieben waren. Im L. Gange findet sich an der Pfeilerwand der ersten Stifterfigur der Langw. gegenüber eine kleine Inschrift in uighurischen Lettern, die, halb zerstört, sich doch leicht zu nama Buddh(āya) nama saṅgh(āya) nama (dharmāya) ergänzen läßt. Es ist aber zweifellos eine spätere Besucherinschrift. Nicht bloß die Inschriften sind zerkratzt oder vielmehr abgerieben, auch die Figuren sind es, und es scheint, als ob weniger die böse Absicht,
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