National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0131 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| Ancient Kucha : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
II,27—II,28
Und dort erwartete ihn der Mönch Sâriputra,
um seine Anordnungen für die Gemeinde auf
der Erde zu erhalten. Gautama wiederholte
ihm und fünfhundert andern Mönchen in
Kürze seine Predigt im Himmel. Ich halte
die Hauptszene für diese Predigt und die
schwebende Buddhafigur für den Besuch zu
den Uttarakurus.
28. Die dritte Reihe auf der L. Seitenwand
enthält nur mehr die obere Hälfte eines sonst
durch Schimmel zerstörten Bildes. Die Predigt,
aufgebaut nach dem gewöhnlichen Schema,
findet hier in einer Halle statt. Ob die Lokali-
tät damit als Anâthapindikas Jetavana-Kloster
bezeichnet ist oder ob eine Szene im Palaste
von Kapilavastu vorliegt, entgeht uns durch
den Verlust des unteren Teiles des Bildes.
Ich habe diese Predigtbilder hier einge-
schaltet, da sie zweifellos von denselben
Händen sind, wie die Gemälde der Pfauen-
höhle. Leider waren sie alle schon so ver-
schimmelt, daß es schwer hielt, sie unbe-
schädigt mitzunehmen. Bis jetzt konnten, wie
erwähnt, die Fragmente nicht montiert werden,
darum reihe ich hier die zum Verständnis
der Bilder so wichtigen Materialien ein. Aus
II,28
dem folgenden wird sich ergeben, daß eine
ausführliche Besprechung auch für die anderen
Höhlen dieses und des Ajâtasâtrutypus von
Nutzen war.
Was die Farben der Pfauenhöhle betrifft,
so hat die Höhle schrecklich gelitten, noch
als sie dem Kult diente, durch Lampenruß
und Räucherkerzchen, später aber durch Hirten-
feuer und Plünderer. Und doch standen,
wahrscheinlich weil die letzteren die Vorhalle
nicht ausräumten, dort im Sande noch höl-
zerne Opfertischchen, kleine Kultfiguren usw.
unberührt da. Manche Farben der Bilder
haben sich stark verändert; so ist z. B. das
lichte schöne Hochrot des Fonds völlig nach-
gedunkelt. Der Umstand, daß auf den Bildern
gar kein Gold aufgetragen war, hat die meisten
gerettet. Bedauerlich ist die fast vollständige
Zerstörung der Türwand, sowie des Kultbildes.
Es sind Anzeichen vorhanden, daß sie aus
einer noch älteren Höhle umgebaut ist. Das
in der Höhle, die fast bis zur Decke mit Sand
gefüllt war, so daß man eben gerade hinein-
kriechen konnte, gefundene menschliche Ge-
bein (vgl. Kultst. S. 87) ist nach meiner Mei-
nung nicht aus alter Zeit.
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