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0018 Alt-Kutscha : vol.1
古代クチャ : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / 18 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000192
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I,4 I,4—I,5

gestoßen waren, um sie als Bundesgenossen sind alle Buddhisten gewesen und haben sich
gegen dies türkische Reitervolk zu gewinnen. dieser Religion sehr angenommen. So erscheint
Aber die Saken waren schon in die Länder um 425 n. Chr. noch einmal ein Ku-šan König
jenseits des Oxus gelangt, hatten sich mit den Kidara als Gründer eines großen Reiches mit
Parthern vereinigt und warfen, von da nach Gandhāra als Zentrum. Etwa zu derselben
Süden vordringend, alles vor sich nieder. So Zeit, berichten die Tibeter (Ma-'oṅs-pai smon-
gelangte die chinesische Gesandte nicht zu den lam), kam aus Baktrien (Tho-gar) ein Fürst
Yue-tschi, wurde selbst gefangen und gelangte vom Clane der As-te A-mo-no-hdros, der das
nach zwölf Jahren nach unerhörten Mühen und Land Li (zunächst den Süden von Chinesisch-
Gefahren nach China zurück, Wunderbares Turkistān) unterjochte, dann aber auch Kasagar
über die iranisch-antike Kultur berichtend. Zum (Kaschghar). Er und seine Brüder und Clans-
ersten Male traf die Kultur des Ostens auf genossen, Tochāren genannt, tyrannisierten
die überlegene des verblühenden römischen nun ganz Turkistān, bauten überall ihre Zwing-
Reiches und das halb hellenisierte Persien. burgen, behandelten die überall seßhafte Be-
Die Wirkung war außerordentlich. völkerung übel und gerieten darüber mit
Indessen hatten nämlich die Yue-tschi einen anderen Raubrittern in Konflikte, bei denen
Anfall auf die Saken gemacht, hatten die Wu- die Chinesen als Oberherren nur vorüber-
sun in Turkistān unterjocht, sogar die Saken gehend Frieden durchzusetzen imstande waren.
aus dem Lande zwischen Oxus und Jaxartes Die Nachkommen der Hiuṅ-nu (Hûna) hatten
vertrieben. Von jener Zeit an scheinen die in Ost-Turkistān sich eingenistet und gründeten
Yue-tschi Herren von Mittelasien und eines in der Folge dort, in Teilen der Mongolei
Teiles des nordwestlichen Indiens gewesen zu und der chinesischen Provinz Kan-su, ein
sein. Um 108 v. Chr. unterwarfen sich die großes Türkenreich (Uiguren), dessen Metropo-
Chinesen das Tārimbecken, wurden dadurch le Idyqutsähri (bei Turfan) im 8. Jahrhundert
als Großmacht gewiß ermaßen Schutzherren auf dem Gipfel seiner Macht steht.
aller mittelasiatischen Kleinfürsten und stellten Da die genannte tibetische Schrift von den
so direkte Beziehungen zwischen ihrem Lande grimmigen Konflikten zwischen den As-te-
und dem Westen her. Unter neuen Konflikten Tochāren und dem Idyqut spricht, so haben
zwischen diesen Kleinfürsten erschienen kriege- wir alles Recht, in den Stifterbildern (Fig. I,
rische Haufen eines neuen Volkes, die Ku-šan 11, 12) der Umgebung von Kutscha Tochāren
in Mittelasien, wurden Herren des westlichen vom Clane As-te zu erkennen. Tracht und
Teiles von Chinesisch-Turkistān und bemäch- Bewaffnung dieser Condottieris ist kaukasisch.
tigten sich sogar Kābuls. Um das Jahr 20 Erst neuerdings ist auf den kaukasischen
v. Chr. erscheint dort ein König Gundaforus, Charakter ihrer Sprache aufmerksam gemacht
der nach den Acta S. Thomae den Kaufmann worden.
Abbanes nach Palästina schickt, um einen 5. Eingehende Besprechungen der ersten
Baumeister zu holen. Christus selbst erscheint Reise schon mit russischen Akademikern lenkten
wieder auf dem Bazar und empfiehlt den mich schon damals unter Hinweis auf die wich-
Apostel Thomas als geeignete Person. Thomas tigen Mitteilungen des Hyakinth Bitschurin auf
folgt dem Ruf, übernimmt den Auftrag, predigt die Oase Kutscha. Ich besuchte auf der Rück-
das Christentum, so einen Tempel im Himmel reise von Turfan im April 1903 noch die
gründend, und stirbt als Märtyrer in Kantaria große Anlage Qumtura bei Kutscha, konnte
durch einen König Masdeus. Es ist sicher, aber nicht mehr daran denken, dort umfang-
daß dieser König Gundaforus identisch ist reiche Arbeiten noch zu übernehmen. Schon
mit einem König Gudapharna (Γνδοφάρης), 1902 hatte ich in St. Petersburg glänzendes
dessen Münzen mit den Darstellungen des Zeus Material erhalten, Abschriften aus tibetischen
und der Pallas uns erhalten sind, und mit dem Büchern, eine türkische Kartenaufnahme mit
Guduphara genannten König der vielbehan- russischer Transkription der Namen des Ge-
delten berühmten Takht-i-Bahāi-Inschrift aus bietes, der Stadt und der angrenzenden Lo-
dem Zentrum der sog. graecobuddhistischen kalitäten usw.; 1906 aber hatte ich Gelegenheit,
Kunst. Seine Nachfolger und ihre Zeitgenossen in langen Gesprächen mit Akvan Dorjeev und