国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0094 |
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 |
| 中央アジア秘宝発掘記 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
daß ihr geht und nun haben wir noch einen Wunsch. Wenn näm-
lich wieder so vornehme Leute vom Hof des großen Kaisers Gille-
hallim — (so sprachen sie den Namen Wilhelm aus!) — zu uns kom-
men, dann möchten wir sie so begrüßen, wie es die Vorschrift am
Hofe des großen Landes Bä-lin erfordert."
Ich stöhnte etwas, antwortete aber in schön gesetzten Worten,
dankte ihnen für die Aufmerksamkeit und sagte, ich hätte noch
zu tun, denn wir wollten ja fort. Was den Gruß anginge, so würde
mein „Held" (bätur) ihnen beibringen, wie der König und die Vor-
nehmen einander grüßen.
Ich komplimentierte sie hinaus und rief Bartus zu: „Herr Bar-
tus, die Leutchen wollen wissen, wie man in Berlin sich auf vor-
nehme Art begrüßt." Bartus rief: „Dat wer ick sie schon lernen".
Ich ging wieder an meine Arbeit und als sie fertig war, hörte ich
draußen noch allerhand Kommandorufe und siehe! Bartus hatte
die fünfzehn alten Herren aufmarschiert, drei breit und fünf tief,
sie machten ihre Diener, erst nach rechts und sagten ganz deut-
lich: „Guten Morgen, olle Schafsneese", dann wandten sie sich
nach der linken Seite, machten ihre Diener und sagten: „Guten
Morgen, olle Schnapsneese".
Es war so komisch, daß ich mit Mühe das Lachen verbiß. Hoch-
beglückt empfahlen sich die Leute und als Grünwedel sechs Jahre
später eintraf, kamen sie heraus, machten ihre Verbeugungen
höchst feierlich und begrüßten ihn nach der Hofsitte von Bä-lin.
Wir untersuchten noch zahlreiche Ruinen in der alten Stadt,
unter anderem die mächtige Stufenpyramide (Y des Planes) süd-
westlich vom Osttore. (Taf. 4.)
Sie hat mehr als 20 m Front; in den zahlreichen Nischen waren
früher große vergoldete und bemalte Buddhafiguren angebracht.
Die Verwendung von Gold, in dickem Goldblatt, war oft ver-
schwenderisch: Man hat Wände von vielen Quadratmetern Größe
damit belegt. Die Zerstörer haben das kostbare Metall mit ihren
Säbeln abgekratzt, doch waren manche Stellen ihnen entgangen.
Ein ganz ähnliches Monument, nur mit weniger scharf ausgeprägten
Stufen, findet sich im Nachbarflecken Astāna und ist vermutlich
die Ursache, weshalb dieser Ort den Namen führt: das persische
Wort āstāna bedeutet nämlich u. a. einen „Ort der Ruhe, des
Schlafes", auch ein Heiligengrab.
Ein anderer, ähnlicher Bau, aber ohne Gliederung in Stufen,
steht unfern der kleinen Ortschaft Syrkyp, n. o. n. von Luktschun.
In den Nischen dieses Denkmals sind noch Reste von bemalten
Buddhafiguren erhalten. (Taf. 15.)
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