国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0201 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 201 ページ(カラー画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000198
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

139

Der ausstellende Beamte drückt sodann sein großes Amtssiegel
mit Zinnober so auf die zusammengelegten Pässe, daß ein Teil des
Abdrucks auf das Original, der andere Teil auf das Duplikat ge-
preßt wird. Das Original erhält der Reisende, das Duplikat bleibt
auf der Kanzlei, von wo an alle Orte, die der Reisende besucht,
eine ganz genaue Kopie an die dortige Behörde gesandt wird.
Der Paß des Reisenden wird bei der Vorzeigung neben eine die-
ser Kopien gelegt, und der Siegelabdruck muß dann stimmen.
Hier in Aksu besuchte ich auch noch den Wang von Aksu. Es
ist ein Türke, aber nur ein Titularkönig, oder, wie die Eingeborenen
sagen, ein chizmät-kär-Wang, oder dienender König. Nur die Wangs
von Komul und von Luktschun sind herrschende Fürsten; sie hei-
ßen mämlâkät wang, oder Reichskönige. Aber ihre Macht ist durch
die chinesischen Beamten, welche sie überwachen, erheblich ein-
geschränkt.
Jetzt wurde es so unerträglich heiß, daß ich des Tages rasten,
des Nachts reiten mußte — die Karre folgte mit einem Soldaten
des Yamen (Regierungsgebäude) von Aksu.
Als ich, unter Führung eines zweiten Soldaten, von Tschädir
Köl aufbrach, war es ein Uhr nachts. Es war stockdunkel. Der
Soldat trabte an — da hörte ich etwas plumpsen und dann seine
Rufe: er war im Finstern mit seinem Pferd in eine über mannstiefe
Pfütze gefallen, und ich hatte Mühe, ihm und dann dem Pferde
herauszuhelfen.
Hier waren die Leute auf einmal unfreundlich. Es stellte sich
heraus, daß einige englische Offiziere vorher denselben Weg ge-
ritten waren.
Ihre Diener, indische Mohammedaner, trugen englische Sport-
kostüme und galten deshalb für parang oder Franken. Diese Leute
hatten mit dem ihnen eigenen Übermut die Türkiwirte und Bauern
bedrückt, Eier, Hühner usw. requiriert und die Leute nicht be-
zahlt, vielmehr das ihnen von der Herrschaft dafür übergebene
Geld — einige wenige Groschen! — selber eingesteckt! Es wäre
zu wünschen, daß im Interesse aller Europäer, die hier reisen, alle
indischen, oder andere asiatischen, Diener, durch ihre Tracht ge-
nügend von europäischen Reisenden geschieden würden, so daß
solche peinliche Verwechslungen nicht vorkommen können.
Die Engländer selbst, der Landessprache unkundig, ahnten na-
türlich nichts von diesen Missetaten ihrer Diener.
Die übrige Reise bis Kaschghar vollzog sich ohne irgendwelches
erwähnenswerteres Ereignis.