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0184 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 184 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

Eine derselben hatte ein kleines Fenster in der Außenwand, und
(Taf. 37) aus diesem Fenster genoß man einen wundervollen Aus-
blick auf den Fluß und die wildromantische Landschaft, die er
durchquert.
Andere Tempelhöhlen waren deshalb kunstgeschichtlich wich-
tig, weil sie uns die Art der Anbringung der Bemalung in ihren ver-
schiedenen Stadien zeigten. Da waren Tempel, deren Wände eben
erst abgeglättet und geweißt waren, in anderen hatte man auf die
so zubereitete Wandfläche ein Netz für den Maler gezogen. Diese
Netze sind Rechtecke, eines immer kleiner als das andere, die in-
einander stehen. Durch die Ecke ist häufig eine Diagonale gezogen.
In das auf diese Weise vorbereitete Netz wurden die Pausen ein-
gespannt und dann erfolgte die Ausmalung. Zuweilen fanden sich
auch im Netz Aufschriften in Sanskrit oder tocharisch, aus denen
hervorzugehen scheint, daß es Instruktionen für den Maler sind:
„Hier kommt der Buddha hin, hier dieser oder jener Heilige" usw.
Eine andere, nahe dabei gelegene Höhle dieser zweiten Anlage,
ist der von uns die „Seefahrerhöhle" getaufte Tempel. Er besteht
aus einem langen Rechteck, das in den beiden Langseiten Schilde-
rungen von Legenden zeigt, in denen Seefahrer eine große Rolle
spielen. Es ist Grünwedel gelungen, den Gegenstand beider Er-
zählungen festzustellen. (Taf. 40.) Unter diesen Bildern läuft ein
Akanthusfries, in bestimmten Entfernungen immer unterbrochen
durch die Darstellungen des Kopfes eines Kindes, eines Mannes,
des Jupiter Otricoli und eines Mönches, endlich, als Abschluß jeder
Serie, eines Totenschädels.
In der Nähe dieser Höhle fand sich der Rest eines sehr zerstör-
ten Tempels. Vorhanden war noch ein Podium, auf dem sich die
Reste ausgezeichnet modellierter hellenistischer Statuen befanden.
An der Rückwand stand ein ähnliches Podium und in einer Nische
auf der rechten Seite dieser Bank fanden wir eine seltsame Stele.
(Taf. 47.)
Sie besteht aus dem Fuß eines Elefanten, auf den ein Elefanten-
kopf mit seltsam ausgefransten Ohren aufgesetzt ist. Der Rüssel
umschlingt den Fuß, die Orbitalwülste täuschen einen Frauenbusen
vor, und oben auf dem Gebilde sitzt ein spätantikes Frauenhaupt.
Es ist wohl möglich, wie Grünwedel meint, daß diese Stele eine
Nachbildung ist jener Trägerfiguren, die man in Pompeji gefunden
hat: ein auf einer Kugel stehender Raubvogel oder Raubtierfuß
trägt eine geflügelte, groteske Figur, die mit beiden Armen einen
Gegenstand stützt. Ähnliches mögen die Leute gesehen und in ihrer
Weise nachgeahmt haben.