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0031 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 31 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

Er soll aber auch Tempel mit Wandgemälden verziert haben.
Da Mani ein echter Iranier war, ist auch die Grundlage seiner
Religion echt iranisch. Sie war ein seltsamer Synkretismus christ-
licher, in Turkistan auch buddhistischer, Anschauungen, auf der
Basis des mit unerbittlicher Konsequenz durchgeführten iranischen
Dualismus. Diese Mischung hat Mani noch durchsetzt mit Bestand-
teilen der alten babylonischen Volksreligion und mit Elementen
der Gnosis.

Es war eine selbständige Religion, aber, je nachdem Manichäer
unter Christen oder Buddhisten lebten, konnten sie sich durch Be-
tonung der christlichen oder der buddhistischen Bestandteile ihres
Glaubens leicht für eine Sekte der betreffenden Religion ausgeben.

Der Grundzug der Lehre ist der Kampf des guten Prinzips, des
Lichtes, mit dem Bösen, der Finsternis. Es entbrennt ein Kampf;
das Licht unterliegt; die Finsternis bemächtigt sich einiger Licht-
teile und vermischt sich mit ihnen.

Die Finsternis wird mit der Materie gleichgesetzt. Zur Errettung
der Lichtteile aus der Verbindung mit der Finsternis erfolgt ein
neuer, durch Emanationen des Lichtgottes geführter Kampf, in dem
diesmal die Finsternis unterliegt. Aus den mit Finsternis gemisch-
ten Lichtelementen werden die Himmel und unsere Erde, sowie das
erste Menschenpaar geschaffen.

Die Finsternis aber, um die Errettung der mit der Materie ver-
mischten Lichtteile zu verhindern, erweckt die Sinnenlust der
Menschen.

Durch die immer von neuem, bei jeder Geburt, sich vollziehende
Zerteilung der in jedem Menschen vorhandenen Lichtteile in den
Kindern, soll schließlich so wenig Licht in deren Körpern übrig-
bleiben, daß es nicht mehr von der Materie geschieden werden
kann.

Das Manitum trug den Charakter einer streng asketischen Re-
ligion. Aller Geschlechtsverkehr, der Genuß von Fleisch und Wein,
der Besitz weltlicher Güter jeglicher Art, war den „vollkommenen
Jüngern" strengstens untersagt, weil alle diese Dinge den Menschen
an die, dem Ursprung nach, dämonische Welt fesselten.

Daher konnte nur ein Teil der Gemeinde die vollen Weihen er-
halten. Die enthusiastischen Geister nahmen die Weihen an und
widmeten ihr Leben vollkommen der Lehre der Religion, sie sie
als reisende Missionare zu verbreiten hatten. Sie lebten von Al-
mosen, die die übrigen Manichäer ihnen darbrachten, nämlich von
Brot und Früchten, und seltsamerweise wurden die in diesen Nah-
rungsmitteln enthaltenen Lichtteile durch den Weg durch die Kör-