国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0210 |
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 |
| 中央アジア秘宝発掘記 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
wir. Die afghanischen Freunde des Mörders hatten aber die Stein-
massen zum Teil heruntergerissen.
Auf der indischen Seite des Passes gelang es gerade noch, Sherer
zu der Lagerstätte von Burtsi zu bringen; sie führt ihren tibeti-
schen Namen nach einer Absynthpflanze, deren Wurzelstock aus-
gegraben wird und das einzige Brennmaterial bildet.
Hier versagten seine Kräfte, und wir mußten uns entschließen,
einen Rasttag einzuschieben. Das Tal, in dem wir lagerten, war
eine schauerliche, von riesenhaften kahlen Steinmassen umgebene
wilde Klamm, in die seitlich eine kleine Schlucht mündete. Un-
geheuere Steinmassen waren hier durch die tobenden Gewässer der
Schneeschmelze zusammen gehäuft, und der Eindruck der Zerstö-
rung und die Erinnerung an die ungeheuren Kräfte, die hier ge-
wütet hatten, machten das Tal zu einem unheimlichen Aufent-
haltsort.
Die Karawanenleute waren höchst unzufrieden über diesen
Rasttag. Ihr Pferdefutter, das man ja mitführen muß, das Holz
und die Lebensmittel, waren bereits sehr knapp geworden. Am
nächsten Morgen suchte ich Sherer auf und fand zu meiner Be-
stürzung, daß er sich nicht erheben konnte. Er hatte hohes Fieber;
seine Zunge war wie glasiert und einmal in der Länge, zweimal in
der Quere gespalten. Die Zähne umgab eine schmutzigbraune
Kruste und der auf erschöpfenden Husten herausgebrachte Schleim
war braun gefärbt. In der Nacht hatte er Delirium gehabt.
Infolge dieser ernsthaften Entwicklung mußten wir einen zwei-
ten Rasttag halten. Wir hielten eine Beratschlagung und es wurde
beschlossen, daß ich Sherer mit dem Zelt, — ich kampierte im
Freien, — sämtlichen Mundvorräten, seinen Dienern und zwei
ortskundigen Karawanenleuten, dort zurücklassen solle, die Kara-
wane über die nächsten 3 Pässe, übrigens die schwierigsten in
der ganzen Kette, nach Tibet herunterzuführen und dann mit Hilfe
zurückkommen und ihn holen solle.
Am Abend aber gerieten die Karawanenleute in große Auf-
regung und ich hörte, daß sie entfliehen wollten. Mein türkischer
Diener kam bestürzt zu mir und sagte, daß sie des Nachts um
12 Uhr mit den Pferden aufbrechen und uns unserem Schicksal
überlassen wollten. Ich hatte zum Glück noch einen großen Sack
mit Weizenmehl mitgenommen. Weizenmehl, mit Gletscherwasser
angerührt, war die einzige Kost dieser Leute. Ich überreichte also den
Rädelsführern diesen Sack, bedrohte sie aber mit dem Tode, wenn
sie den Versuch machen sollten, uns zu verlassen. Diese Nacht
mußte ich mit dem Mauserkarabiner in der Hand aufsitzen, um
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