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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0226 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 226 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

Konkurrenten aber herabzusetzen und deren Personen recht gröb-
lich zu beschimpfen: „Sāb not believe him, he liar, he very big
t'ief! I good man, honest man! Go 'way, t'ief!" usw. (Der Herr
soll ihm nicht glauben, der ist ein Lügner, ein sehr großer Dieb!
Ich bin ein guter Mann, ehrlicher Mann! Geh weg, du Dieb! usw.).
Gewöhnt an die immer respektvolle und kultivierte Art der
Kaufleute Ostturkistans, seien sie Türken oder Chinesen, staunte
ich zunächst über die unverschämte Aufdringlichkeit dieser Leute;
ich bat sie, mich noch schlafen zu lassen und versprach, später mit
ihnen zu verhandeln.
Alles neigte sich zur Erde und ich ging in mein Zimmer zurück.
Nach fünf Minuten ging der Lärm wieder los und als sich dies Spiel
mehrmals wiederholt hatte, wurde ich so zornig, daß ich mit der
Peitsche unter sie sprang.
Jetzt flüchtete alles in wilder Panik — aber in kurzer Zeit war
die ganze Gesellschaft wieder da!
Da ließ ich durch einen der schon vor Kälte zitternden Goa-
nesen, er hieß — o quae mutatio rerum! Albuquerque! — der mir
eben chota hazri, das erste Frühstück gebracht hatte, meinen hand-
festen Afghanen und meine Türken holen, die die Kerle hinaus-
warfen.
Später traf ich sie vor dem Hause und machte mit einem paar
Silberschmieden, Vater und Sohn, die sehr schöne und billige Sa-
chen herstellten, eine Verabredung auf drei Uhr nachmittags.
Auch ein Tribus von Bootleuten (handji) bot sich und ihr Boot
mir an, prachtvolle, muskulöse Männer mit ihren sehr hübschen
Frauen und Töchtern, die ebenfalls mitvermietet werden. Ich nahm
ein kleines Boot, ohne weibliche Zugaben.
Srinagar erinnert dadurch an Venedig, daß man die zahlreichen
Kanäle als Straßen benutzt. Ein Boot, das man auf 8, 14 Tage
oder länger mietet, ist stets bereit, den fremden Herren zu fahren.
Nach meinem Besuch in der Residency fuhr ich zu den Silber-
schmieden, die ein stattliches Gebäude an einem der Kanäle be-
wohnten. Zu meinem Befremden erscholl laute Klage im Hause, und
als man mir endlich öffnete, erfuhr ich mit Bestürzung, daß beide
Männer, die ich am Morgen noch in guter Gesundheit gesehen hatte,
inzwischen gestorben seien!
Es war Cholera in der Stadt und hundert Leute starben täg-
lich an dieser grauenhaften Krankheit. Europäer werden kaum je
davon berührt.
Wenn man sieht, wie die Kaschmiri-Mohammedaner das Kanal-
wasser zum Baden, Trinken, Gurgeln usw. benutzen, wo doch aller