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0031 Alt-Kutscha : vol.1
Ancient Kucha : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / Page 31 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000192
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I,14—I,15

selbst. Dieser krippenartige Charakter ist noch weiter geführt, bisweilen reichen die Buddha umschwebenden musizierenden und blumenwerfenden Devatâs bis in die Gänge hinein, wenn die Gewölbe derselben nicht anderweitig bemalt waren. Sie sind dann nach dem Halbgewölbe zu fliegend gemalt. Noch heute wirkt vor den zerstörten Nischen die Illusion: man glaubt sich, steht man vor denselben, wirklich umschwebt. Diese Darstellungen entsprechen also Vers 74-77 und wohl auch zum Teil 107-111. Bisweilen ist eins oder zwei der Predigtbilder (im letzteren Falle zwei um einen Buddha gruppiert), die sonst auf den Seitenwänden vorkamen, in den Bogen über die Nische gemalt, in Sorcuq sogar aus Lehmfiguren zusammengestellt. In der Haupthalle sind über den Buddhapredigten der Seitenwände Balkone mit musizierenden Göttern. Über diese werde ich unten (II,5, 10) zu Tafel I—XIV ausführlich sprechen. Auch sie entsprechen etwa Vers 107--111 der Ceylon -Chronik.

15. Die Rückwand des hinteren Ganges und bisweilen die Seitenbogen desselben dienen zur Darstellung des Parinirvâna. Das Ruhebett und der meist kolossale Buddha darauf sind dann immer Vollfigur: es entspricht dies dem Verse 81 des simhalesischen Textes.

Die Seitenwände der Seitengänge, bisweilen auch die Wand gegenüber der Rückwand des hinteren Ganges, dienen zu Darstellungen großer Bilder: des Leichenbrandes (II,83 ff.) und der Verteilung der Reliquien (II,85 ff.), also Vers 97-100 der Chronik; die Seitengänge aber nur dann, wenn nicht die Familie des Stifters dort abgebildet ist. Hier erscheinen auch andere Bilder: das erste Concil, Ajâta§atrus Krankheit und Varsakâra (vgl. Tafel XLII--XLIII und II,73 ff.) und einige andere Szenen, gelegentlich sogar Jâtakas.

Den Gewölbebogen über der Tür füllt immer das unten (Fig. II,8) im Umriß gegebene Maitreyabild mit mancherlei Varianten. Gelegentlich sind hier die Stifter eingeschoben.

Die Stifterfiguren, vgl. Fig. 14, 15 und Tafel XLVIII–XLIX, sind meist an der Türwand, doch kommen hier auch noch Predigten als Seitenwand-Fortsetzung vor, oder die Stifter marschieren in Reihen, von lampentragenden

I,15—I,17

Mönchen geführt, auf beiden Seiten der Gänge neben der Kultnische. Diese Dinge fehlen in der Ceyloner Chronik.

Den Zenith des Gewölbes schmückt Sonne, Fig.I,50--52, und Mond, umgeben von Sternen, aber auch Sturmgötter (stets weiblich!) mit Säcken, Garudas mit geraubten Nâgas, schwebende Arhats, auch Blitzschlangen und Wolken. Die Gewölbehälften sind mit Reihen bunter Berge bemalt, in denen bald je eine Buddhafigur mit einem Zuhörer, bald Jâtakas und verwandte Dinge dargestellt sind, vgl. unten ausführlich zu Fig. II,42, 43, 44, 45. Bisweilen reichen diese Bilder in die Seitengewölbe hinein: Ceyloner Chronik V. 101-102.

Noch ist zu erwähnen, daß bisweilen vor der Tür der Haupthalle c c' oder in den Laibungen d d' oder an den inneren Türwangen e e' oder in den Bogen R. und L. vom Parinirvâna in den hinteren Gängen große gepanzerte, mit Bannern, Bogen und Pfeil oder Keulen bewehrte Dämonenfürsten vorkommen, die Vers 106 ff. der Chronik entsprechen.

  1. Die vier großen Dämonenkönige Dhrtarâstra, Virûpâksa, Virûdhaka, Vai§ravana kommen ursprünglich allein nicht vor, wie die Chronik V. 104 will. Sie erscheinen nur als gepanzerte spitzohrige Götter in den Bildern der Seitenwände. Dagegen treten sie auf den Spandrillen einer jungen Höhle zu Kiris in den später geläufigen Formen und Attributen auf, auch sind da ihre Begleiter genau nach dem späteren Schema dargestellt. Um es hier noch zu erwähnen: sie bleiben ständig als stehende Figuren in den Ecken der Zellas der Avalokite§varatempel in der Oase Turfan. Möglich ist es, daß sie in den Vorhallen vielleicht da und dort als Vollfiguren standen, aber wohl nur als gepanzerte Männer, kaum in der scharf spezialisierten Bestimmung durch gesonderte Attribute, wie in Kiris, den späteren Figuren in und bei Turfan, in China, Japan und Tibet: Ceyloner Chronik 104. Die Vorgeschichte Buddhas, Vers 103, fehlt in diesen Höhlen.

  2. Betrachten wir die so verteilten Materialien dieses häufigsten Typus im einzelnen, so heben sich sofort die quadratischen Bilder aus dem Leben Buddhas heraus; es gilt dies auch vom Typus A als eine besondere

Grånwedel, Alt•Kutacha   I 3•