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0143 Alt-Kutscha : vol.1
Ancient Kucha : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / Page 143 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000192
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dann diesen Quark aufbehalten?' Da sagt sie mir darauf: ,Das hieße sich ja ins eigne Fleisch beißen, wenn ich deine Konfektstückchen aufessen wollte!' Deswegen, weil sie dies getan hat, verzehrt sie nun ihr eignes Fleisch. Wieder steht das Fest eines Mondhauses bevor und ich mache herrliches Konfekt und schickte es den Verwandten. Das Hausmädchen ißt diese herrlichen Dinge unterwegs auf und überreicht dort schlechtes Zeug. Und die gaben mir zu hören: ,Dir geht es wohl recht elendig, daß du uns schlechtes Zeug schickst?' Da hab ich mir denn das Mädchen gelangt: ,Mädel, du hast wohl gar das schöne Konfekt genascht und dann mit Kram aufgewartet?' Und sie antwortet mir: ,Würde die nicht Bluteiter schlucken, die deine SüBigkeiten verzehrte?' Und als Lohn für das, was sie getan hat, schluckt sie Eiter und Blut. Mir aber war der Gedanke gekommen, dort möchte ich meine Wiedergeburt finden, wo ich den Lohn dieser Aller für das, was sie getan haben und wie sie dafür büßen müssen, sehen könnte. Und so bin ich durch den Einfluß dieses törichten Wunsches die Großmeisterin von Gespenstern geworden, während ich, weil ich dem ehrwürdigen Mahâkâtyâyana einen Reiskloß gereicht habe, in dem mir dadurch nahegerückten Götterlande der dreiunddreißig Devas hätte wiedergeboren werden können. Srona, du wirst nach dem Neste Vâsavagrâma gehen, dort lebt meine Tochter, die hält ein Hurenhaus. Ihr sollst du sagen: ,Ich habe deinen Vater, deine Mutter, den Bruder, das Weib deines Bruders und das Dienstmädchen gesehen. Die lassen dir sagen: ,Schmachvoll ist es, was dir reifen wird aus dem, wie du's treibst, gib das Schandleben auf!` „Schwester, du sagst ja selbst: ,Gemeine Betrüger sind wir, Leute aus Jambudvîpa`: Niemand wird mir glauben." „Srona, wenn sie dir nicht glaubt, dann sage ihr nur: ,Im alten väterlichen Wohnhaus sind vier eiserne Kessel voll mit Goldsand in einem Gestell und in der Mitte ein goldener Ablutionskrug mit einem Brâhmanastock. Die hol' heraus, genieße davon, was dein Herz entzückt; aber wenn die Zeit kommt, wo man mit Totenklößen der Zeit Genüge tut, dann gib auch in unserm Namen eine Gabe davon dem ehrwürdigen Mahâkâtyâyana.` Vielleicht wird dadurch das, was wir verschuldet haben, geringer, schwindet und hört auf." Srona versprach es ihr. Da seit der Zeit, wo er so herumwanderte, nun zwölf Jahre verflossen waren, so sprach sie zu ihm: „Srona, du wirst jetzt nach Vâsavagrâma gehen." „Schwester, ich werde gehen." Er war noch in dem Palaste, da gab sie den Gespenstern den Auftrag: „Geht, ihr Freunde, legt den Sronakotîkarna schlafend im väterlichen Garten nieder und kommt dann wieder zurück!" So wurde Srona von ihnen nach Vâsavagrâma in den väterlichen Garten gelegt. Als er aufwacht, sind, so weit er sehen kann, Glocken und Schirme, auchFächelwände mit Inschriften beschrieben: „Für eine leichte, fröhliche Wiederkehr, für eine schnelle Wiederkehr, falls Sronakotîkarna noch lebt; aber wenn er das Zeitliche gesegnet hat, gestorben

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ist, daß er eine bessere Daseinsform als die, welche er verlassen, erlange." Da denkt er: „Wenn ich für Vater und Mutter schon als verstorben gelte, wie kann ich da noch ihr Haus betreten; ich gehe zu dem ehrwürdigen Mahâkâtyâyana und werde Mönch." Also ging Sronakotikarna dahin, wo der ehrwürdige Mahâkâtyâyana sich befand. Es hatte aber der ehrwürdige Mahâkâtyâyana den Sronakotîkarna schon von weitem gesehen, also rief er ihm zu: „Komm her, Srona, sei willkommen, hast du, o Srona, nun diese Welt gesehen, aber auch die andere?" Srona antwortete: „Ich habe sie gesehen, verehrungswürdiger Mahâkâtyâyana, ich möchte, verehrungswürdiger Mahâkâtyâyana, das Mönchtum auf mich nehmen, denn du sollst mir die heilige Disziplin verkünden; unter deinen Augen will ich als Mönch leben, unter deinen Augen tugendhaften Wandels sein." Aber der Ehrwürdige: „Erfülle, Srona, die früher gegebenen Versprechen, richte die Botschaften aus, wie du sie angenommen hast." Also ging Srona zu dem Hammelschlächter: „Mein lieber Mann, deinen Vater habe ich gesehen, er sagt: ,Recht unerfreulich ist, was dir einst zufällt aus deinem Beruf, gib dieses Sündengeschäft auf.`" „Aber, Mann, seit mein Vater tot ist, sind zwölf Jahre vergangen, ist je einer gesehen worden, der aus dem Jenseits wiederkam?" „Mein lieber Mann, da komme ich ja her!" Aber jener glaubt es nicht. „Mein lieber Mann, wenn du es nicht glauben willst, so läßt dir dein Vater sagen: ,Unter deinem Schlachthaus steht ein Topf mit Goldsand voll, den nimm heraus, genieße davon nach Herzenslust; aber nimm die Gelegenheit wahr, jedesmal, wenn die Zeit ist für die Seelenklöße, und reiche jedesmal in unserm Namen dem ehrwürdigen Mahâkâtyâyana eine Gabe. Vielleicht wird die Wirkung dessen, was ich getan habe, schwächer, schwindet, löst sich auf." Jener denkt: „So etwas habe ich doch noch nie gehört, aber nachsehen will ich, und wenn es so ist, muß alles wahr sein." Darum grub er nach, bis alles da war, und nun glaubte er daran. Nun ging er zu dem, der mit Weibern, die ihm nicht gehörten, zu schaffen hatte. Angelangt bei ihm, redete er ihn an: „Mein freundlicher Herr, deinen Vater habe ich gesehen, der sagt: ,Recht unerfreulich ist, was dir reift aus diesem deinem Lebenswandel, höre auf mit diesem widerlichen Lasterleben!" Jener aber antwortete: „Mensch, heute sind es ja zwölf Jahre, daß mein Vater tot ist, hast du je einen gesehen, der aus dem Jenseits wiedergekommen war?" „Freundlicher Herr! daher komme ich ja eben!" Das glaubt jener nicht. Da sprach Srona: „Wenn du, mein Gönner, es nicht glaubst, unter dem Feueropferhäuschen hat dein Vater ein Gefäß hingestellt, das mit Goldsand gefüllt ist. Er sagt: ,Das hol' heraus, genieße davon nach Herzenslust; aber nimm die Gelegenheit wahr, wenn die Zeit ist für die Totenklöße, und reiche jedesmal in unserm Namen dem ehrwürdigen Mahâkâtyâyana eine Gabe. Vielleicht wird dann die Wirkung dessen, was ich getan, schwächer, schwindet, löst sich auf.'