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0146 Alt-Kutscha : vol.1
Ancient Kucha : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / Page 146 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000192
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welche ich durch mein Erkennen und durch meine Erleuchtung verkündigen konnte." Da kam dem Srona der Gedanke: „Jetzt ist vielleicht für mich Zeit, Buddha zu fragen," also stand er auf, verneigte sich vor ihm und redete also: „Bei uns, den Leuten im Grenzgebiet Vâsavagrâma, o Herr, wohnt Mahâkâtyâyana: der ist mein Lehrer. Er ist es, der sich vor Buddhas Füßen verneigt, er frägt bezüglich einiger Störungen und bezüglich des Gebrauchs angenehm zu berührender Dinge fünf Fragen, die möchte ich nun ausführlich darlegen." Buddha antwortete Sronakotîkarna also: „O Srona, diese Frage zu beantworten ist jetzt nicht die Zeit; sobald die Mönchsgemeinde versammelt ist, wird Zeit zu Antwort sein. Darauf, als die Zeit dazu gekommen . war, erhob sich Buddha und setzte sich auf dem an der Spitze der Mönchsversammlung bereiteten Sitze nieder. Und Sronakotîkarna ging dahin, wo Buddha sich befand, und angekommen, verneigte er sich mit seinem Haupt vor seinen Füßen, stellte sich zur Seite und redete Buddha also an: „Es wohnt bei uns, den Leuten im Grenzgebiet Vâsavagrâma, Mahâkâtyâyana, der ist mein Lehrer; er ist es, der sich mit dem Haupte vor Buddhas Füßen verneigt, er frägt bezüglich einiger Störungen und bezüglich des Gebrauchs angenehm zu berührender Dinge fünf Fragen, die sollen nun ausführlich dargelegt werden, als Dinge, die, wie früher erlassen wurde, Verzeihung suchen." Buddha sprach: „Deshalb bin ich damit einverstanden (3), in den Grenzländern kann die Aufnahme durch Fünf erfolgen, die mit dem Vinaya vertraut sind (1), laß sie immerhin baden (4), da Schuhe nur mit einem Blatt getragen werden müssen, soll man nicht solche mit zwei oder drei Blättern nehmen; hat ein Schuh seine Pflicht getan und geht in Stücke, so soll man ihn wegwerfen und einen neuennehmen(5), ein Mönch übersendet eine Mönchsrobe, dabei geht sie verloren und kommt nicht wieder zur Stelle, dabei ist nichts als sündhaft zu bezeichnen." Da frug der ehrwürdige Upâli den Herrn Buddha: „Der Ehrwürdige sprach davon, daß die Aufnahmezeremonie in den Grenzländern schon durch Fünf vollzogen werden kann, was ist nun da mit Grenze gemeint und was mit Grenzland?" „Es liegt im Osten, o Upâli, eine Stadt Pundavardhana, östlich davon liegt der Berg, der Pundakaksa heißt. Was dazwischen liegt, ist Grenzland. Es liegt im Süden eine Stadt Sarâvatî, weiter ein Fluß Sarâvatî, der ist Grenze, was dazwischen liegt, ist Grenzland. Es liegen im Westen zwei Brâhmana-Dörfer Sthûna und Upasthûna, die sind an der Grenze, was dazwischen liegt, ist Grenzland. Im Norden liegt der Berg U§ira, der ist Grenze, was weiter liegt, ist Grenzland.

„Was aber hat Sronakotîkarna früher getan?" so frug die Versammlung. Buddha erzählte: „Es war die alte Zeit, als Tathâgata Kâsyapa, der würdige, der vollendete Buddha, der Heilbringer, als Lehrer auf der Erde erschienen war. Damals war in Bârânasî ein Ehepaar. Das Paar hatte noch im Kreise des Buddha Kâ§yapa die Moralsätze angenommen,

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wodurch ihm möglich wurde, bei ihm Schutz zu suchen, als Kâ§yapa als vollendeter Buddha seine ganze Pflicht erfüllt hatte und in Körperlichkeit in die Vorstufen des Nirvâna überging. Ihm wurde vom Kőnig Krki ein Caitya erbaut aus vier wertvollen Steinarten, ein Yojana exakt hoch. Die Werkstätten nun, welche statt Steuer zu zahlen, arbeiten mußten, erhielten nun, soweit sie am östlichen Stadttore standen, die Weisung auf diesen Caitya, daß sie die Wiederherstellung etwaiger Risse und Beschädigungen zu besorgen hätten. Nun starb König Krki und sein Sohn Sujâta wurde König. Von seinen Beamten wurden nur wenig Frohndearbeiter verwendet. Da sprach der König zu ihnen: ,Was nützt mir das, daß ihr nur wenig Frohndearbeiter heranzieht, existieren denn in meinem Reiche solche Leistungen nicht?' Sie antworteten: ,Woher sollten denn solche Leistungen kommen, o König; was da am östlichen Tore war, das hat vom alten König noch die Anweisung, etwaige Brüche und Risse dort am Stûpa auszuflicken. Will es der König, werden wir diese Verpflichtung aufheben!' Da redete der König: ,Opus patris mei opus divinum at minime aeternum.' Da dachten sie: ,wenn der König nun will, dann werden wir alle es so einrichten, daß diese Leistungen von selbst sich erledigen.' Also schlossen sie das Tor und ließen es geschlossen. Die Leistungen fielen weg und am Stûpa erschienen Risse. Da war gerade das alte Ehepaar da und umwandelte den Stûpa, als aus dem Norden ein Kaufmann mit Waren ankam nach Bârânasî. Er erblickte den Stüpa. Risse und Sprünge sah man deutlich. Er sah sie auch und frug: ,Alte Mutter, alter Vater, wem gilt denn dieser Stûpa?` Sie antworteten: ,Dem vollendeten Buddha Kâ§yapa`. ,Wer hat ihn gebaut?' ,König Krki.' ,Hat denn dieser König nichts angeordnet bezüglich der Ausbesserung der Risse und Sprünge?' Das Paar antwortete: ,Die Anordnung war da, daß die Werkleute am östlichen Stadttore statt der Steuer den Auftrag haben, an diesem Stüpa Risse und Sprünge auszubessern. Aber König Krki ist tot, der Sohn Sujâta ist König, die Leistung ist aufgehoben. Nun sieht man Risse und Sprünge deutlich am Stûpa.` Jener Kaufmann hatte im Ohr einen Perlenschmuck, den nahm er ab und gab ihn dem Paare: ,Alte Mutter, alter Vater, laßt für diesen Perlenschmuck die Risse und Sprünge am Stüpa ausbessern; indeß will ich meine Waren verkaufen und dann wiederkommen. Ich will dann später noch mehr spenden.' Das Paar verkaufte den Schmuck, ließ die Ausbesserung der Risse und Sprünge davon herstellen, und doch blieb noch ein Überschuß. Als nun der Kaufmann seine Waren verkauft hatte, kam er wieder. Er sah den Stüpa und konnte sich nicht satt daran sehen. Der Anblick hatte ihn noch freundlicher gemacht. In solcher Stimmung stellte er die Frage: ,Alte Mutter, alter Vater, habt ihr dabei etwas zugeben müssen?' Sie aber antworteten: ,O Sohn, wir haben durchaus nichts zuzahlen müssen, es ist im Gegenteil noch etwas übrig geblieben.'