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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0181 Alt-Kutscha : vol.1
古代クチャ : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / 181 ページ(カラー画像)

キャプション

[Figure] Fig. 54. 勝利の神の布(サンスの宝物室)、シャルル・ディール、『ビザンティンの工芸美術 (Manuel d'Art Byzantin)』, パリ、 1910年、253ページ。Sudarium des heiligen Victor (Schatzkammer von Sens) nach Charles Diehl, Manuel d'Art Byzantin, Paris, 1910, S. 253.
[Figure] Fig. 55. 自分の血を雌虎とその子供に与えるボディサットヴァ(Bodhisattva:菩薩)、ショルチュク [Šorčuq] 、石窟3B。Der Bodhisattva gibt sein Blut der Tigerin und ihren Jungen, Šorčuq, Höhle 3B.

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II 71

II,52—II,53

Als den Ausgangspunkt möchte ich die in Gandhâra lokalisierte Legende vom König Sivi ansehen und glauben, daß die anderen Aufopferungen von Körpergliedern nur Reduplikationen derselben Erzählung sind.

Fig. 54. Sudarium des heiligen Victor (Schatzkammer von Sens) nach Charles Diehl, Manuel d'Art Byzantin, Paris 1910, S. 253.

Ein zweiter Typ dieser Legenden ist die von der Aufopferung des Bodhisattva an eine Tigerfamilie. Diese Erzählung ist in Taksa§ilâ lokalisiert. Derselbe Typus wird auch zu einer anderen mir unbekannten Legende verwendet, in welcher der Bodhisattva sich einer Schakalsfamilie aufopfert. Doch sind Schwankungen in der Darstellung: neben dem auf dem Boden ausgestreckt liegenden Bodhisattva — an dem die Tiger fressen — ein Typ, der den Buddhisten von den Darstellungen der Einsiedler-Höhlen vertraut war, kommt auch der sitzende Bodhisattva vor, der seinen Fuß einem zu seinen Füßen hockenden Löwen in den Rachen steckt. Offenbar ist also auch diese Legende vervielfacht worden.

53. Es liegt nun der Gedanke nahe, daß gerade dieses raffinierte Vervielfältigen desselben Motivs unter Einflüssen entstanden ist, welche nicht aus Indien stammten, schon deshalb, weil die Orte, wo diese Vorgänge sich abgespielt haben sollen, in den NW von Indien liegenden Ländern liegen. Ja, wir sehen auch, daß die Legenden sich innerhalb der eigenartigen Entwicklung des Buddhismus so lokalisieren und so vielseitig ausgebildet werden, dessen Träger das Volk ist, dem wir die Gandhâraskulpturen und wohl auch mit Recht die Gemälde unserer 1. Periode zu-

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schreiben dürfen. Wenn wir noch weiter gehen, so mögen wir auch hier von der künstlerischen Seite den Ausgang suchen und damit liegt der Gedanke nahe, daß feste Typen, feste Kompositionen in scriptione plena oder defectiva die Vorlagen gewesen sein mögen. Darstellungen von Märtyrerszenen, blutige Opfer, d. h. Hingabe von Gut und Blut, führt uns aber unmittelbar auf christliche Vorstellungen. Nun wären ja an sich Übertragungen von Märtyrerdarstellungen, soweit ich es beurteilen kann, vom 4. Jahrhundert an denkbar und möglich; wir finden aber unter den Darstellungen keine einzige, welche mit einer solchen Legende harmonieren würde. Dagegen bieten uns die ältesten Bilder christlichen Ursprungs eine Reihe von Darstellungen, in welchen die Hingabe des Lebens zwar gewollt, wenn auch nicht durchgeführt ist, ich meine die Darstellungen von Daniel in der Löwengrube, die Jünglinge im Feuerofen, Abraham seinen Sohn Isaak opfernd, Jonas im Walfisch usw., und diese christlichen Musterkompositionen möchte ich als Unterlage unserer Gewölbebilder ansehen.

Fig. 55. Der Bodhisattva gibt sein Blut der Tigerin und ihren Jungen, S`orcuq, Höhle 3B.

Auch hier scheint mir wieder Ägypten eine besondere Rolle zu spielen, denn besser als mit den entsprechenden Bildern in den Katakomben Roms scheinen mir u. a. die Deckengemälde in der Kuppel des großen Baues

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