National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0014 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
Captions
| [Figure] Fig. 2. |
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Citation Information
OCR Text
man mit Sicherheit sagen kann, sie habe den Typus der stehenden Statue des Königs Udayana gehabt, Fig. 2
Daneben standen zwei kleinere Statuen, von denen die L. stehende sicher eine gepanzerte Figur dargestellt hat.
Beachtenswert waren die glattanliegenden Schuhe der letzteren Figur, sie waren zweifellos früher als
stählerne Panzerschuhe bemalt. Gefunden wurde sonst nichts. Die Handschriften, welche einst die
»Seele« der Buddhastatue gebildet hatten, waren längst weggenommen.
Vor dem Ruinenkomplex unmittelbar an den Bergen, der wie der gegenüberliegende durch Eindringen
des Wassers gelitten hat, wurde ein Rest eines Stūpa geöffnet. Es fand sich darin eine runde Deckelschachtel
mit Knochenresten etwas größer wie eine Hutschachtel und vollkommen von derselben Form, wie die unten
zu besprechenden Gefäße für die Reliquien Buddhas auf den Wandgemälden. Es war kein Zweifel, daß es sich
um die landesübliche Form des Karaṇḍa für Reliquien handelte, freilich in der denkbar bescheidensten Form
einer schmucklosen Holzschachtel ¹).
Beim Weitergraben stellte sich heraus, daß der Stūpa auf ein altes, mit Wandgemälden reich ver-
ziertes Zimmer gebaut war. Leider war aber auch hier alles von dem eingedrungenen Wasser so vermorscht
und zersetzt, daß sich nichts retten ließ, sondern alles Bloßgelegte sofort in Staub zerfiel. Es wurde dabei
ein von dem Zimmer aus nach dem Flusse zu führender Gang entdeckt, der ein furchtbar zerstörtes, mehr als
2 m breites, sehr altes Bild enthielt.
Die Mittelfigur bildete eine thronende
Gestalt eines indischen Fürsten oder
Bodhisattva mit indischem Kopf-
schmuck, in viel größeren Dimen-
sionen, wie die übrigen Figuren.
Um ihn herum waren viele kleinere
Gruppen, darunter viele Frauen. L.
von der Hauptfigur sah man eine
sitzende Figur eines Königs (?), der
mit der ausgestreckten R. einen
Gegenstand, der wie ein Kranz aus-
sah, einem bärtigen Manne mit
nackten Armen darreichte, der einen
grau gemalten hutartigen Helm trug
und dessen Brust mit einem eben-
falls grau gemalten Ringelpanzer
geschützt war. Der Unterkörper
der Figur war zerstört. Auch dieses
Bild zerfiel sofort in Staub. Ver-
wandte Bilder, die aber leider fast immer sehr beschädigt sind, werden wir später bei Gelegenheit der Be-
schreibung der Höhlen von Qyzyl erwähnen können.
Unmittelbar hinter der großen Ruine führt eine Schlucht nach R. ab. Diese Schlucht enthält eine
ganze Reihe von mehr oder weniger zerstörten Höhlen, die wir vom Fluß an numerierten, um die eventuelle
Ausbeute daraus zu bestimmen.
Von der Schlucht an tritt nun die Felswand ganz nahe an den Fluß heran. Folgt man der Felswand,
im Winter auf dem Eise, im Sommer aber nur zu Pferde im Fluß, so gelangt man an eine zweite Schlucht,
welche ebenfalls Höhlen z. T. mit Freibauten enthält. Die Hauptanlage liegt auf der R. Seite der Schlucht.
Von dieser zweiten Schlucht an gehen die Berge wieder nahe an den Fluß heran. Bald aber erweitert
sich das Tal bedeutend, da der Fluß nach W. ausbiegt und die Berge treten weit zurück. Eine kleine Schlucht
und eine von N nach S orientierte Höhle bezeichnet nun das Gebiet, in welchem die größte Zahl der erhaltenen
Höhlen liegen. Sie reichen bis über eine dritte Schlucht hinaus und enden mit einem großen Felsentempel,
der jedoch hinter einer Ecke unmittelbar hinter der dritten Schlucht liegt. Bis zu dieser Ecke hat der Fluß
einen fast ganz nach W gerichteten Lauf. Über den Felsentempel hinaus auf dem L. Ufer noch weiter vor-
zudringen, ist unmöglich. Alle Höhlen dieser Hauptanlage sind ebenfalls einfach der Reihe nach gezählt worden.
Beachtenswert ist, daß die Bergseite über der Hauptgruppe von Höhlen vor der Schlucht überall deutlich
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