National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
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Farbe mit goldenen und roten Mustern und hellblauen Zipfeln, welche unter dem goldenen Ornamentbande
des unteren Randes des »Hennin« hervortreten. Die Haare sind lang und buschig und mit goldenen Scheiben
geschmückt, aus den Ohrläppchen hängen weiße Perlengehänge. Vom Rücken herab hängt ein braunes Über-
gewand (Fig. 506), die Achselschleife ist golden.
Den Raum zw. d. zerstörten Nebenfigg. des Amitābha bis zur Ecke der Rückw. füllen Seen mit Geländern
aus, auf welchen Kinder klettern, dazwischen sind Bäume, Pfauen und Phönixe, sowie Kinder, welche mit
Cintāmaṇis spielen. Die Pfeiler der Geländer haben als Bekrönungen Lotusse, im Wasser der Seen sind Lotus-
Knospen und Blüten erhalten. Der Stil der Kinderfiguren ist stark chinesisch (Fig. 505).
**Sockel der Amitābhafigur.** Vom Sockel der Amitābhafigur (vgl. Fig. 504 a, b) ist die Bekrönung ab-
gerissen, erhalten ist der abgeschrägte Würfel, der sein Mittelstück bildet, die vordere Fläche I ist 40 cm hoch,
71 cm breit, die abgeschrägten Seiten 2, II sind 40 cm breit, die Seiten 3, III nur 25 cm. Er steht auf drei
Stufen, deren zweite und dritte, wie die beigegebene Figur zeigt, etwas abgeschrägt sind, etwas zurück. Die
unterste Stufe A ist 90 cm breit.¹) Bemalt sind die Felder des Mittelkörpers in folgender Weise.
Mittelfeld I. In der Mitte steht ein Opfertisch, L. ein König und sein Diener, R. eine Dame mit Dienerin.
Diese einst in prachtvoller, goldreicher Malerei ausgeführten Figuren stellen zweifellos dieselben Personen
dar wie die Stifterbilder der Rückwand. Auf Feld 2 sind vier kniende Männer abgebildet, in betender Stellung,
der vierte mit merkwürdigen Hängeärmeln. Auf Feld II sind drei kniende Stifter abgebildet, eine Dame mit
»Hennin« und zwei Männer mit breiten Gürteln. Feld 3 ist mit zwei stehenden Mönchen bemalt, Feld III mit
zwei Laien. Zwei hierher gehörige Mönche, die offenbar mit zur Familie gehörten, aber auf dem Sockel nicht
mehr Platz fanden, sind in der Höhe des Sockels unter dem inn. Seitenstreifen d. Seitenw. B abgebildet!
**Bemalung und Dekoration der Seitenwand L. B.** Vor der Mitte steht ein Figurensockel, dessen Bekrönung
zerstört ist. Den Mittelkörper bildet ein Würfel von 82 cm Breite und 42 cm Tiefe, der auf einer stufenartigem
Schwelle steht (vgl. Fig. 508). Die Figur, welche auf dem Sockel gesessen hat, war zweifellos Avalokiteśvara.
Erhalten ist nur die mächtige, lotusblattförmige Aureole hinter ihr. R. u. L. v. d. Fig. ist je ein größer, sitzender
Bodhisattva als Nebenfigur auf die Wand gemalt. In jeder Ecke ist je ein von Flammen umlodernder sechsarmiger
Dharmapāla dargestellt, welcher hochspringend je einen Dämon zu Boden tritt, dessen Gesicht aus einem
Schweinsrachen hervorblickt. Die Attribute des Dharmapāla R. sind in den drei Händen R.: Schwert, pāśa,
cakra, in zwei L.: kāttrikā, paraśu, die dritte ist leer; die Attribute der Hände L. sind verloren. Über den großen
Bodhisattvas R. u. L. v. d. Avalokiteśvarafig. waren noch zwei bis drei Figuren im Hintergrunde und ganz
oben sieht man fliegende Devatās.
L. unt. d. Avalokiteśvarafig. steht ein gemalter Brāhmaṇa (Fig. 507) auf eine Schlafkrücke gestützt,
nach oben blickend, auf d. and. Seite entsprechend Vasundharā, eine Schüssel Cintāmaṇis tragend, begleitet
von einer Zofe. Vor der Göttin war ganz klein und in kniender Position der Maler abgebildet, mit Farben-
näpfchen und Pinsel und einer uighurischen Inschrift neben sich. Diese Figur ist jetzt im Museum.
R. u. L. von diesem Mittelbild läuft je ein 29—30 cm breiter Streifen als Borte am Rande der Mauer
herab. Jeder dieser Streifen enthielt eine Reihe kleiner Bildchen, Nebenbildchen des Avalokiteśvarabildes.
Von dem Streifen an der Türw. sind v. unt. gezählt nur noch neun Bildchen erhalten, die oberen sind alle
zerstört.
1. zwei trinkende Männer, im Hintergr. ein betender Mann; 2. ein betender Mann unter Bäumen, ein anderer
hinter ihm wird von einer großen Schlange umwickelt²); 3. ein Mann auf der Reise, ein Diener trägt an einer großen Trag-
stange sein Gepäck; 4. zwei Männer mit Tragstangen; 5. ein Mann, an einen Baum gebunden, wird von einem anderen
bärtigen Mann mit einem Stock geschlagen; 6—9 nahezu unkenntlich.
Bildstreifen neben der Rückw.
1. enthält zwei Bilder: ein meditierender Laie in einem Hause auf hohem Thron sitzend; da Bild daneben ver-
wischt; 2. zwei Bilder: betender Mann, nach dem Mittelbild gewendet, mit zerstörter uighurischer Inschr.; daneben
zwei betende nach der Rückw. gewendet, der eine, offenbar der Herr, im Freien, sein Diener in einem Hause; 3. Mönch
vor einem Hause sitzend; 4. zerstört; 5. ein predigender Buddha, vor ihm ein Zuhörer; 6. zerstört; 7. Buddha, Śāri-
putra und Maudgalyāyana; 8. Haus, auf welches ein Mönch und ein Laie zugehen; 9. ein Mann, in einem Hause sitzend,
vor ihm sitzt eine Frau, in einem Buche lesend, daneben ein Kind; 10. zwei Personen einander gegenüber: Frau und
Kind; 11. Lehrer mit zwei Kindern, die vor ihm hocken.
Unten zwei Mönche (vgl. ob.) die die Fortsetzung der Stifterfiguren auf dem Sockel der Rückw. bilden.
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