National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0317 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 317 (Color Image)

Captions

[Figure] Fig. 628. Original 60 cm height. Behind the armored one seen a hatchet carrier and a quiver carrier.Orig. 60 cm hoch. Hinter d. Gepanzerten ist ein Beilträger u. ein Köcherträger erhalten.

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000191
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

bestätigen läßt. Unter diesen Bildern waren Darstellungen von Stiftern; was die Türwände enthielten, ist ver-
loren. Ebenso ist das Gewölbe zerstört.

L. neb. E liegt, durch eine 1 m dicke Mauer getrennt, ein kleines Tempelchen K, 2,10 m tief, 2,35 m
breit. Es enthält nichts mehr von Gemälden, nur vor d. Rückw. ist ein Sockel und einer an Seitenw. R.,
doch ohne Anzeichen, welche Figuren auf dem Sockel gestanden haben. Ich will schon hier erwähnen, daß
dieses Tempelchen, wie auch F, G ganz mit Zwiebelschalen angefüllt waren, womit sie vielleicht durch eine
nichtbuddhistische Bevölkerung entweiht werden sollten. Der heutigen Bevölkerung waren die Anlagen,
welche völlig mit Sand und Kies bedeckt waren, unbekannt.

L. neb. K liegt eine lange, leere Halle I, 3,80 m tief, 2 m breit, durch eine meterdicke Mauer von K
geschieden. Auch diese Halle war hoch angefüllt mit Zwiebelschalen.

L. neb. I liegt, durch eine sehr dicke Mauer von K getrennt, ein enger Gang H, dessen Estrich um 1,90 m
höher liegt als Anl. I. Dieser Gang, welcher 1,30 m breit und, was die Langw. betrifft, 3 m tief ist, führt
um eine Ecke herum, welche vermauert ist. Die Breite der Endmauer dem Eingang gegenüber beträgt 2,06 m.
Im hinteren Winkel wurden zahlreiche Reste manichäischer Bücher gefunden, besonders Blätter und Buch-
deckel in Form eines indischen Buches mit interessanten Miniaturen auf dem Deckel. Sie scheinen aus der
Hauptanlage, oben auf dem Plateau des Berges, zu stammen. Unmittelbar am Eingang des Ganges war ein
großer Krug ohne Boden in die Erde gesetzt. Der Gang ist offen-
bar eine dieser Räumlichkeiten, in welche die Mönche gebrauchte
Ritualgeräte, Bücher usw. ablegen. Welche Gebäude L. an den er-
wähnten Gang sich anlehnten, ist unsicher, da außer dem Rest
einer unmittelbar am Fuß des Berges entlang laufenden Mauer
nichts erhalten ist.

Wenden wir uns nach der anderen Seite, zu den Anlagen L.
von E, welche unmittelbar an den Berg angelehnt sind.

Direkt R. neb. E liegt etwas tiefer das Tempelchen F. Die
von E trennende Mauer ist nur 60 cm dick, das Tempelchen 1,90 m
tief und 1,65 m breit. Als Kultbild war vor d. Rückw. Vajravarāhī
aufgestellt, auf dem Seitensockel der Seitenwand L. war eine andere
Figur, die nicht mehr bestimmbar ist.

R. von F liegt in einem Abstand von 3 m der aus drei hin-
tereinander liegenden Räumen bestehende Tempel G, der wie die
vorher erwähnten Anlagen sein Dach eingebüßt hat und mit Zwie-
belschalen vollgestopft war. Er besteht aus einem Vorhof, 2,50 m
tief, dessen Seitenmauern in der Mitte schmale Durchgänge haben,
5,65 m breit. Auf zwei Stufen tritt man durch eine 1,45 m breite,
80 cm dicke Wand in die nächste Halle (2,10 m tief, 2,70 m breit), welche allen Schmuck ist und auf
einer weiteren Stufe durch eine 1,10 m breite, 50 cm tiefe Tür in die Cella (2,10 m breit, 2,70 m tief). Alle
diese Räume waren mit Zwiebelschalen förmlich vollgestopft und die Gewölbe zerstört, so daß die Anlagen
ohne Dach im Sand lagen. Die Cella hat vor der ganzen Hinterwand eine Stufe und darauf einen bank-
artigen Sockel mit vortretenden, etwas schmäleren Stufen. Alle Wände waren bemalt, und zwar in tibe-
tischem Stil mit gelegentlicher Anlehnung an chinesische Vorbilder. Von den Gemälden ist auf d. Rückw.
der Cella nichts, auf d. Türw. u. Seitenw. nur die untere Hälfte erhalten.

Es ist das Folgende:
In der Türlaibung (50 cm) der Cella R. ein großer, roh gemalter Lokapāla, L. eine Devatā.

Auf d. Türw. sind nur in der unteren Hälfte Höllenbilder erhalten, und zwar L. (jede nur 50 cm breit)
eine besser erhaltene Szene: ein Höllenrichter chinesischen Stils am Tisch sitzend, neben ihm ein zweiter Tisch,
vor dem ersteren ein kleiner dreibeiniger Kessel, in welchem kleine Sattvas gekocht werden. Den Kessel rührt
der pferdeköpfige Teufel mit einer Stange um, um für einen neuen Ankömmling Platz zu machen, während
der »Stierkopf« eine Frau hochhebt, um sie in den Kessel zu werfen. Daneben sind noch zwei männliche Ver-
dammte: der eine ist mit ausgestreckten Armen und Beinen in einen großen Holzrahmen gespannt, der andere
sitzt zusammengekrümmt mit nach vorn hängendem Kopf daneben, die Arme scheinen ihm unter die Ober-
schenkel geschnürt zu sein, Fig. 629.

Die Bemalung d. Seitenw. R. zerfällt in drei ziemlich gleiche Teile. Auf dem vordersten Streifen ist
oben Samantabhadra dargestellt, darunter eine merkwürdige, leider etwas zerstoßene Szene: ein sterbender

Related Sites in Digital Silk Road