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0304 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 304 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000191
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ländern auftauchenden Götterköpfe abgebildet, ferner vier oder doch mindestens zwei Gruppen, in denen je ein Bodhi-
sattva predigt.
Darunter war ein 45 cm hoher Streifen, welcher folgende Darstellungen hatte: ein brennendes Haus mit Hof,
darin Teufel und nackte Kinder. Vgl. das verwandte Bild in H. 40 und sonst.
Die Seitenstreifen c, x; c, a, b. Ob. u. unt. waren auf den Seitenstreifen vier Felder c, x, auf welchen je zwei im
Wasser stehende bärtige Nāgarājas, welche auf Schalen Cintāmaṇis halten, abgebildet waren (Fig. 606, S. 294).
Sie waren nicht alle ganz erhalten, vgl. z. S. 261.
c, a enthält ein halbzerstörtes Bild: im Vordergrunde eine Wetterwolke mit dem Blitzdrachen und dem Donner-
gott, inmitten einer Reiftrommel, im Mittelgrunde (halb zerstört) eine Versammlung von betenden Laien in Gebirgs-
landschaft, darüber in der Luft eine Gruppe, von der nur zwei betende, sitzende Bodhisattvas (ohne Aureole!) erhalten
sind und vor ihnen ein dritter kniender mit erhobenen brennenden Händen, offenbar derselbe, welcher in den Plafond-
malereien von Qyzyl einem Arbakesh bei Nachtzeit leuchtet. Daneben sind noch zwei betende Mönche neben einem
Buddha (?) erhalten, die Inschrift, welche dabei war, ist erloschen (Fig. 607, S. 294).
c, b Reste von mehreren Szenen aus Buddhas Leben (Fig. 608, S. 299): Vorne ein Stūpa, dahinter Buddhas
Nirvāṇa; höchst merkwürdig sind die von rückw. gesehenen Mönche, dahinter Verbrennung des Sarges und erstes Konzil:
Bücherrollen werden von Mönchen geordnet, dahinter eine Buddhapredigt, dahinter wieder Buddha auf einem Throne
meditierend, eine ganz in eine Flammenaureoie gehüllte Götterfigur kniet vor ihm, ein betender Bodhisattva kommt
von R. her. Daneben ein schreitender, betender Bodhisattva, vor dem sich ein Jüngling in indischer Tracht grotesk
verneigt, während zwei chinesisch gekleidete Laien folgen usw.
Ganz unten, unmittelbar über dem Nāgarāja ist ein Rest eines besonderen Bildchens erhalten: ein fliegendes,
seltsames Wundertier (Fig. 610), eine Schlange und ein Wolf verfolgen einen Wanderer in einer Berglandschaft.
Türwände b, B. Auf den Türw. waren schöne Stifterbilder in Reihen. Sie sind alle abgerissen und
lagen in Trümmern im Schutt herum, auf b waren Männer, auf B Frauen, vgl. Fig. 609. Sie hatten uighurische
Inschriften. Unten auf b, B sind viele Besucherinschriften und aufgemalte Tierfiguren.
Türlaibungen a, A. Hier waren große stehende Figuren angemalt. Bei a ein fast lebensgroßer, ge-
panzerter König, der auf zwei Stierköpfen steht, er trägt einen Helm mit Pfauenfedern und eine Lanze in
der R. Die Figur auf der gegenüberst. W. A ist verloren.
Gewölbe. Das Gewölbe (3,18 m hoch) ist nach beiden Seiten mit vier Reihen meditierender Buddhas
bemalt, jeder ist 28 cm hoch, 20 cm breit. Ihre Zahl ist unbestimmbar, da der vordere Teil des Gewölbes
abgebrochen ist.

Höhle 39.

In einem Abstand von 4,20 m von der vorigen Höhle folgt eine kleine, sehr zerstörte Höhle, Fig. 611.
S. 299, deren Türwände völlig weggerissen sind. Immerhin ließ sich eine Reihe von Dingen feststellen.
Rückwand. Die Vesica der Buddhafigur, welche zweifellos saß, ist auf d. Rückw. erhalten, die Buddha-
figur und ihr Sockel sind vernichtet.
8 16 Um die Figur waren die folgenden Begleiter gemalt: 1 Bodhisattva oder Gottheit, kniend
7 15 mit Lampe; 2 3 9 10 vier Arhats mit Flammen hinter den Schultern, von denen jede andere Orna-
5 6 13 14 mente und Farben hat, vgl. H. 8; 4 10 Bodhisattvas mit gefalteten Händen; 5 6 7 8 12 14 spitzohrige
Buddha- Götter mit Hauern; 13 junger Bhikṣu mit gefalteten Händen; 15 16 pausbackige Götter. Über dem
4 3 figur 11 12 Buddha ein schöner Schirm und R. u. L. in der Luft fliegende Dämonen, mit Glocken läutend:
2 1 → ← 9 10 die Rückwand stellte zweifellos die Predigt von Benares dar.
Auf d. Seitenw. a, A waren je zwei Praṇidhiszenen dargestellt. Nur die zwei inneren Bilder sind er-
halten, a ganz, A nur halb. Alles übrige ist zerstört. Die Buddhaköpfe in den Praṇidhibildern zeichnen sich
durch ungewöhnliche schöne Zeichnung und geschmackvolle, geschickte Schattierung aus.
a, 1
g f
e d A großer, stehender Buddha nach d. Rückw. gewendet; b betender Gepanzerter; c=b;
c Ā b d Schirmträger; e Bhikṣu; f Vajrapāṇi; g Haus.

A, 1
e de
d A großer, stehender Buddha; b kniender König, nach rückw. mit beiden Händen weisend;
c Ā de c Vajrapāṇi; d Bhikṣu mit gefalteten Händen; e Haus.
de
Gewölbe. Das Gewölbe war 2,70 m hoch. Jede Hälfte war mit vier Reihen meditierender Buddhas
bemalt, jeder ist 28 cm hoch, 22 cm breit.