National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0259 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
Captions
| [Figure] Fig. 529. |
no captionno caption
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Citation Information
OCR Text
Das gegenüberstehende Bild auf Seitenwand A.
d d
d e d e d e
c d d
c c c c c c
b b b b c
l a
o m
n k f h
n i i
a Buddha auf hohem Sockel, predigend, darüber ein großes »canopy«, das den oberen
Teil des Bildes in zwei Hälften teilt; den Buddha umgeben zunächst zwei große Bodhisattvas
auf jeder Seite (b), darüber acht Bhiksus (c), oben in den Ecken einmal vier Götter (Loka-
pālas?) (d) und eine Devatā (e) und einmal drei Götter (d) und zwei Devatas (g). Unter Buddha
ist eine große kniende Gottheit, vom Rücken gesehen (f), ein See mit Bäumen R. und L.
(g), h eine Halle mit vier Buddhas darin und zwei Devatās, welche Blumenteller tragen (i, i),
gefolgt von zwei kleinen, stehenden Devatās. Bei k eine große, leider zerstörte Inschrift,
bei l eine kleine Halle, in der ein predigender Buddha sitzt mit zwei Mönchen (ganz kleine
Figuren). Davor kniet ein König, gefolgt von zwei betenden Kindern. Bei m ist noch ein kleiner
sitzender Mann, bei n zwei Seen mit je einem Lotus, aus dem je ein kleines, betendes Kind hervorkommt. Bei o endlich
stand ein Baum und darunter war noch eine zweite, jetzt zerstörte chinesische Inschrift.
Ich glaube, daß auch dieses Bild auf Amitābha bezogen werden darf, ebenso wie die ganze Serie der kleineren
Bilder daneben auf den Seitenwänden.
Die Bilder dieser Höhle sind durchweg in kräftigen Tuschekonturen sehr geschickt gezeichnet und mit
Farben ausgefüllt, doch so, daß überall viel weißer Zwischenraum bleibt.
Die Bilder der Decke sind stark chinesisch im Stil, wie
auch die Inschriften mit Ausnahme der Stifterbilder chinesisch
waren.
Anlage 8.
Anlage 8 (Fig. 529) bildet das Zentrum der ganzen N.-
Terrasse und ist der merkwürdigste Tempel des Systems. Mehr-
mals umgebaut, enthält er Proben verschiedener Stile, eigen-
artige Darstellungen und völlig vermauerte Räume, welche von
einem älteren System herrühren. Er ist wie die vorhergehenden
Anlagen in der Hauptsache ein Freibau, welcher an die Bergwand
angemauert ist, aber die Bergwand enthielt eine Höhle, d. h.
wenigstens einen in den Berg gelegten alten Umgang. Dieses ganze
innere System, welches sehr gut erhalten war, war verschüttet und
wurde erst im Winter 1906 freigelegt.
Vor der Anlage liegt eine 18½ m breite, fast 6 m tiefe Terrasse, welche auf beiden Seiten von dicken
und hohen Mauern, die bis an den Rand der Terrasse sich erstrecken, begrenzt ist. Etwa 4,30 m v. d. Hinter-
wand der Terrasse steht an ihrem vorderen Rand noch der niedrige Mauerrest einer Rampe, in deren Mitte das alte
Eingangstor zu der Terrasse zu vermuten ist. Daß vor dieser Terrasse noch ein schmaler Außenweg entlang
führte, ist ziemlich sicher. Interessant ist, daß sich auf den hohen Mauern, welche die Terrasse von d. nebenlieg.
Anl. 9 u. 7 scheiden, auf der Innenseite etwa auf dem vorderen Drittel der Mauern der Abdruck alter Säulen
mit Kapitellen indischen Stiles erhalten haben. Ähnliche Säulen haben natürlich auch auf der Terrasse ge-
standen und ein großes Vordach getragen, Fig. 530.
Die hohe Rückwand der Terrasse enthält in der Mitte die Tür zur Haupthöhle. In einem Abstand von
nur 40 cm von der Ecke an gerechnet, führt je ein sehr niedriger, 80 cm breiter Stollen, der nur kriechend pas-
siert werden kann, in zwei kleine querliegende Tonnengewölbe, welche in derselben Richtung, wie die Haupt-
anlage hinter der Hauptwand außen liegen. Ihre Gewölbe sind heute geborsten. Der Zweck dieser an so be-
vorzugtem Platz liegenden, dunklen Gewölbe ist schwer zu bestimmen (α, α'). In dem Raum nun zwischen diesen
Gewölben und der Haupthalle liegen noch zwei lange Räumlichkeiten (β β' R. u. L. davon, zu denen unten über-
haupt kein Zugang ist.
Man kann nun annehmen, daß sie Holzaufbauten gehabt haben und von oben her durch Treppen zu-
gänglich waren. Welchen Zweck diese schmucklosen Räume hatten, ist schwer auszumachen; vielleicht handelt
es sich um alte, außer Betrieb gesetzte Anlagen, die man dann später als Remisen für Opfergaben usw. benutzte.
Die bevorzugte Stellung der Anlage, welche offenbar das älteste Heiligtum war, könnte dabei in Rechnung
gezogen werden.
Die Hauptanlage in der Mitte nun repräsentiert das alte, uns von Qyzyl her bekannte System eines Tonnen-
gewölbes als Cella, als Rückwand das Kultbild mit Eingängen in den Berg R. u. L., welche hinter dem Kult-
bild ein Quergang verbindet. Das Tonnengewölbe liegt aber hier quer.
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