National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0319 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
Captions
| [Figure] Fig. 630. |
Original 76 cm width.Orig. 76 cm breit.
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Citation Information
OCR Text
16 m Breite mit einer der Vorderseite des Hügels durch Stufen zugänglichen Tür bildet, liegt eine von zwei ineinandergelegten Höfen umgebene Cella. Der erste Hof bildet einen etwa 3 m breiten Gang um eine zweite innere Mauer, vor welcher nach außen und innen eine 70—90 cm (ziemlich ungleich) breite, 45 cm hohe Bank vorliegt. Diese Mauer hat auf jeder Seite in der Mitte ein kaum 1 m breites Tor, durch welches man auf der Rückseite und auf der R. und L. Seite durch eine Stufe auf die Bank und wiederum durch eine Doppelstufe in den inneren Hof (Umgang um die Cella) treten kann. Nur auf der Eingangsseite führt vom Eingangstor her eine 36 cm hohe Brücke mittelst einer niedrigen Stufe auf die Bank und von da auf einer den zweiten Hof überschreitenden 50 cm hohen, 2,65 m (wie die vorige) breiten Brücke, auf zwei weiteren Stufen auf die Terrasse der Cella. Auf der Rückseite ist der innere Gang
ebenfalls mit einer Brücke von 2,65 m Breite
und 45 cm Höhe verbunden. Sie führt auf die
Plattform hinter der Cella, welche aber auf der
Rückseite keine Tür hat. Die quadratische
Plattform (etwa 5,50 qm), auf welcher die Cella
liegt, ist etwa 95 cm hoch, die Cella selbst,
nahezu quadratisch (Seitenwände 2,60 m,
Rückw. 2,65 m inn. Maß) ist durch eine nur
73 cm breite Tür mittels einer Stufe (25 cm)
zugänglich. Von der Bedachung ist nichts er-
halten. In der Cella sind Bilderreste, welche
zweifellos buddhistisch sind; aber die offenbar
umgebaute Anlage als ursprünglich buddhistisch
anzusprechen, halte ich für unmöglich.
Vor dem Eingang liegt noch eine etwa
3 m tiefe Plattform mit zwei halbzerstörten
Wohnzimmern R. vor der Eingangsmauer, vor
welcher ebenfalls in voller Breite eine 1 m tiefe,
45 cm hohe Sitzbank lag, welche nur unmittel-
bar vor dem Tore durch eine in der Mitte
zurücktretende Doppelstufe unterbrochen ist.
Die Plattform war auch vor dem Tore noch
mit einer Mauer umgeben, welche überall zer-
stört und von der nur eine Ecke L. erhalten
ist. Von hier aus geht hinter der Seitenwand
von A der Weg durch eine 85 cm breite Tür
in einen 2,15 m breiten, etwa 7,80 m tiefen
Hof, in dessen hinterer Ecke eine Zisterne er-
halten ist. Von diesem Hof aus kann man, sowohl nach der Seite zu, wie neben der Zisterne vorbei, über
eine niedrige Stufe in eine Reihe halbzerstörter Wohnzimmer gelangen.
In diesen Zimmern und der Vorderterrasse von A wurden von Bartus die massenhaften uighurischen
(und a. mehr) Manuskripte und Blockdruckfunde gemacht, welche in den Verzeichnissen mit Murtuq III. An-
lage bezeichnet sind.
Hinter A ist noch ein kleiner, halbzerstörter Stûpa B und ein zweites, noch mehr zerstörtes Bauwerk
ähnlicher Art (C) R. von A an der Ecke des Berges.
Höhlengruppe bei Çiqqan-Köl.
In den Ruinen der Tempelanlage von Çiqqan-Köl wurde im Dezember 1906 gegraben, jedoch ohne
besonderen Erfolg. An umfangreichere Arbeiten war an dem Tage nicht zu denken, da ein schwerer Sturm
einsetzte. An den Pfeilertempelchen der dortigen Anlage fand sich eine Einzelheit, die ich hier nachtrage.
Die entsprechenden Bauten in Idyqutsähri sind alle sehr beschädigt, vgl. Ruine W »Bericht« S. 46 u. Fig. 40.
Diese Pfeilertempelchen haben auf meist drei Seiten drei Reihen Nischen mit Buddhafiguren, die jetzt über-
all zerstört sind. Zwischen diesen Nischen nun, welche von einem Pipphalblatt bekrönt sind, sind in Çiqqan-
Köl zierliche Säulchen in Flachrelief erhalten, Fig. 631.
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